Verbund: Türkei-Rückzug bringt 500 Millionen Euro Buchgewinn

Verbund: Türkei-Rückzug bringt 500 Millionen Euro Buchgewinn

E.ON übernimmt vom Verbund einen Anteil von 50 Prozent am türkischen Gemeinschaftsunternehmen Enerjisa. Im Gegenzug erhalten die Österreicher von E.ON Anteile an acht Laufwasserkraftwerken in Deutschland. Die Transaktion habe ein Volumen von jeweils deutlich über einer Milliarde Euro, sagte eine Verbund-Sprecherin.

E.ON hatte die Türkei bereits als interessanten Markt bezeichnet, den der Konzern genau beobachte. Der Energiehunger in der Türkei ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Düsseldorfer hatten dort bereits vor einigen Jahren Projekte, diese aber an den Konkurrenten RWE verkauft und stattdessen den russischen Strommarkt ins Visier genommen.

Der türkische Versorger Enerjisa betreibt mehrere Gas- und Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1650 Megawatt und strebt bis 2015 einen Marktanteil von mindestens zehn Prozent am türkischen Strommarkt an. Das Unternehmen war 1996 von Sabanci gegründet worden, dessen Holding die restlichen 50 Prozent hält. Verbund war 2007 eingestiegen.

Der mehrheitlich in Staatsbesitz stehende Verbund will sich künftig auf Wasserkraft in Österreich und Deutschland konzentrieren. "Daher ergreifen wir die Chance, unsere Wasserkrafterzeugung in Deutschland auszubauen sowie mehr Kontrolle in bestehenden Beteiligungen zu haben", sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Durch den Tausch könne Verbund neun Prozent mehr Strom aus Wasserkraft erzeugen. Neben den Anteilen an acht Laufwasserkraftwerken, die einer jährlichen Kapazität von zwei Milliarden Kilowattstunden entsprechen, erhält Verbund im Zuge des Deals gut ein Fünftel der Kapazität an der Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller zurück, die Verbund vor einigen Jahren an E.ON verkauft hatte.

Saftiger Buchgewinn

Die Transaktion hat aber auch noch einen anderen positiven Nebeneffekt für den Konzern: Mit dem Ausstieg aus dem Türkeigeschäft erzielt Verbund Schätzungen zufolge einen Buchgewinn von rund 500 Millionen Euro. Bei dem Einstieg in den Markt hatte der Konzern 1,2 Milliarden Euro in die Hand genommen.

Das Geschäft soll nach den noch ausstehenden Genehmigungen der Kartellwächter und Regulierer im ersten Quartal 2013 abgeschlossen werden. E.ON wurde bei der Transaktion von Morgan Stanley beraten, Verbund von Barclays und der Bank of America - Merrill Lynch.

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