Telekom Austria: Zumindest die Dividende bleibt stabil...

Telekom Austria: Zumindest die Dividende bleibt stabil...

Die Telekom Austria hat im ersten Halbjahr unterm Strich ordentlich verdient, ein Einbruch beim operativen Geschäft von A1 konnte durch ein Sparprogramm von 75 Mio. Euro aufgefangen werden. Am Ausblick für Umsatz und Dividende hielt der börsenotierte teilstaatliche Konzern fest, zur möglichen Übernahme der Telekom durch den mexikanischen Großaktionär America Movil verwies Telekom-Boss Hannes Ametsreiter auf die Mexikaner.

Heuer will die Telekom 100 Mio. Euro einsparen, 75,5 Mio. Euro davon hat sie bereits hereingebracht. Mit dem Sparstift soll das ausufernde Minus im operativen Geschäft in Österreich (Ebitda minus 66 Mio. Euro) und in Bulgarien (Ebitda minus 28 Mio. Euro) eingegrenzt werden. Kritik übte Ametsreiter einmal mehr an der seiner Meinung nach zu strengen Regulierung, diese habe alleine in Österreich ein Minus beim Ebitda von 10 Mio. Euro ausgemacht.

Deutlich zurück gegangen ist der Umsatz je Kunde in Österreich - er gab im Mobilfunk um 15 Prozent auf 19 Euro im Monat nach. Merklich gestiegen ist er hingegen in Weißrussland - trotzdem gibt ein Kunde in der laut Menschenrechtsaktivisten letzten Diktatur Europas nur 4,30 Euro im Monat für Mobiltelefonie aus. Gleichzeitig stiegen konzernweit die Ausgaben für die Kundenwerbung und Kundenbindung von 42 auf 80 Mio. Euro.

Der Nettogewinn der Telekom Austria Group (Österreich plus die Auslandstöchter) legte um 33,5 Prozent auf 108 Mio. Euro zu, das Betriebsergebnis (Ebit) um 5,8 Prozent auf 223,3 Mio. Euro. Der Umsatz gab um 1,2 Prozent auf 2,092 Mrd. Euro nach, das operative Ergebnis (Ebitda) sank um 8,1 Prozent auf 667,2 Mio. Euro.

Der Personalstand reduzierte sich um 2,6 Prozent auf 16.352 Vollzeitkräfte, abgebaut wurde vor allem in Bulgarien. In Österreich arbeiten 9.300 Personen, um 75 weniger als noch vor einem Jahr. Miteingerechnet ist hier schon die Übernahme des Discounters "Yesss!". Die ehemalige Tochter der mittlerweile aus dem Markt verschwundenen Orange hat mit 23 Mio. Euro zum Halbjahresumsatz der Telekom beigetragen.

Sehr gut entwickelt hatte sich der Free Cash Flow je Aktie. Er legte im Halbjahr um 18 Prozent zu, im 2. Quartal gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres sogar um 31 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich im 2. Quartal um 6,4 Prozent auf 105,5 Mio. Euro, während der Umsatz um 1,9 Prozent auf 1,043 Mrd. Euro nachgab.

Der Ausblick bei den Anlagenzugängen wurde von ca. 700 auf 650 bis 700 Mio. Euro gesenkt. Die Dividende bleibt bei 5 Cent je Aktie.

Gerichtsverfahren und Gerüchte rund um Carlos Slim

Zu den laufenden Telekom-Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Kursmanipulationen und illegalen Parteispenden sowie möglicherweise fragwürdigen Immobiliendeals meinte Ametsreiter, die Telekom habe daraus Forderungen von rund 35 Mio. Euro. Wie viel am Ende des Tages davon wirklich zurück geholt werden, könne man jetzt noch nicht sagen, da die Urteile entweder überhaupt noch ausstehen oder nicht rechtskräftig sind.

Wenig konkretes gab es auch zu dem Gerücht, Großaktionär Carlos Slim könnte die Telekom übernehmen. Slim, einer der reichsten Männer der Welt, hält derzeit offiziell direkt und indirekt 22,67 Prozent an der Telekom, die Staatsholding ÖIAG 28,42 Prozent. Am 25. September läuft die 12-Monats-Frist im Übernahmegesetz aus, die es America Movil ermöglicht, ein Pflichtangebot an die anderen Aktionäre zu legen. Allerdings müsste laut Außenwirtschaftsgesetz das Wirtschaftsministerium zustimmen, wenn ein Investor aus einem Nicht-EU-Land mehr als 25 Prozent an einem zentralen Infrastrukturunternehmen des Landes erwerben will.

Zum Kurssprung der Telekom-Aktie Ende vergangener Woche nach Bekanntwerden der Übernahmegerüchte meinte Ametsreiter, er spiegle die "Wetten des Marktes" wider. Heute, Montagmittag, nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen, gab der Kurs gegenüber dem Freitag-Schlusskurs um 2,36 Prozent auf 5,59 Euro je Aktie nach.

Börse

Neues Börsegesetz bringt Erleichterungen für Unternehmen

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der Plan soll mit einer 375 Millionen Euro schweren Umtauschanleihe gelingen.
#immofinanz
 

Börse Wien

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor