Telekom Austria: Schlag auf Schlag zum Syndikat

Schlaf kennt ÖIAG-Boss Rudolf Kemler (Bild) derzeit kaum. Dieser Tage weilen Vertreter von America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim in Wien. Die beiden größten Aktionäre der Telekom Austria (TA) wollen gemeinsame Sache machen.

Telekom Austria: Schlag auf Schlag zum Syndikat

Es wird versucht, den heiklen Syndikatsvertrag in trockene Tücher zu bekommen. „An manchen Tagen ist Kemler im Moment 18 Stunden im Einsatz“, wird erzählt. Eine erste Prüfung, ob sich das Engagement ausgezahlt hat, gibt es für den Manager am Freitag, wenn der ÖIAG-Aufsichtsrat tagt. Dieser soll den wichtigsten Eckpunkten zustimmen.

Im Vorfeld zur Sitzung herrschte bei manchen Aufsichtsräten aber Unmut: Sie werden zu wenig über die Verhandlungen zu einem der wichtigsten heimischen Unternehmen informiert und wenn, dann nur mündlich, beklagen einige. Wenn von den Kontrolloren dennoch grünes Licht kommt, wird das Syndikat mit den Mexikanern in einen Vertrag gegossen und bald unterschrieben. Der ÖIAG ist wichtig, dass es für die TA eine Standortgarantie gibt. Mindestens zehn Jahre lang soll die Zentrale in Wien bleiben. Um das auch für die weiter entfernte Zukunft sicherzustellen, soll der Aufsichtsratschef österreichsicher Herkunft sein. America Movil ist auch an der niederländischen KPN beteiligt und könnte aus steuerlichen Gründen die Europazentrale dorthin verlegen wollen.

Noch nicht klar ist, welche Folgen der Syndikatsvertrag auf die TA-Vorstände hat: Ob Finanzvorstand Hans Tschuden das Unternehmen verlassen muss, soll kommende Woche geklärt werden.