Schlechte Zahlen für die EVN

Schlechte Zahlen für die EVN

Der börsenotierte niederösterreichische Versorger EVN will auch angesichts des für das Gesamtjahr 2012/13 erwarteten 40-prozentigen Gewinneinbruchs die Dividende stabil halten, erklärte Vorstandssprecher Peter Layr heute, Dienstag, bei der Halbjahrespressekonferenz. Er rechnet auch weiterhin mit einem relativ stabilen operativen Ergebnis. Die Kunden könnten über den nächsten Winter mit stabilen Energiepreisen rechnen.

Die Halbjahreszahlen zeigten ein "durchwachsenes" Ergebnis. Das Konzernergebnis brach um 38,2 Prozent auf 131,5 Millionen Euro ein. Grund dafür war ein Rückgang des Finanzergebnisses um 82,6 Millionen Euro auf minus 17,2 Millionen Euro - vor allem wegen des negativen Ergebnisbeitrags der Beteiligungen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 2,7 Prozent auf 330,2 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 1,9 Prozent auf 212,1 Millionen Euro.

Die EVN werde ihren Weg fortsetzen, zu konsolidieren und sich auf die Heim- und Kernmärkte zu konzentrieren. Weiter ausbauen will man den Erneuerbaren-Anteil. Die EVN habe ihre Beteiligungen durchforstet und zum Teil auch verkauft, wie etwa die "first facility".

Mehrere Faktoren lasten auf dem Finanzergebnis

Die Verschlechterung des Finanzergebnisses sei auf verschiedene Effekte zurückzuführen, so EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz. Der im ersten Quartal verbuchte negative Ergebnisbeitrag der EconGas von 20,4 Millionen Euro habe zu einer Differenz im ausgewiesenen Ergebnis von 32,2 Millionen Euro geführt. Die EconGas sei derzeit keine Erfolgsgeschichte, so Layr. Es habe aber kein Eigentümer den Drang, die Gesellschaft zu verlassen. Laut Szyszkowitz ist man in umfangreichen Restrukturierungsgesprächen mit der OMV.

Der Verkauf des EVN-Anteils an der albanischen Devoll Hydropower ShA brachte einen negativen Einmal-Effekt von 27,5 Millionen Euro. Die WEEV Beteiligungs GmbH brachte einen negativen Ergebnisbeitrag von 22,5 Millionen Euro Grund ist eine Wertminderung der von der WEEV gehaltenen Verbund-Aktien wegen des signifikanten und länger anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses unter die Anschaffungskosten.

Der Umsatz der EVN sank im ersten Halbjahr um 2,3 Prozent auf 1,652 Milliarden Euro. Der Stromverkauf an Endkunden verringerte sich um 5,4 Prozent auf 11.176 GWh. Der Gasverkauf lag stabil bei 5.176 GWh. Der Wärmeverkauf stieg leicht um 0,7 Prozent auf 1.437 GWh.

Die Stromerzeugung wuchs um 8,6 Prozent auf 2.032 Gigawattstunden (GWh). Um ein Viertel gestiegen ist die Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Dazu beigetragen haben Kleinwasserkraftwerke in Mazedonien, das Wasserkraftwerk Ashta in Albanien und besseres Wasserdargebot sowie ein höherer Strombezug aus den Innkraftwerken.

Fokus auf Windkraft

Deutlich ausbauen will die EVN die Windkraft. Die derzeit rund 200 MW sollen bis Ende 2016/Anfang 2017 auf rund 400 MW verdoppelt werden. Die Raumordnungsoffensive des Landes Niederösterreich mit der Zonierung für die Genehmigung von Windkraftanlagen wird von der EVN als sinnvoll erachtet. Wichtig sei das richtige Augenmaß, so Layr. Es sei kein Stillstand des Erneuerbaren-Ausbaus zu erwarten. Die EVN konzentriere sich auf Projekte, die bereits Widmungen haben. Bei der Gastransportleitung Westschiene wurde der erste Bauabschnitt mit einer Länge von 59 Kilometern in Betrieb genommen, die Fertigstellung der 143 Kilometer langen Leitung ist für das Geschäftsjahr 2013/14 geplant.

In Bulgarien hat die EVN im März die Einleitung eines internationalen Investitionsschutzverfahrens eingeleitet. In Kroatien würden nun erste - wenige - Kunden an die Gasversorgung angeschlossen, die Investitionen nun der Nachfrage angepasst.

In Moskau habe man bei der Verlängerung von Umweltprojekten derzeit einen schwierigen Stand, die EVN sei in der Warteschleife, so Layr. Nach wie vor noch nicht erteilt ist etwa die Baugenehmigung für die zweite Müllverbrennungsanlage. Gehofft wird nun, dass man in den nächsten Monaten Bewegung sehe. Abgesichert sei man etwa über die deutsche Hermes.

Im Umweltbereich hat die EVN einen Auftrag für drei weitere Kläranlagen in Rumänien erhalten. Europas größte Kläranlage in Warschau ging im März 2013 in Betrieb.

Beim Kohlekraftwerk Duisburg-Walsum leitet der Generalunternehmer Hitachi nach erfolgreichen Tests und der Inbetriebnahme des Dampferzeugers nun eine Prüfung der Turbine in Japan ein, da dort bei zwei baugleichen Turbinen Schäden aufgetreten seien, so die EVN. Die Übernahme des Kraftwerks werde man sehr sorgfältig testen, so Layr. Eine Entscheidung sei für Herbst oder Jahresende zu erwarten.

Beschäftigt waren in der EVN im ersten Halbjahr 2012/13 durchschnittlich 7.495 Mitarbeiter, um 4,1 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2011/12. Rückläufig war die Beschäftigtenzahl vor allem in Mazedonien und in wegen des Verkaufs der "first facility" in Österreich.

Die EVN-Aktien lagen am Dienstag an der Wiener Börse um 13.40 Uhr mit 9,91 Euro um 0,29 Prozent unter Vortagesschluss - und damit schwächer als Verbund (+0,71 Prozent) bzw. der Gesamtmarkt (ATX +0,69 Prozent).

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