Telekom-Prozess – Fischer tut's eh leid: "Wir waren Teil eines Systems"

Telekom-Prozess – Fischer tut's eh leid: "Wir waren Teil eines Systems"

Fischer hat als einziger der Angeklagten ein Teilgeständnis über Untreue abgelegt und 500.000 Euro, die an den Broker Wanovits aus Telekom-Geldern gezahlt wurden, an den Konzern aus eigenen Mitteln zurückgezahlt. "Wir waren Teil eines Systems, das System war augenscheinlich falsch", meinte Fischer.

Er habe immer geglaubt, im Interesse des Unternehmens zu handeln und nichts Unrechtes zu tun. "Es tut mir leid", so der langjährige frühere Vorstand. Er büße jetzt seine Fehler. "Das Ganze hat mein Leben zerstört". Er müsse die 500.000 Euro an Wanovits verantworten, die der Lobbyist Peter Hochegger aus einem von ihm, Fischer, unterzeichneten Telekom-Auftrag in bar generierte. Für den Rest des Geldes habe Hochegger aber Leistungen erbracht, betonte Fischer. Er hätte aber wohl auch eine Mio. Euro für Hochegger genehmigt, wenn dies für die 500.000 Euro notwendig gewesen wäre.

Fischer verteidigte generell die Lobbying-Aufträge als wichtig für das Unternehmen. Auch wenn die Telekom heute alle Lobbying-Aufträge an Hochegger ohne Dokumentation als "Scheinaufträge" sehe, so sei es beim Lobbying immer mehr um das Erreichen eines Ergebnisses als um die Dokumentation der Leistung gegangen. Lobbying sei wichtig gewesen, um Schadenseinflüsse von der Telekom abzuwehren, meinte Fischer.

Vieles von dem, was er im Prozess gehört habe, sei auch für ihn "neu" gewesen. So habe er nichts vom engen Verhältnis zwischen dem - nun als Kronzeugen auftretenden - Gernot Schieszler und Peter Hochegger gewusst. "Auch mir wurde vieles verschwiegen", sagte Fischer.

Bezüglich seiner mitangeklagten Vorstände blieb Fischer eher unbestimmt: "Es hat sich auch im Verfahren herausgesellt, der Herr Sundt war sicher nicht in alle Gespräche involviert". Der Vorstand habe aber das Gefühl gehabt, dass hier im Grunde genommen nichts Unrechtes geschehe, weil man einen "befreundeten Banker" habe, der auf eigenes Buch gehandelt habe. Auf die Frage von Staatsanwalt Hannes Wandl, warum er das damals dem Aufsichtsrat nicht gesagt habe, der nach der Ursache des Kurssprungs in letzter Minute fragte, meinte Fischer: "Ich hätte aus heutiger Sicht kein Problem damit, das zu tun".

Seine eigene Prämie aus dem Bonusprogramm, die er sich bar auszahlen ließ, hat Fischer nicht zurückgezahlt. Eine mögliche Rückzahlung der fast 200.000 Euro (netto) ließ er heute offen.

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