Schienenkartell: Ex-Manager der Voestalpine packt aus

Schienenkartell: Ex-Manager der Voestalpine packt aus

Ehemaliger Verkaufsleiter des österreichischen Stahlkonzerns belastet die Führungsspitze bezüglich illegaler Preisabsprachen.

Rund um das deutsche Schienenkartell hat nun ein ehemaliger Manager des oberösterreichischen Stahlkonzerns Voestalpine bei der Staatsanwaltschaft ausgepackt und die Führungsspitze belastet, berichtete am Montag die "Financial Times Deutschland" (FTD). Die Aussagen eines mittlerweile ausgeschiedenen Voest-Verkaufsleiters legen dem Bericht zufolge nahe, dass der Vorstand der Konzerndivision Voestalpine Bahnsysteme über die illegalen Preisabsprachen nicht nur im Bilde gewesen sei, sondern diese auch ausdrücklich gebilligt habe. Die Voest wollte zu den Vorwürfen gegenüber der Zeitung wegen des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme abgeben.

Das deutsche Bundeskartellamt hatte im Juli Kartellstrafen gegen Töchter der Voestalpine sowie des deutschen Stahlriesen ThyssenKrupp verhängt. Die Unternehmen hatten über Jahre Preise und Mengen von Schienenlieferungen an die Deutsche Bahn abgesprochen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Bochum - in enger Zusammenarbeit mit den Wettbewerbshütern - wegen Verdachts auf betrügerische Preisabsprachen. Auf diesen sogenannten Submissionsbetrug stehen bis zu fünf Jahre Haft. Das droht dem Zeitungsbericht zufolge auch Vorständen, wenn direkte oder mittelbare Beteiligung nachgewiesen werden kann oder sie zum Betrug angestiftet haben.

Anweisungen der Vorstände

Nach Aussage des vernommenen Mitarbeiters bei den Bochumer Ermittlern sollen Mitglieder des Voestalpine-Bahnsysteme-Vorstands bis 2001 aktiv an Absprachen beteiligt gewesen sein. Auch Jahre später sei die Spitze der Konzerndivision über die gesetzeswidrige Praxis informiert gewesen. Bei einem Aufsichtsratstreffen der deutschen Tochter Voestalpine Klöckner Bahntechnik im Jahr 2007 sei in Anwesenheit von Voestalpine-Bahnsysteme-Vorständen offen über das Kartellvergehen gesprochen worden.

Außerdem hätten Vorstände klare Anweisungen erteilt, um keine Spuren zu hinterlassen. So sei etwa die Absendererkennung von Faxen der Kartellbeteiligten entfernt worden, und der Vorstand sei nur mündlich über Absprachen informiert worden.

Laut "FTD" lässt der Konzern Führungskräfte, die im Zuge der Kartellermittlungen den Hut nehmen mussten, finanziell nicht hängen. So beziehe der langjährige Vorstandsdirektor der Division Bahnsysteme, Klaus Meusel, über eine konzerninterne Personalleasinggesellschaft weiterhin ein "gut dotiertes" Honorar - damit er im Kartellverfahren als "wichtige Auskunftsperson" uneingeschränkt zur Verfügung stehe, so ein Voest-Sprecher zur Zeitung. In der Konzernzentrale war am Montag zu Mittag für die APA vorerst niemand erreichbar.

Die Voestalpine ist erst vor zwei Wochen wegen Bordellbesuchen seiner Mitarbeiter in die Schlagzeilen geraten.

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