S&P: Daumen runter für EVN

Die Bonitätsexperten stutzen das Rating des Energiekonzerns um eine Stufe, womit EVN aus der Liga der Top-Bonitäten rutscht.

S&P: Daumen runter für EVN

Die Agentur Standard & Poor's hat das Rating des österreichischen Energiekonzerns EVN auf "BBB+" von "A-" zurückgeschraubt. Damit ist das Unternehmen nach wie vor stabil im Investment Grade-Bereich angesiedelt, verliert aber die A-Note. Die Finanzkraft des mit dem deutschen Versorger EnBW verbundenen Unternehmens habe sich nicht so entwickelt wie erwartet, begründete S&P am Donnerstag die Entscheidung. Wegen der dauerhaft hohen Investitionen sei die Verschuldung von EVN höher als die österreichischer Mitbewerber, hieß es in der Mitteilung. Der Ausblick für das Rating sei stabil.

Zwar sei EVN als wichtiger Stromversorger in Niederösterreich gut vertreten. Diese Stärke werde jedoch durch das Engagement in den volatileren Märkten Südosteuropas und die Abhängigkeit vom schwankenden Großhandel zunichte gemacht. "Unserer Ansicht nach bleiben die Aktivitäten in Südosteuropa eine Bremse für die Renditen von EVN - trotz fortdauernder Sanierungsbemühungen", erklärten die Analysten.

EVN besitzt unter anderem jeweils 67 Prozent an zwei bulgarischen Stromversorgern und beliefert damit rund ein Drittel des dortigen Strommarkts. Zudem ist das Unternehmen in Mazedonien engagiert. Der deutsche Versorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hält rund ein Drittel der EVN-Aktien, will sich aber von dem Paket trennen.