RHI: Ziele 2020 bleiben aufrecht

Ob diese bereits 2019 oder erst 2022 erreicht würden, könne man jetzt noch nicht sagen. Jedenfalls soll sich der Umsatz in den kommenden Jahren von aktuell 1,8 auf 3 Mrd. Euro fast verdoppeln. Die EBIT-Marge von derzeit rund um 9 Prozent sieht der RHI-Chef "langfristig bei 12 Prozent". Ermöglichen soll dies unter anderem das erwartete kräftige Wachstum in den Schwellenländern.

RHI: Ziele 2020 bleiben aufrecht

Der deutliche Zuwachs bei den Verkaufserlösen "erfordert natürlich ein jährliches Wachstum von rund 6 Prozent". Das wird heuer nicht erreicht - der RHI-Umsatz dürfte 2013 bei rund 1,8 Mrd. Euro stagnieren. Über die Jahre soll aber jeweils ein Plus von etwa 2 Prozent aus gesteigerter Umsatzmenge sowie von höheren Preisen (Inflation) und kleineren Akquisitionen kommen.

Heuer im April hat die RHI beispielsweise um rund 50 Mio. Euro die indische Gesellschaft ORL zu 69,6 Prozent übernommen. Die Akquisition lieferte heuer im zweiten Quartal in nur zwei Monaten einen Beitrag von 8,8 Mio. Euro zum Gesamtumsatz und von 1,6 Mio. Euro zum operativen Gewinn (EBIT). Bis 2020 soll der ORL-Umsatz doppelt so hoch sein.

Der Anteil der Umsätze in den Emerging Markets wie etwa Indien oder China soll bis etwa 2020 von aktuell 58 Prozent auf 70 Prozent zulegen, 2012 betrug er noch 56 Prozent.

Zusätzliche Umsätze erwartet sich die RHI auch von der Stärkung im Bereich "Flow Control" - das Unternehmen liefert Schieberplatten an die Stahlindustrie, etwa die voestalpine, mit denen der Stahlfluss in die Stahlgusspfannen geregelt wird. Das ist für Stranggussverfahren wichtig. Die Verkaufserlöse sollen hier in den kommenden Jahren von 250 (2012) auf 400 Mio. Euro steigen - 2013 werden sie den Angaben zufolge bei 300 Mio. Euro liegen.

Das bis 2020 angestrebte EBIT-Ziel sei vor allem dann ehrgeizig, "wenn die Situation sieben Jahre so bleibt, wie sie heuer ist". "Dann werden wir das nicht erreichen."

Bei der geplanten Verbesserung der EBIT-Marge soll beispielsweise ein zusätzlicher Prozentpunkt von dem hohen Selbstversorgungsgrad mit Magnesia-Rohstoffen, der mittlerweile 80 Prozent erreicht, kommen. Diesen hohen Grad an "Rückwärtsintegration" will die RHI auch bei einem Umsatzniveau von 3 Mrd. Euro halten.

Einen weiteren Prozentpunkt für das EBIT erhofft sich Struzl aus der "optimierten Werksstruktur" - heuer wird beispielsweise das deutsche Werk in Duisburg mit rund 120 Mitarbeitern bis Jahresende geschlossen. "Wir wollen eine bessere Auslastung bei den anderen Werken erzielen", betonte Struzl. Derzeit nutzt die RHI - vor allem konjunkturbedingt - nur 70 Prozent ihrer Kapazität.

Vorerst keine weiteren Werksschließungen in Europa

Für die europäischen und somit auch österreichischen Standorte gibt der Feuerfestprodukte-Hersteller RHI betreffend weiterer Schließungen vorerst Entwarnung: "Aus heutiger Sicht werden wir in Europa in den nächsten paar Jahren kein größeres Werk mehr zusperren, wir können das aber nicht für die ganz Welt ausschließen", sagte der Konzernchef Franz Struzl vor Journalisten in Leoben. Der Betrieb am deutschen Standort in Duisburg, an dem rund 120 Mitarbeiter beschäftigt sind, wird per Jahresende stillgelegt.

"Danach wird in Österreich und Deutschland in den nächsten paar Jahren kein Werk geschlossen", betonte der CEO. Neben Duisburg habe die RHI in Europa zwei weitere große Stahlstandorte - Veitsch in der Steiermark und Aken im Osten Deutschlands.

"Von den drei großen Standorten schließen wir einen, die beiden anderen sind aus heutiger Sicht überhaupt nicht gefährdet, aber wir haben weltweit Standorte, die eine weitaus geringere Größe haben", so der RHI-Chef.

In Europa sieht Struzl eigenen Angaben zufolge "eine längerfristige Stagnation". Die hohen Stahlproduktionsmengen aus den Jahren 2007 und 2008 würden in den nächsten Jahren nicht wieder erreicht, erklärte er die Schließung in Duisburg. "Summa summarum glauben wir, dass die Feuerfest-Nachfrage vom Wachstum in den Emerging Markets getrieben wird."

Die RHI beschäftigte 2012 weltweit im Schnitt 8.097 Mitarbeiter und hat aktuell 34 Werke. In Österreich ist das Unternehmen an fünf Produktionsstandorten aktiv - in Radenthein (Kärnten), Hochfilzen (Tirol) sowie Veitsch, Breitenau und Trieben (alle Steiermark). Der Firmensitz befindet sich in Wien, das Forschungszentrum in Leoben.