Voestalpine meldet Gewinnrückgang – Dividende bleibt stabil

Voestalpine meldet Gewinnrückgang – Dividende bleibt stabil

Der Stahl- und Industriekonzern Voestalpine erwartet angesichts der anhaltenden Wirtschaftsflaute in Teilen Europas im laufenden Geschäftsjahr einen stagnierenden Betriebsgewinn.

Grund dafür sind maue Geschäfte im Stahlbereich, der bereits im vergangenen Winter unter der Zurückhaltung vieler Kunden gelitten hatte, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Das operative Ergebnis werde daher im Anfang April angelaufenen Geschäftsjahr "in etwa auf dem Nivau des abgelaufenen Jahres" liegen. 2011/12 verbuchte der Konzern wegen hoher Rückstellungen in Folge eines Kartellverfahrens vor Zinsen und Steuern einen Gewinnrückgang von knapp 29 Prozent auf 704 Millionen Euro.

In ihrer Prognose schlägt die Voestalpine etwas pessimistischere Töne an als zuletzt. Das gilt vor allem für das klassische Stahlgeschäft, das noch ein Drittel des Umsatzes ausmacht: "Die durch strukturelle Überkapazitäten gekennzeichnete Branche ist weit von der zu Jahresbeginn 2012 erhofften Erholung bis zum Sommer oder gar einem selbsttragenden Aufschwung im Jahresverlauf entfernt", hieß es im Geschäftsbericht. Neben der seit mehreren Jahren schwächelnden Bauindustrie "leiden inzwischen auch erhebliche Teile der Automobilindustrie sowie des Energiesektors unter einer zunehmenden Nachfrageschwäche". Auch die gute Entwicklung im Maschinenbau, sowie der Luftfahrt und Bahnindustrie könne das nicht kompensieren.

Die schwache Auslastung der europäischen Stahlindustrie drücke auch die Preise: "Die massive Unterauslastung in Europa führt vor allem im Bereich der Massenstähle in Verbindung mit stark volatilen, tendenziell jedoch sinkenden Rohstoffpreisen zu wertvernichtenden Preiskämpfen", erklärte die Voestalpine. Zuletzt hatte sich Firmenchef Wolfgang Eder noch zuversichtlich für eine Erholung es Stahlgeschäfts gezeigt und eine starke Nachfrage bis in den Herbst angekündigt.

Aber auch der deutschen Konkurrenz geht es nicht viel besser: ThyssenKrupp und Salzgitter kämpfen angesichts der Schuldenkrise und schlecht ausgelasteter Fabriken mit Verlusten. Auch der Stahlriese ArcelorMittal erwartet in Europa anhaltend schwierige Geschäfte.

Schienenkartell belastet

Abseits des klassischen Stahlgeschäfts gibt es für die voestalpine etwas mehr Grund zur Freude. Hier verarbeitet der Linzer Konzern Stahl zu Produkten für die Auto-, Maschinenbau-, Energie-, Bahn-, Luftfahrt und Bauindustrie weiter. Dieses "Verarbeitungsgeschäft" werde auch weiterhin die Ergebnisse des Konzerns stützen und die Volatilitäten im Stahlgeschäft verringern.

Im vergangenen Geschäftsjahr gelang das jedoch nur zum Teil: Durch ein Kartellverfahren in Deutschland und die damit verbundenen Schließung eines Schienenwerks in Duisburg musste die Firma Rückstellungen von insgesamt 205 Millionen Euro bilden. Voestalpine und anderen Stahlunternehmen wird vorgeworfen, zwischen 1998 und 2008 unerlaubt Aufträge verteilt und Preise abgesprochen zu haben. Die Österreicher hatten sich den Wettbewerbshütern als Kronzeugen angedient und hoffen so, um eine Kartellstrafe herumzukommen. Die Rückstellung hatten sie unter anderem für mögliche Schadenersatzforderungen von Bahnunternehmen gebildet.

Durch die Rückstellung stand 2011/12 unter dem Strich ein gut 30 Prozent geringerer Gewinn von 413 Millionen Euro während der Umsatz um ein Zehntel auf 12,1 Milliarden Euro zulegte. Die Aktionäre sollen dennoch eine unveränderte Dividende von 80 Cent je Aktie erhalten.

Reuters

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