Wiener Börse: Kommt die IPO-Welle?

Wiener Börse: Kommt die IPO-Welle?

"Verunsicherung ist zwar nach wie vor da, aber es spricht einiges dafür, dass es ein recht gutes Jahr für den ATX wird", sagte Birgit Kuras in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Nachholbedarf des Wiener Leitindex (ATX) ist jedoch erheblich: Während der Dax nur noch zwei Prozent unter seinem Rekordhoch liegt, müsste der ATX seinen Wert verdoppeln, um den Höchststand aus dem Jahr 2007 zu erreichen.

Vor allem die hohe Abhängigkeit der Unternehmen von Osteuropa hat dem Index in den vergangenen Jahre zugesetzt. "Der Osten wurde von Investoren als sehr negativ gesehen", so Kuras. Die Unternehmen der Alpenrepublik erwirtschaften mehr als 50 Prozent ihrer Umsätze im Osten. Das starke Engagement der Firmen in der Region könnte sich aber bald wieder als Vorteil erweisen, zeigte sich Kuras überzeugt, schließlich bescheinigten Analysten Osteuropa gute Perspektiven. "Von Investoren wird das noch nicht ganz so wahrgenommen", gestand die Börsen-Chefin ein. Vor allem die Entwicklung der stark in Osteuropa tätigen österreichischen Banken wird von US-Investoren nach wie vor skeptisch gesehen. So bewertet die Ratingagentur Moody's den Ausblick für die österreichischen Banken weiter negativ.

IPO-Welle soll kommen

Nach vier Jahren ohne Börsengang in Wien hofft Kuras auf ein Ende der Durststrecke. "Wir sehen großes Interesse und haben historisch hohe Anmeldungszahlen bei unseren IPO-Workshops". Zudem sei das Umfeld für Neuemissionen recht gut. Allerdings hätten die österreichischen Unternehmen keinen dringenden Bedarf an frischem Kapital, da sich viele Firmen wegen der konjunkturellen Unsicherheiten mit Investitionen zurückhielten. Das könne sich aber schlagartig ändern. Nach einer "Eisbrecher-Transaktion" könnten rasch weitere Unternehmen an die Börse folgen, sagte Kuras.

Für neuen Schwung auf dem Börsenparkett könnte die Privatisierung von Staatsunternehmen sorgen. Als Kandidaten für eine Teilprivatisierung werden in österreichischen Medien immer wieder die Landesenergieversorger und die Regionalflughäfen gehandelt. "Ich kann mir recht gut vorstellen, dass man dieses Thema nach der Wahl angehen wird", sagte die Börsenchefin. Im Herbst finden in Österreich Parlamentswahlen statt. Während sich die Österreichische Volkspartei stets für Privatisierungen einsetzt, stehen die Sozialdemokraten zumeist auf der Bremse.

Börse prüft eigenen Osteuropa-Index

Um Aktienkäufe an der Wiener Börse für Investoren attraktiver zu machen, prüft die Wiener Börse die Einführung eines Ost-ATX und eines West-ATX als Ergänzung zum ATX. In einem sogenannten CEE-ATX könnten Unternehmen mit einem starken Fokus auf Osteuropa gelistet sein, erklärte Kuras, während die weltweit tätigen Unternehmen in einem eigenen Index geführt werden könnten. "Wir schauen uns das derzeit intensiv an und sprechen mit Unternehmen und Investoren. Es muss für beide Seiten Sinn machen." Offen sei noch, in welchem Index etwa Unternehmen gelistet sein sollen, die ihre Geschäfte vor allem in Österreich machen. Eine Entscheidung soll noch im laufenden Jahr fallen.

Österreichische Firmen erhoffen sich davon, dass sie sich vom derzeit negativem Ost-Image abkoppeln können. Mit dem Ost-Index könnte man Investoren ansprechen, die vornehmlich in der Region investieren wollen. In einem ähnlichen Schritt hat die Wiener Börse bereits die Immobilienwerte in einen eigenen Index, den IATX, eingebracht.

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