Telekom-Prozess: Urteil verzögert sich

Telekom-Prozess: Urteil verzögert sich

Das Urteil im zweiten Telekom-Prozess wird sich verzögern. Grund ist die am Montag erfolgte Bestellung eines zweiten Gutachters, der für das Gericht den Wert jener Marketingkonzepte ermitteln soll, für die der FP-nahe Werber Gernot Rumpold 2004 600.000 Euro erhalten hat.

Die ersten Zeugenbefragungen im Verfahren haben indessen wenig zur Entlastung Rumpolds beigetragen. Aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hat Rumpolds Ex-Frau Erika Daniel, eine zentrale Zeugin im Verfahren.

Kern des Verfahrens sind vier Marketingkonzepte, für die die Telekom Austria Rumpolds Agentur mediaConnection 600.000 Euro bezahlte. Die Staatsanwaltschaft hält die Unterlagen für "vier wertlose Vorkonzepte" und sieht die Zahlungen als verdeckte Parteispenden an die FPÖ, für die Rumpold damals Wahlkämpfe organisierte. Rumpold bemühte sich dagegen gleich zum Auftakt des Prozesstages, den Wert seiner Arbeit zu verteidigen.

Sein Anwalt Markus Singer legte dazu eine Reihe von Rechnungen vor, die beweisen sollen, dass andere Firmen eines seiner auch der Telekom angebotenen Konzepte erfolgreich umgesetzt haben. Weil unter den Kunden auch Telekom-Konkurrent telering war, belehrte Richter Michael Tolstiuk Rumpold, dass ihn theoretisch auch der Vorwurf des Betruges treffen könnte. Rumpold verwies jedoch darauf, dass er das Konzept mit der Telekom erst nach Ablauf der entsprechenden Verträge mit telering österreichweit habe ausbauen wollen.

Das Problem dabei: Dem Gericht liegen lediglich nicht auf die Telekom Austria angepasste Präkonzepte für die Marketingkampagnen vor. In seiner Beschuldigtenbefragung in der ersten Prozesswoche hatte Rumpold zwar behauptet, es habe darüber hinaus noch "Endkonzepte" gegeben. Vorlegen konnte er sie aber nicht und ein mitangeklagter früherer Telekom-Manager bestritt deren Existenz. Und auch Rumpolds am Montag befragte Ex-Mitarbeiter konnten sich an derartige Konzepte für die Telekom Austria nicht erinnern.

Vielmehr bestätigten Rumpolds frühere Sekretärin Natascha R. und sein ehemaliger Büroleiter Thomas E., dass es sich bei den dem Gericht vorliegenden Unterlagen nur um Vorkonzepte handelt. In einem Fall sei für die Telekom nur "ein anderes Briefpapier" verwendet worden, so Thomas E. Bestätigt wurde vom Ex-Büroleiter aber die Darstellung Rumpolds, dass er die Vorkonzepte gemeinsam mit Rumpolds damaliger Frau Erika erstellt hatte.

Erika Daniel hätte am Montag ebenfalls befragt werden sollen, sie fällt aber aus gesundheitlichen Gründen für zumindest seschs Wochen aus, weshalb das Gericht auf ihre Einvernahme verzichten dürfte. Wie es im Prozess nun weiter geht, ist in der Schwebe. Fix ist nur, dass das Urteil nicht wie ursprünglich geplant diese Woche fallen wird, weil der nun bestellte Sachverständige Georg Jeitler am Donnerstag und Freitag im Ausland ist. Nähere Details sollen am Dienstag besprochen werden.

Bereits auf Montag vorgezogen wurde die Befragung von Ex-Telekom-Generaldirektor Heinz Sundt. Er bestätigte die Darstellung des mitangeklagten Ex-Vorstandes Rudolf Fischer, dass ein offener Auftrag der Telekom an den FP-Mann Rumpold bei den vorwiegend sozialdemokratisch orientierten Mitarbeitern nicht gut angekommen wäre. "Wenn man politisch orientierte Geschäfte machen will und auf die Geheimhaltung Wert legt, muss man in einer Organisation wie der Telekom sicher auch auf die politischen Befindlichkeiten der mit der Abwicklung Betrauten Rücksicht nehmen", sagte Sundt. Fischer hatte so gerechtfertigt, warum er den Auftrag an Rumpold intern geheim gehalten hatte.

Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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