Volle Restrukturierung bei Hirsch Servo

Volle Restrukturierung bei Hirsch Servo

Die in Wien börsenotierte Hirsch Servo AG mit Sitz in Glanegg in Kärnten (Bezirk Feldkirchen) muss nach dem Verlust von gut 7,5 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 "strukturelle Verkaufsoptionen" überlegen.

Das wurde in einem neuen Finanzierungskonzept mit den Kernbanken fixiert. So könnte das Geschäftsfeld Technologie und ein Unternehmen aus dem Geschäftsfeld EPS-Verarbeitung verkauft werden, sagten die Vorstände Siegfried Wilding und Johannes Kappel am Mittwoch zur APA.

Auf die Frage, ob die Banken ohne dieser Verkaufsziele den Geldhahn bereits zugedreht hätten, meinte Wilding, "solcherlei Hüftschüsse wären für niemanden eine Lösung". Für Restrukturierungen und eigenkapitalstärkenden Maßnahmen gebe es von den Banken jedenfalls Stundungen. Das Finanzierungsmodell habe sich an die "zukünftig zu erwartenden Tilgungsfähigkeit der Firma" angepasst, erklärte Wilding. Die Einigung mit den Banken sei "ein wesentliches Ereignis und von essenzieller Bedeutung für die weitere Entwicklung des Unternehmens".

Grundsätzlich habe das Unternehmen "ein sehr schwieriges Jahr in allen Segmenten und allen Ländern in denen wir tätig sind" hinter sich. Alle Segmente des Unternehmens haben sich im operativen Ergebnis verschlechtert. Aber immerhin am Heimmarkt Österreich habe man mit Spezialprodukten eine "relativ deutliche Steigerung" geschafft.

Auch die Investitionen bewegten sich laut Wilding "auf extrem niedrigem Niveau". Er sprach von "substanzerhaltenden Investitionen" in Höhe von 1,6 Mio. Euro.

Hoffnung USA

Aktuell gebe es zudem positive Signale aus den USA, wo im 4. Quartal mit einer verbesserten Nachfrage nach Maschinen gerechnet wird - weil der Bausektor dort wieder anzuspringen scheint. Auch im "Aftermarket" rechnet man mit Umsatzsteigerungen. Die Firma konzentriert sich offenbar verstärkt auf Ersatzteile, Service und Umbauten ihrer bereits verkauften Maschinen und bietet auch Schulungen an. Eine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr gibt es aber "aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die sich durchaus rasch ändern können, und einem instabilen Marktumfeld" nicht.

Die "solide Basis" für die Hirsch Servo Gruppe sei ihr Klimaschutzpotenzial im Dämmstoffbereich und die Umsatzaufteilung ihres Produktionsnetzwerkes mit 10 Standorten, sagte Wilding. Beispielsweise habe ein Hirsch-Werk in Polen steigende Nachfrage, weil die Konsumgüterindustrie weiter Kapazitäten von West- nach Osteuropa verlagere. Und das Werk in Polen "läuft auf einem Niveau wie vor 2008 - dem besten Zeitpunkt überhaupt", so Wilding.

Die Firma mit 585 Mitarbeitern und zehn Standorten in Italien und Osteuropa kämpft im wichtigsten Geschäftsfeld EPS-Verarbeitung (expandierbares Polystrol, besser bekannt als Porozell) aber mit dem "Einbruch der Baukonjunktur" - vor allem im für die Firma besonders wichtigen Exportmarkt Italien. Das Polystrol dient als Dämmmaterial für Fassaden und Böden, Schalungselement im Bausektor, aber beispielsweise auch als Transportschutzverpackung vom Fernseher über den Kühlschrank bis zur Box für den Fischtransport (Geschäftsfeld EPS-Verpackung).

Zu den Kunden der Kärntner Firma zählen laut ihrer Angaben Global Player wie Philips, Flextronics, Samsung, Whirlpool, LG, Siemens, Bosch oder LG.

Auch im Geschäftsfeld EPS-Verpackungen gab es Rückgänge, weil sich eine Konsumzurückhaltung bei Haushalts- und Absatzmengen zeigten. Gleichzeitig habe es Rohstoffpreiserhöhungen gegeben, die "nicht zur Gänze an die Kunden weitergegeben werden konnten".

So ging der Umsatz des gesamten Unternehmens von 92,6 Mio. Euro um 7,4 Prozent auf 85,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2011/12 zurück - jener aus der EPS-Verarbeitung und der EPS-Verpackung sank von 76,0 Mio. Euro 2010/11 sank auf 72,8 Mio. Euro 2011/12.

Das operative Ergebnis in der EPS-Verarbeitung drehte von 3,8 Mio. Euro auf nunmehr minus 0,6 Mio. Euro. Insgesamt verschlechterte sich das Ebit der Hirsch Servo AG von minus 2,2 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 3,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2011/12. Das Ergebnis vor Steuern sackte von minus 0,5 Mio. Euro 2010/11 auf nun minus 7,0 Mio. Euro ab.

Das Unternehmensergebnis auch nicht verbessert hat das Geschäftsfeld Technologie, das verkauft werden könnte - dort sank das Ebit von minus 0,9 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 2,1 Mio. Euro. Grund für den Rückgang sei das Ausliefern von weniger Maschinen gewesen. Das Ergebnis wurde auch von der Auflösung der Vertriebstochter Hirsch USA Inc belastet. Immerhin habe man die Fixkosten im Vorjahresvergleich durch ein Kostensenkungsprogramm gesenkt. Zusammen mit leicht gestiegenen Deckungsbeiträgen sei das Ebit im Vergleich zu den anderen Geschäftsfeldern zudem "moderat" gesunken.

Das Betriebsergebnis verschlechterte sich auch wegen Abschreibungen aufgrund von Wertminderungen in der Höhe von 0,4 Mio. Euro sowie einer geänderten Aufteilung von Konzernumlagen von 0,3 Mio. Euro.

Als Folge der "negativen Entwicklung" hat sich auch der Aktienkurs "Richtung Süden bewegt", sagte Wilding. Zum Bilanzstichtag am 30. Juni lag diese bei 10,58 Euro (Höchststand Ende 2007: 211,50 Euro). Das Ergebnis je Aktie beträgt nach minus 5,19 Euro im Vorjahr inzwischen minus 15,15 Euro. Eine Dividende gibt es wegen des Bilanzverlustes von 7,92 Mio. Euro nicht.

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