Unwetter spülen der Vienna Insurance die Gewinne davon

Unwetter spülen der Vienna Insurance die Gewinne davon

Belastet war das Ergebnis der heimischen Vienna Insurance Group (VIG) vor allem von höheren Unwetterschäden und Vorsorgen. Der Gewinn vor Steuern sank um 31,9 Prozent auf 205,7 Mio. Euro, der Periodenüberschuss um 38,7 Prozent auf 146,5 Mio. Euro und das Konzernergebnis um 39,3 Prozent auf 140,6 Mio. Euro. Die verrechneten Prämien gingen um 4,8 Prozent auf 5,03 Mrd. Euro zurück.

Bei der VIG haben sich die Leistungen für Unwetterschäden an ihre Kunden im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 230 Mio. Euro verdreifacht, gab das Unternehmen heute bekannt. Netto nach Rückversicherung im Eigenbehalt verblieben 72 Mio. Euro, nach 59 Mio. Euro. Allein für das Hochwasser vom Mai/Juni dieses Jahres betrugen die Leistungen brutto 180 Mio. Euro.

Betroffen war die VIG dabei vorwiegend in Tschechien und Österreich sowie in geringerem Ausmaß auch in Deutschland, Polen, der Slowakei, Rumänien und Ungarn. Der Großteil der Schäden entfiel auf Tschechien mit 100 Mio. Euro brutto. In Österreich waren es mehr als 50 Mio. Euro brutto. Gemeldet wurden in Österreich mehr als 8.000 Schäden, in Tschechien mehr als 9.000. Rund 50 Prozent der Netto-Schadenbelastung der gesamten VIG betreffen die tschechischen Konzerngesellschaften Kooperative und CPP.

Insgesamt sanken die Aufwendungen für Versicherungsfälle abzüglich der Rückversicherungsanteile trotz der Unwetterereignisse um 5,3 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro.

Im Lebensversicherungsgeschäft weist die Vienna Insurance Group in Österreich - zum Konzern gehören Wiener Städtische, s Versicherung und Donau Versicherung - für das erste Halbjahr Zuwächse aus. Die verrechneten Prämien stiegen in dieser Sparte um 4,7 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro. Gute Ergebnisse gibt es laut Konzern-Chef Peter Hagen auch bei Einmalerlägen. Bei der Zukunftsvorsorge, deren Reform seit Monatsbeginn in Kraft ist, seien im August einige hundert Polizzen verkauft worden.

Wiener-Städtische-Chef Robert Lasshofer sagte am Rande der Halbjahrespressekonferenz angesichts der Diskussion um Garantiezinsen in der Lebensversicherung, die Wiener Städtische habe kein Problem, diese Garantieversprechen einzulösen. Der Garantiezins sei eine Stärke der Lebensversicherung. Ein Produkt ohne Garantiezins werde man nicht anbieten. Die Garantieverzinsung in der Wiener Städtischen liegt im Durchschnitt bei 2,9 Prozent. Die Gesamtverzinsung in der klassischen Lebensversicherung beträgt aktuell im Schnitt 3,25 bis 3,5 Prozent.

Die verrechneten Prämien in der Lebensversicherung sanken im Konzern wegen der bewussten Rücknahme von Einmalerlagsprodukten in Polen um 10,3 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Bereinigt um den polnischen Effekt habe sich ein kräftiger Zuwachs von 5,4 Prozent ergeben, erklärte die Vienna Insurance Group am Donnerstag.

Der Gewinnanteil aus Osteuropa lag im ersten Halbjahr bei rund 70 Prozent. Das Vorsteuerergebnis wurde in der gesamten CEE-Region trotz des schwierigen rumänischen Marktes insgesamt um 3,6 Prozent gesteigert. Der CEE-Anteil an den Prämieneinnahmen betrug rund 50 Prozent.

Mehr Gewinn machte die VIG unter anderem in Polen (+46,6 Prozent auf 33,2 Mio. Euro), in Tschechien (+2 Prozent auf 90,2 Mio. Euro) und im Segment übrige Märkte (+81,2 Prozent auf 22,6 Mio. Euro). In der Türkei und in Bulgarien habe man den Turnaround geschafft, so Hagen.

In Rumänien hat sich der Verlust auf 17,9 Mio. Euro erhöht, nach einem Minus von 5,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Nach einem Impairmenttest wurden in Rumänien für das erste Halbjahr eine Firmenwertabschreibung in Nicht-Leben um 75 Mio. Euro auf 150 Mio. Euro und Vorsorgen von 15 Mio. Euro vorgenommen. Dieser Test beinhalte die Erwartungen über den Markt, es seien daher keine weiteren Impairments zu erwarten. Ein Rückzug aus dem Kfz-Geschäft sei schwierig. Der Konkurrenzdruck in der Sparte sei hoch, so die VIG.

Die Verwaltungskosten wurden in Rumänien in den letzten eineinhalb Jahren um mehr als 30 Prozent gesenkt. Die Mitarbeiterzahl halbierte sich seit 2008 auf rund 2.500 Beschäftigte. Bei einem Abgabenverfahren gebe es keinerlei Beschuldigungen gegen die VIG-Gesellschaften und man sei auch nicht Partei in dem Verfahren. Ein Prognose darüber, ab wann Gewinn geschrieben wird, gibt es aktuell nicht. Der Verkauf des bulgarischen Pensionsfonds Doverie wird von den Behörden geprüft.

In Österreich ging der Vorsteuergewinn wegen Vorsorgen für das Italien-Geschäft der Donau Versicherung (35 Mio. Euro) um 17,4 Prozent auf 112 Mio. Euro zurück. Das Kfz-Portfolio entspreche nicht dem Marktdurchschnitt, so Hagen. Zurückziehen wolle man sich aus der Sparte nicht. Es gebe regionale Tarifanpassungen.

Beschäftigt waren in der VIG im ersten Halbjahr 22.929 Mitarbeiter, um 1.157 weniger als im Gesamtjahr 2012.

Die Ratingagentur Standard & Poor's bestätigte auch nach neuer Rating-Methode die Bewertung "A+" mit stabilem Ausblick. Die VIG sei das bestgeratete Unternehmen im ATX. Zu möglichen Zukäufen sagte Hagen, man schaue sich regelmäßig Unternehmen an. Interesse habe man unter anderem in Polen, Ungarn und den baltischen Ländern.

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