Verbund steigert Konzerngewinn

Verbund steigert Konzerngewinn

Umsatz steigt im ersten Halbjahr um sieben Prozent, Konzerngewinn gar um 12,4 Prozent.

Der börsenotierte Stromerzeuger Verbund hat im ersten Halbjahr 2012 den Konzerngewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12,4 Prozent auf 198,2 Mio. Euro (176,3 Mio. Euro) gesteigert. Der operative Gewinn legte um 11,9 Prozent auf 434,7 Mio. Euro (388,7 Mio. Euro) zu, teilte das Unternehmen am Mittwoch ad hoc mit. Der Umsatz stieg um 7,0 Prozent auf 1.562,8 (1.460) Mio. Euro. Die Nettoverschuldung fiel im Gegenzug von 103 Prozent auf 89,7 Prozent.

Für das Gesamtjahr geht der Verbund nun unter der Annahme einer durchschnittlichen Wasserführung im zweiten Halbjahr von einem operativen Gewinn von rund 800 Mio. Euro - nach 1.001,6 Millionen Euro 2011 - und einem Konzernergebnis von 350 Millionen Euro - unverändert zu 2011 (352,6 Millionen Euro) - aus. "Bei einer weiteren Verschlechterung der gesamt- und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa können aber negative Ergebniseffekte im 2. Halbjahr 2012 nicht ausgeschlossen werden", heißt es in der Aussendung. "Circa 50 Prozent" des Gewinns sollen als Dividende ausgeschüttet werden.

Gut im Fluss

Zu dem starken Gewinnanstieg im ersten Halbjahr hat vor allem die gute Wasserführung der heimischen Flüsse beigetragen. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag um 9 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt und um 26,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Außerdem seien die langfristig fixierten Preise mit durchschnittlich 56 Euro/MWh um 12,3 Prozent höher gelegen als 2010. Die Spotmarkt-Preise seien hingegen um 18,9 Prozent auf 42,75 Euro/MWh gefallen. Schlechter lief es in der Stromerzeugung aus Gas: Das im Juni eröffnete Gaskraftwerk Mellach wurde um 52,2 Millionen Euro abgewertet.

Der Verbund hat seinen Absatz in Deutschland um 8,1 Prozent gesteigert. In der Türkei ging der Windpark Dagpazari (39 MW) ans Netz. Bis 2015 sollen rund 5.000 MW Leistung installiert sein. In Italien nahm das Gas-Kombikraftwerk Aprilia (800 MW) im zweiten Quartal 2012 den Betrieb auf. Da aber die Profitabilität der Italien-Beteiligung Sorgenia aufgrund der schwierigen Situation für Gaskraftwerke und der Rezession in Italien "deutlich gesunken" sei, sind Restrukturierungsmaßnahmen nötig, um die Ergebnisse deutlich zu verbessern und die Verschuldung des Unternehmens zu reduzieren. In Frankreich soll das Gas-Kombikraftwerk Pont-Sur-Sambre (412 MW) von der Aufhebung des alten Gasliefervertrages profitieren. Das Gas-Kombikraftwerk Toul (413 MW) wird Ende 2012 in Betrieb gehen. In Rumänien nimmt der Verbund seit Mai 2012 den ersten Teil des Windparks Casimcea (99 MW) schrittweise in Betrieb, zeitgleich begannen die Bauarbeiten für den zweiten Teil des gesamt 200 MW starken Windparks. Und in Albanien hat das Wasserkraftwerk Ashta am Drin-Fluss im Juni 2012 erstmals Strom ins Netz gespeist.

Niedrigere Strompreise

Derzeit gebe es Überkapazitäten bei einer aufgrund der schlechten Konjunktur rückläufigen Nachfrage nach Strom. Das führe zu niedrigen Strompreisen, so der Verbund. Gaskraftwerke seien unter Druck, der Lenkungseffekt des CO2-Markts hin zu CO2-armen Erzeugungstechnologien funktioniere nicht - "so haben Braunkohlekraftwerke aktuell den höchsten wirtschaftlichen Investitionsanreiz aller Technologien", schreibt der Verbund. In Summe gebe es wenig Investitionen in Gas-und Pumpspeicherkraftwerke, die aber langfristig benötigt werden, um die schwankende Erzeugung über erneuerbare Quellen auszugleichen.

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