Telekom-Prozess: Ein "Angriff" auf die Aktie

Telekom-Prozess: Ein "Angriff" auf die Aktie

Der nun angeklagte Euro Invest-Chef Johann Wanovits habe ihn damit beauftragt. Mit dem Aktienkauf von über 800.000 Telekom Austria-Aktien gelang es Wanovits, den Kurs über 11,70 Euro zu heben. Damit wurde dann das Optionenprogramm für Manager schlagend, Wanovits erhielt in Folge fast eine Million Euro aus Telekom-Geld.

Er habe damals auch die Meinung gehabt, dass jemand einen "Angriff" gegen die Aktie durchführe. Ob der Angriff rechtswidrig gewesen sei, könne er nicht sagen, "ich bin kein Jurist", meinte der Börsenhändler. Die Verteidigung von Wanovits argumentiert, der Broker habe den Kurs mit seinem massiven Aktienkauf nur auf sein "natürliches Niveau" gehoben. Wanovits habe ihm damals gesagt, dass ein Kundengeschäft dahinter stehe, "was meines Wissens nach nicht der Fall war". Die Bank hatte es als Eigengeschäft auf eigenes Risiko abgewickelt.

Die Euro Invest sei eine kleine Bank gewesen mit knapp zehn Mitarbeitern, schilderte der Zeuge. Die Händler seien im "Haifischbecken" gesessen, beobachtet durch eine Glaswand von Wanovits. Von Beratungsleistungen durch die Euro Invest Bank wisse er nichts, er sei aber auch nicht für Beratungen, sondern für den Handel zuständig gewesen. Besprechungen für mögliche Beratungen von Russen, Rumänen und anderen Osteuropäern habe es aber viele gegeben. Die Durchführung einer Kapitalerhöhung für ein Unternehmen einer Größe wie die Telekom Austria hätte die Euro Invest nicht gekonnt, rückte er die Dimensionen eines möglichen "Gegengeschäfts" zurecht.

Der heute befragte Händler vertritt die Meinung, dass die Telekom-Aktien-Käufe und Verkäufe der Euro Invest Bank letztlich einen Gewinn von 200.000 bis 300.000 Euro einbrachte. Wanovits hingegen behauptet, die Transaktionen hätten der Bank einen Verlust gebracht.

Mit humorigen Aussagen ließ der Zeuge im Gerichtssaal aufhorchen: Eine andere Bank habe versucht, der Euro Invest Bank für einen Tag die Zinsen von zwei Monaten zu verrechnen. Dagegen habe er sich erfolgreich beschwert. Die andere Bank habe sich damals nach dem Motto verhalten, "wie man in Wien sagt, besser probiert und net 'gangen, als net probiert und es wär 'gangen", zeigte er keinen Groll. "Eine Bank ist eben eine Profiteinrichtung und keine soziale Institution.

Der Prozess geht am Mittwoch weiter. Als erster Zeuge wird ein Telekom-Mitarbeiter befragt. Spannend wird dann der Auftritt des Lobbyisten Peter Hochegger. Dieser ist auch Beschuldigter, weil gegen ihn auch wegen der nun angeklagten Vorwürfe ermittelt wird. Er könnte aber auch als Zeuge aussagen. Entschlägt sich Hochegger der Aussage, wäre sein Auftritt vor Gericht kurz.

Am Donnerstag werden ebenfalls Zeugen befragt. Am Freitag könnte - falls der bisherige Prozessfahrplan hält - der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Michael Tolstiuk schon ein Urteil fällen.

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