Russisches Strabag-Joint Venture droht zu scheitern

Russisches Strabag-Joint Venture droht zu scheitern

Strabag habe "von den Zahlen und der Lage der beiden Unternehmen", die der russische Strabag-Großaktionär Oleg Deripaska in eine gemeinsame Russian Construction Holding einbringen will, bislang "keine Vorstellung", sagte Hans Peter Haselsteiner der "WirtschaftsWoche". Der trend berichtete bereits vergangene Woche darüber.

Bei einer seiner Firmen - Transstroy - haben wir bereits mit der Prüfung begonnen. Die Russen haben aber selbst nicht genau gewusst, was sie da alles besitzen und wie es organisiert ist", bemängelte der Strabag-Chef. Vollkommen begraben hat er den Plan noch nicht. In zwei Monaten lege Transstroy die neuen Bilanzen vor. "Verläuft die Prüfung erfolgreich, könnten wir das Joint Venture 2014 gründen."

Die einstige Euphorie, mit Hilfe des russischen Marktes zum größten Baukonzern Europas aufzusteigen, ist verflogen. "Wir sind zu lange davon ausgegangen, dass der Bedarf an Baumaßnahmen etwa im Wohnungsbau und der Infrastruktur uns einen riesigen Markt bescheren würde", gestand Haselsteiner ein. Im vergangenen Jahr steuerte Russland inklusive der Nachbarstaaten nur vier Prozent zur Konzernleistung bei. Bei den Entscheidungsträgern habe sich die Haltung durchgesetzt, dass Russland kein westliches Know-how benötigt, bemängelte der Strabag-Chef. "Derzeit haben wir keinen einzigen Auftrag der öffentlichen Hand."

Deutschland muss bauen

Zuversichtlich ist die Strabag für den deutschen Markt, der im vergangenen Jahr 41 Prozent zur Konzernleistung beitrug. Neue Wohnungen würden gebaut, Straßen und Infrastruktur müssten modernisiert, die Energiewende umgesetzt werden, sagte der künftige Strabag-Chef Thomas Birtel. "Egal was politisch entschieden wird, es muss gebaut werden. Insofern ist mir für den eigentlich reifen deutschen Markt trotzdem nicht bange", sagte der Manager, der nach der Hauptversammlung am Freitag das Zepter von Haselsteiner übernimmt.

In dem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ bezieht Haselsteiner auch Stellung zu seinem Privatinvestment bei der Signa Prime AG des Tirolers Rene Benko. Auf die Frage, ob er mit seinem Einstieg – aktuell hält Haselsteiner fünf Prozent – auf eine Fusion von Karstadt und Kaufhof spekuliere, antwortet der Strabag-Boss: „Ich bin bei Signa ein reiner Finanzinvestor und habe mich mit dieser Frage nicht beschäftigt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es nicht das Gescheiteste ist, wenn in einem schrumpfenden Markt in einer Stadt zwei Kaufhäuser 100 Meter entfernt voneinander stehen.“

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