Voestalpine und die Mega-Wachstumsstory

Voestalpine und die Mega-Wachstumsstory

Der Linzern Konzern will sich künftig stark auf die Segmente Mobilität und Energie konzentrieren und erwartet Wachstum vor allem in außereuropäischen Märkten.

Gestern, Dienstag, hat der voest-Aufsichtsrat die Konzernstrategie 2020 beschlossen, teilte die voestalpine in einer Aussendung am Mittwochvormittag mit. Der Konzern will in den kommenden Jahren eine Betriebsgewinn-Marge (Ebit) von 9 Prozent liefern.

Das Umsatzziel von 20 Mrd. Euro bis 2020 würde ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5,7 Prozent pro Jahr bedeuten. "Voraussetzung dafür ist allerdings eine sich wieder normalisierende Konjunkturentwicklung", betonte der Stahlkonzern. Langfristig nimmt sich der Konzern einen außereuropäischen Umsatzanteil von rund 40 Prozent vor. Derzeit beträgt dieser Anteil unter 30 Prozent.

Die voestalpine will im Rahmen ihrer neuen Konzernstrategie in neue Standorte und Akquisitionen investieren, sowie den technologischen Ausbau bestehender Anlagen vorantrieben und die Wertschöpfungskette verlängern. Damit sollen die Position in Europa und die Standorte in Österreich abgesichert werden, heißt es in der Mitteilung. Der Verarbeitungsanteil werde im Vergleich zum klassischen Stahlbereich weiter erhöht.

Mega US-Investition

Dabei wird die voestalpine massiv außerhalb Europas investieren. Das Unternehmen will in Kanada oder den USA ein Werk errichten, das günstige Vormaterialien für die Stahlerzeugung an den europäischen Standorte liefert. "Wir werden in Kanada oder den USA eine entsprechende DRI-Anlage bauen, die etwa über eine halbe Milliarde Euro kosten wird", kündigte Voest-Chef Wolfgang Eder heute, Mittwoch, in einer Pressekonferenz an. Ausschlaggebend für das Investment in Nordamerika sind die dort niedrigen Gaspreise.

Der Aufsichtsrat habe bereits grünes Licht für das neue Werk gegeben. Die endgültige Entscheidung über den Standort, der das neue Ausgangsprodukt für die Stahlerzeugung liefern soll, fällt den Angaben zufolge im ersten Quartal 2013. Die Anlage soll dann Ende 2015 oder Anfang 2016 in Betrieb gehen - nach etwa einjähriger Planungsphase und zweijähriger Bauzeit. In dem hochautomatisierten Werk sollen etwa 150 Arbeitsplätze entstehen.

"Das ist ein massives Investment, aber wir sehen es als große Chance, die langfristige Konkurrenzfähigkeit aus Österreich und Europa absichern zu helfen", so Eder. Zur tatsächlichen Standortsicherung müsse es allerdings auch noch zu einem Umdenken in der Industriepolitik kommen, kritisierte der Konzernchef die in Europa zu hohen Energie-, Umwelt- und Sozialkosten. Andernfalls gehe Europa in Richtung Deindustrialisierung, was mit Wohlstandsverlust und breiter Arbeitslosigkeit einhergehen würde.

Rund die Hälfte der dann in Nordamerika produzierten 2 Mio. Tonnen des Rohstoffersatzes namens "Eisenschwamm" sind laut Eder für den Einsatz in Linz, aber auch in Donawitz (Steiermark), bestimmt. In der Produktion soll das heißbrikettierte Eisen zu etwa 10 bis 15 Prozent als Rohstoffbasis dienen.

Das günstigere Material für die Stahlproduktion verursache auch weniger CO2 und sorge in Summe für eine Kosteneinsparung "eines nicht geringen zweistelligen Millionenbetrages". Mit dem teilweisen Einsatz des Produktes sollen die Kosten um 10 bis 15 Prozent sinken.

In Nordamerika macht der Gaspreis nur etwa ein Viertel bis ein Drittel des europäischen Niveaus aus. Dadurch komme es trotz der langen Verschiffungswege nach Europa noch immer zu einer Einsparung.

Mehr Personal

Die Voest will bei der Expansion auch beim Personal um ein Drittel deutlich aufstocken. Zu den derzeit über 46.000 Mitarbeitern sollen bis 2020 rund 15.000 hinzukommen, sagte Unternehmenschef Eder bei der Pressekonferenz. Die voestalpine ist derzeit in mehr als 50 Ländern weltweit aktiv. In Österreich beschäftigt der Konzern gut 21.000 Arbeitnehmer.

"Wir sollten in der Lage sein, die Mitarbeiterzahl in Österreich zu halten - vorausgesetzt, dass die Politik das zulässt", so Eder. "Wir wissen, was wir an unseren Mitarbeitern haben." Zuwächse werde es aber vornehmlich außerhalb Österreichs geben.

Etwa zwei Drittel des zusätzlichen Personals, also 10.000 neue Arbeitnehmer, will die Voest außerhalb Europas einstellen, ein Drittel in Europa, davon nur "wenige in Österreich".

"Die voestalpine wird sich nicht neu erfinden, aber wir werden unsere Linie jetzt sehr konsequent weiterentwickeln und auch in den nächsten Jahren wachsen - auch wenn das Umfeld weiterhin schwierig bleiben sollte", so Eder weiter.

Für die erste Hälfte 2013 rechnet der Voest-Chef mit keiner nennenswerten Erholung des Umfeldes: "Wir sind skeptisch, dass sich im ersten Halbjahr eine strukturelle Konjunkturbelegung einstellt." Wie das zweite Halbjahr verlaufe, hänge auch davon ab, ob eine echte Lösung für die Euro-Krise gefunden werden könne.

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