Telekom Austria: Ametsreiter legt sich mit EU-Kommission an

Telekom Austria: Ametsreiter legt sich mit EU-Kommission an

"Die Auflagen sind in der Tat hart an der Grenze. Es ist absurd, eine Situation zu schaffen, bei der es günstiger ist, keine Infrastruktur zu besitzen", sagte er der "WirtschaftsWoche" laut einem Vorabbericht.

Brüssel schreibe Mobilfunkfirmen vor, dass sie Kapazitäten in ihren Netzen für Konkurrenten ohne eigenes Netz zu niedrigen Preisen reservieren müssten. In Österreich hatte die EU der Übernahme des kriselnden Mobilfunkers Orange durch Hutchison 2013 nur zugestimmt, wenn Hutchison für neue Anbieter weitreichende Zugangsmöglichkeiten schafft. Solche Auflagen könnten auch Telefonica O2 und E-Plus drohen, über deren Fusion EU-Wettbewerbkommissar Joaquin Almunia voraussichtlich im Juni entscheidet.

Weiter sagte Ametsreiter, "ich kann nicht verstehen, wieso die EU-Kommission den Markteintritt solcher Trittbrettfahrer fördert". Hutchison müsse als drittgrößter Anbieter sein Netz in den kommenden zwölf Jahren für bis zu 16 virtuelle Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz öffnen - zu Konditionen, die unter den Betriebskosten lägen. "Ich halte das für eine falsche Entscheidung", sagte der Chef der Telekom Austria. Mit solchen Auflagen würden Investitionen in die Infrastruktur nicht gefördert.

Almunia hatte vor einem Monat betont, ihm mache die zunehmende Marktmacht großer Telekomfirmen Sorge. Damit hatte er auch auf einen Brief der Konzerne an EU-Telekommunikations-Kommissarin Neelie Kroes reagiert, in dem die Firmen auf eine Aufweichung der Fusionsregeln und der Bedingungen zur Öffnung der Netze dringen. Auch Ametsreiter hatte den Brief unterschrieben.

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