Uniqa blickt nach Osteuropa

Uniqa blickt nach Osteuropa

"Wir wollen den Marktanteil in Osteuropa primär organisch ausbauen", sagte Uniqa-Vorstandschef Andreas Brandstetter der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. "Daneben geht es eher um kleinere Akquisitionen. Wir sind in den vergangenen zwei bis drei Jahren sehr vorsichtig geworden."

Dabei hat die Uniqa sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Kundenzahl soll bis 2020 auf 15 Millionen steigen - das wären doppelt so viele wie 2010. In den vergangenen beiden Jahren kamen immerhin jeweils 600.000 hinzu.

Mit den neuen, strengeren Eigenkapitalanforderungen der Branche in der EU ("Solvency II"), die frühestens 2016 in Kraft treten sollen, rechnet sich Uniqa mehr Chancen auf Übernahmen aus, wenn kleinere Anbieter die höheren Hürden scheuen sollten. "Man braucht Geduld. Im Zuge von Solvency II kommen sicher einige regionale Versicherer auf den Markt", sagte Brandstetter. Und einige westeuropäische Versicherer zögen sich tendenziell aus Osteuropa zurück. Bisher haben Uniqa, der Wiener Konkurrent Vienna Insurance (Wiener Städtische), die Allianz und die italienische Generali den Markt weitgehend aufgeteilt.

"Es gibt kein Land, wo wir aussteigen wollen"

Uniqa fürchte Rückschläge in Mittel- und Osteuropa nicht, wie sie Österreichs Banken erleben mussten. "Wir glauben die Risiken zu kennen. Es gibt kein Land, wo wir aussteigen wollen", betonte Brandstetter.

Der Wiener Versicherer will Solvency II auch als Argument nutzen, um neuen Investoren den zweiten Börsengang schmackhaft zu machen, der noch in diesem oder im nächsten Jahr erwartet wird. Bisher sind nur sieben Prozent der Aktien im Streubesitz, 45,3 Prozent liegen bei der Raiffeisen Zentralbank und 44,1 Prozent bei der Austria Privatstiftung. Sie sind bereit, sich über eine Kapitalerhöhung bis auf 51 Prozent verwässern zu lassen. "Das Geld dient der Stärkung unseres Eigenkapitals vor Solvency II", sagte Brandstetter. Andererseits: Würde Solvency II morgen eingeführt, "wären wir bereits fit dafür", betonte der Uniqa-Chef.

Wichtiger scheint dem vor gut zwei Jahren angetretenen Brandstetter der mit dem Börsengang verbundene Sinneswandel im Konzern zu sein. Bisher sei Uniqa kaum wie ein börsennotiertes Unternehmen gesteuert worden. Mit einem Umbauprogramm, das vor allem auf eine höhere Effizienz auf dem gesättigten Heimatmarkt abzielt, will er den Gewinn vor Steuern bis zum Jahr 2015 auf bis zu 550 Millionen Euro treiben. 2012 waren es 205 Millionen.

Nach dem Chefwechsel bei der Raiffeisen-Tochter RBI wird Brandstetter dort auch als möglicher Nachfolger des seit Juni amtierenden Karl Sevelda gehandelt. Der 63-jährige Sevelda gilt aus Altersgründen als Übergangskandidat. Brandstetter will davon aber nichts wissen. "Wir sind auf unserem Marathon erst bei Kilometer 10. Wenn mich die Eigentümer lassen, werde ich auch die nächsten Jahre noch auf meinem Platz sein", sagte er. "Über alles andere mache ich mir keine großen Gedanken."

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