Stefan Pierer übernimmt allein das Ruder bei KTM

Stefan Pierer übernimmt allein das Ruder bei KTM

Stefan Pierer hat nach dem Rückzug seines Partners bei KTM das Sagen. Jetzt soll eine neue Serie günstiger Leichtmotorräder den nächsten großen Wachstumssprung bringen. Nur Anleger haben das Nachsehen.

Stefan Pierer hat das Steuer von KTM fester in der Hand denn je. Der Boss des Motorradherstellers übernimmt die Hälfte der Anteile seines Partners Rudolf Knünz und hat nun, wie es im unmissverständlichen Börsendeutsch heißt, "die beherrschende Kontrolle“ im Unternehmen. Knünz soll künftig statt des bisherigen 50-Prozent-Anteils an der Cross Industries - die zu 50,1 Prozent an KTM beteiligt ist - nur noch 25 Prozent halten. 47,2 Prozent gehören nach der Aufstockung der Anteile im Mai Bajaj, dem größten Zweiradbauer Indiens.

Gerüchte, wonach Knünz wegen Differenzen Anteile abstößt, lässt Pierer nicht gelten: "Wir haben die Firma in den letzten zwanzig Jahren aufgebaut. Jetzt zieht er sich, wie lange angekündigt, mit über 60 Jahren teilweise zurück.“

Verkaufsmagnet Leichtbike

Pierer hat nun jedenfalls, mit einer klaren Mehrheit an Cross Industries, freie Bahn für seine Strategie - und die lautet: Vollgas. "In den USA und Europa werden derzeit Marktanteile nur durch Verdrängung gewonnen“, weiß Pierer. Der Spezialist für Edelmotocrossmaschinen will deshalb Konkurrenten erstmals mit preisgünstigen Einstiegsmodellen Kunden abluchsen. Hersteller wie Suzuki und Yamaha, die hauptsächlich Mittelklassemodelle anbieten, sind die Verlierer. Bisher ist die Strategie voll aufgegangen. In Europa stieg der Marktanteil von KTM im ersten Halbjahr um 41 Prozent erstmals auf sieben Prozent.

Das neue Wunderding, das diesen Ansturm auf KTM verursacht, nennt sich Duke 125 und zählt mit 3.900 Euro zu den günstigsten Modellen seiner Klasse. "Damit haben wir erstmals ein Modell im Programm, das weltweit verkauft wird“, sagt Pierer. Heuer sollen 25.000 Stück von dem 15-PS-Vehikel verkauft werden. Eine neue Generation von Leicht-Enduros steht in den Startlöchern. In fünf Jahren wollen die Mattighofener von dieser Serie pro Jahr 100.000 Stück absetzen. Zum Vergleich: Im Vorjahr brachte KTM 81.200 Stück auf die Straße. Die Bikes dürften speziell in Europa auf Jugendliche eine magische Anziehungskraft ausüben.

Motorradfahren ab 16

Eine EU-weite Führerscheinnovelle sieht vor, dass 2013 erstmals 16-Jährige Motorräder bis 125 Kubikzentimeter lenken dürfen. Ein noch größerer Markt eröffnet sich den Oberösterreichern durch den indischen Partner Bajaj in den Schwellenländern. Die Inder bauen unter Anleitung von KTM Leichtmotorräder und vertreiben sie auch.

Nur die Anleger haben keine ernsthafte Chance mehr, am Erfolg zu partizipieren. Der Streubesitz liegt, nachdem die Inder ihre Anteile aufgestockt haben, nur noch bei 1,7 Prozent. Zudem wurde die Aktie vom geregelten Freiverkehr in den liquiditätsschwachen Dritten Markt verbannt. Von der Börse nehmen will Pierer den Titel aber nicht.

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