Wettbewerbshüter verlängert Prüfungsfrist für Slims Telekom-Übernahme

Wettbewerbshüter verlängert Prüfungsfrist für Slims Telekom-Übernahme

Um 14 Tage wurde die Prüfungsfrist der Übernahme der Telekom Austria durch den mexikanischen Superreichen Carlos Slim verlängert. Laut Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gibt es noch keine Entscheidung, ob der Akt zum Kartellgericht wandert.

Wien. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat die Frist für die Prüfung der Machtübernahme von Carlos Slims America Movil bei der teilstaatlichen Telekom Austria um 14 Tage auf den 10 Juni verlängert. Man wolle sich den Syndikatsvertrag, den Slim mit der Staatsholding ÖIAG geschlossen hat, noch genauer ansehen, da der Telekom-Markt in Österreich sehr konzentriert sei, sagte eine BWB-Sprecherin zur APA.

Man wolle sichergehen, dass der Wettbewerb in Österreich nicht unter dem Kontrollerwerb leidet. Für die Entscheidung, ob der Akt zum Kartellgericht wandert, hat die Behörde mit der Fristverlängerung nun zwei Wochen mehr Zeit. Sollte die BWB die Causa tatsächlich zum Kartellrichter schicken, würde sich die geplante Übernahme zumindest in die Länge ziehen. America Movil und die ÖIAG haben im April einen Syndikatsvertrag geschlossen, die dem mexikanischen Telekomkonzern die alleinige Kontrolle über die Telekom Austria sichert. Die ÖIAG bekommt im Gegenzug Vetorechte. Der Aktionärspakt muss noch von zahlreichen Behörden geprüft werden, bevor er in Kraft treten kann.

Telekom-Austria-Organe: Keine Empfehlung

Die Organe der börsenotierten teilstaatlichen Telekom Austria geben an die Aktionäre keine Empfehlung betreffend des Übernahmeangebots der America Movil von Carlos Slim. Der Vorstand anerkenne das Angebot und die geschäftspolitischen Ziele der Bieterin, er stehe dem Angebot aber "neutral" gegenüber, heißt es in einer Stellungnahme des Vorstands, die Dienstagabend öffentlich wurde.

Der Vorstand stellt Argumente für und gegen die Annahme des Angebots dar. Dafür spreche etwa, dass eine verzögerte Marktentwicklung Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Telekom haben könnte. Dagegen spreche allerdings, dass Aktionäre bei einem jetzigen Verkauf ihrer Aktien nicht an einer künftigen erwarteten Wertsteigerung partizipieren könnten. Letztlich "sieht der Vorstand von einer ausdrücklichen Empfehlung hinsichtlich der Annahme oder Nichtannahme des öffentlichen Angebots ab".

Der Aufsichtsrat schließe sich der Haltung des Vorstands an, heißt es in einer Stellungnahme des Aufsichtsrats.

Die Belegschaftsvertretung gibt den Aktionären ebenfalls keine ausdrückliche Empfehlung, ob sie ihre Aktien an die America Movil verkaufen sollen oder nicht. Sie verweist aber in ihrer Stellungnahme auf das öffentliche Interesse daran, dass im Telekom-Konzern die ÖIAG eine beherrschende Stellung behalten solle oder zumindest auf Augenhöhe mit der Bieterin sein solle. Da laut dem Stimmbindungsvertrag aber die Bieterin, die mexikanische Gesellschaft America Movil, künftig die industrielle Führung erhalten solle, könne die Staatsholding ÖIAG keine aktive Industriepolitik im Sinne des Wirtschaftsstandortes Österreich mehr betreiben. Die Übernahme könne daher nicht im öffentlichen Interesse sein. Dies sollten die Aktionäre bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.

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