VIG: Bulgaren haben Angst vor der "russischen Mafia"

Der Deal rund um den Verkauf der Vienna Insurance-Beteiligungen am bulgarischen Pensionsfond Doverie gerät ins Stocken. Die in England registrierte Briefkastenfirma United Capital (UC) als neue Eigentümerin, an der der russische Banker Sergej Mastjugin eine Mehrheit halte, habe noch keinen Antrag auf Genehmigung des Deals bei der bulgarischen Finanzaufsicht eingereicht, schreibt der "Standard".

VIG: Bulgaren haben Angst vor der "russischen Mafia"

In Bulgarien gebe es Zweifel an der Seriosität des Investors. Es könnte auch die „russische Mafia“ hinter dem Käufer stecken, habe Bulgariens Staatspräsident Rossen Plewneliew gewarnt. In den Fonds haben 1,25 Mio. Beitragszahler umgerechnet rund 920 Mio. Euro eingezahlt. VIG-Chef Peter Hagen hat diese Woche im "Standard" Zweifel an dem Doverie-Verkauf zurückgewiesen. United Capital und Sergej Mastjugin seien seriös. Sollte der Deal aber nicht genehmigt werden, dann käme der Verkauf nicht zustande.

Laut "Standard" hat auch der Chef der Finanzaufsicht in Sofia, Stojan Mawrodiew, Zweifel an einer Genehmigung angemeldet. Der österreichischen Zeitung gegenüber habe er zugleich darauf hingewiesen, dass er ohne Antragspapiere keine Untersuchungen anstellen könne. Mawrodiew warf der Führung von Doverie vor, sie hätte gegen die Interessen der Anteilseigner des Pensionsfonds, die Beitragszahler und den gesamten privaten Pensionssektor agiert. Er habe sich dabei auf Angriffe in den Medien gegen die von ihm geführte Finanzaufsicht bezogen.

Die Chefin von Doverie Daniela Petkowa hat der Zeitung bestätigt, dass sie und der Vorstand nach dem Verkauf zurückgetreten seien, mit der VIG dann aber vereinbart hätten, bis zur Abwicklung des Verkaufs im Amt zu bleiben. „Nicht mehr. Wir wollen keine Probleme machen“, sagte Petkowa.