VIG: Fünf Prozent mehr Gewinn im ersten Quartal

VIG: Fünf Prozent mehr Gewinn im ersten Quartal

Die börsenotierte Vienna Insurance Group (VIG) hat im ersten Quartal um gut fünf Prozent mehr Gewinn erzielt als ein Jahr davor. Der Vorsteuergewinn des Konzerns (EGT) stieg um 5,2 Prozent auf 159,4 Millionen Euro, und der Nettogewinn erhöhte sich ebenfalls um 5,2 Prozent auf 123,8 Millionen Euro, wie die VIG am Dienstag bekannt gab. Die Zuwächse lagen im Rahmen der Analystenerwartungen.

In Österreich hat die Vienna Insurance Group (VIG) im 1. Quartal mit 1,385 Milliarden Euro um 1,1 Prozent mehr an verrechneten Prämien eingenommen als ein Jahr davor. In der Lebensversicherung betrug der Zuwachs 1,9 Prozent auf 565 Millionen Euro, und in Nicht-Leben stiegen die Einnahmen um 0,5 Prozent auf 820 Millionen Euro.

Zahlen im Detail

Im Gesamtkonzern, dessen verrechnete Prämieneinnahmen um 1,5 Prozent auf 2,705 Milliarden Euro sanken, ergab sich ein Rückgang von 1,6 Prozent auf 1,103 Milliarden Euro in Leben und von 1,7 Prozent auf 1,502 Milliarden Euro in Schaden/Unfall. In der Krankensparte dagegen wurde, auf niedrigem Niveau, ein Anstieg um 2,9 Prozent auf 100,7 Millionen Euro verzeichnet, wie die VIG am Dienstag im Vorfeld des Quartalspressegesprächs mitteilte.

Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - verschlechterte sich in Österreich netto (nach Rückversicherung) auf 96,9 (94,1) Prozent, im Gesamtkonzern auf 96,9 (96,4) Prozent. Der Gewinn vor Steuern (EGT) verringerte sich in Österreich um 12,3 Prozent auf 64,2 (73,2) Millionen Euro - im Gesamtkonzern stieg er ja um 5,2 Prozent auf 159,4 Millionen Euro.

An dem für die VIG größten Auslandsmarkt Tschechien gingen die Einnahmen im 1. Quartal um 1,5 Prozent auf 476 Millionen Euro zurück, dabei schrumpften sie in Nicht-Leben um 4,4 Prozent auf 264 Millionen Euro, stiegen aber in Leben um 2,4 Prozent auf 212 Mio. Euro. Das EGT legte um 8,0 Prozent auf 47,2 Millionen Euro zu, die Combined Ratio verbesserte sich auf 90,9 (92,3) Prozent.

In Polen wuchs man bereinigt um das Einmalerlagsgeschäft und die im Vorjahr erfolgte Übernahme der Polisa - faktisch verkleinerte sich der gesamte Prämienkuchen aber um 15,9 Prozent auf 269 Millionen Euro. Maßgeblich dafür war vor allem der fast 28-prozentige Rückgang der Einnahmen in Leben auf 115 Millionen Euro, während in Nicht-Leben das Minus nur 4,3 Prozent auf 153 Millionen Euro betrug. Das EGT konnte um mehr als ein Fünftel auf 15,3 Millionen Euro gesteigert und die Combined Ratio auf 96,1 (99,0) Prozent verbessert werden.

In der Slowakei stand von Jänner bis März ein 5,5-prozentiges Einnahmenplus auf 204,0 Millionen Euro zu Buche. Dabei sprangen die Prämien in Leben um fast 14 Prozent auf 99 Millionen Euro an, in Nicht-Leben sanken sie aber um 1,3 Prozent auf 105 Millionen Euro. Das EGT ging um über ein Viertel auf 9,3 Millionen Euro zurück, die Combined Ratio wurde jedoch auf 95,5 (98,4) Prozent gesenkt.

In Rumänien, wo die VIG ein vergleichsweise hohes Exposure im Sachgeschäft aufweist, wirkte sich nach Unternehmensangaben "der enorme Preiskampf bei der Kfz-Versicherung" negativ aus, an dem man aber ganz bewusst nicht teilnehme. Trotz des - auch in regulatorischer Hinsicht - schwierigen Umfelds an diesem Markt werde man "mit einem ertragsorientierten Underwriting weiterhin an Rumänien festhalten".

In Rumänien sackten die Erstquartals-Einnahmen insgesamt um 24,8 Prozent auf 101,2 Millionen Euro, dabei in Nicht-Leben um 26,8 Prozent auf 78,3 Millionen Euro und in Leben um 17,1 Prozent auf 23,0 Millionen Euro. Das Minus beim EGT verringerte sich auf -2,9 (-3,3) Millionen Euro, die Combined Ratio war mit 113,6 (115,9) Prozent aber kaum besser.

Details über Zukunft des Rumänien Geschäfts

Das anhaltend Verluste produzierende Rumänien-Geschäft des Konzerns soll nach Angaben von Peter Hagen in rund einem halben Jahr wieder in der Gewinnzone sein. "Wir sind sicher, dass unsere Maßnahmen in den nächsten ein bis zwei Quartalen greifen werden, und wir hoffen dann die Nulllinie zu überschreiten", sagte Hagen am Dienstag vor Journalisten. Von dieser Prognose ausgeklammert blieben freilich die grundsätzlich unkalkulierbaren Naturkatastrophen.

Schon seit längerem werde das Rumänien-Portfolio komplett umgestaltet, aus der Kfz-Versicherung mit ihrem enormen Preiskampf "werden wir uns tendenziell zurückziehen". Das werde in den nächsten Monaten abgeschlossen sein: "Langsam, langsam beginnt sich die selektive Zeichnungspolitik auszuzahlen." Parallel arbeite die VIG an einer Kostensenkung in Rumänien, in den vergangenen 12 bis 18 Monaten habe man hier bereits eine 30-prozentige Reduktion erreicht.

Im Segment "Übrige Märkte" kletterten die Einnahmen um ein Zehntel auf 260 Millionen Euro, dabei in Nicht-Leben um 13,7 Prozent auf 175 Mio. Euro und in Leben um 3,4 Prozent auf fast 86 Millionen Euro.

Die Summe der Kapitalanlagen ist in der Konzernbilanz per 31. März mit 28,776 Milliarden Euro ausgewiesen - gegenüber noch 29,463 Milliarden Euro Ende 2012. Das Finanzergebnis belief sich auf 270,2 Millionen Euro und verringerte sich damit im Jahresabstand um 2,5 Prozent.

Insgesamt waren im 1. Quartal 23.290 Mitarbeiter im VIG-Konzern beschäftigt, um 796 weniger als im Gesamtjahr 2012.

Kosten für Solvency II

In puncto Solvency II schätzt das Unternehmen die Kosten für die Etablierung der neuen Kapitalregeln auf 100 Millionen Euro. Dies seien Einmalkosten für die Bewältigung der neu anfallenden Bürokratie sowie die Installation neuer Modelle und Systeme, sagte Vienna-Insurance-Chef Peter Hagen am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz.

Ähnlich wie Banken müssen auch Versicherungsunternehmen künftig strengere Kapitalvorschriften erfüllen. Diese neuen von der EU angestrebten Solvency II genannten Regeln sollen frühestens 2016 greifen.

Ausblick

Im Ausblick für das Gesamtjahr 2013 blieb Hagen vage und nannte keine Ergebnisziele. "Für eine verlässliche, seriöse Prognose ist das Umfeld zu schwierig", so der CEO. Analysten der Erste Group hatten zuletzt gemeint, dass die VIG ihre guten Gewinnzahlen des Vorjahres heuer nicht wieder erreichen werde. 2012 hatte die VIG den Gewinn vor Steuern (EGT) um 5,1 Prozent auf 587,4 Millionen Euro gesteigert und das Konzernergebnis (den Gewinn nach Steuern und Minderheiten) um 9,7 Prozent auf 446,2 Millionen Euro angehoben. Die Dividende wurde daraufhin für 2012 auf 1,20 (1,10) Euro je Aktie erhöht.

Heute, Dienstag, lagen die Titel an der Wiener Börse um 11 Uhr mit 39,56 Euro um 0,15 Prozent höher; der ATX stand zugleich 0,75 Prozent im Plus.

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