RHI will Europa-Standorte schließen

Langfristig werde der Schwerpunkt der Produktion nicht in Europa liegen und deshalb stelle man bereits Standortüberlegungen an, sagte der Firmenchef auf der Gewinn-Messe in Wien.

RHI will Europa-Standorte schließen

Die Zukunft für die Magnesit-Produktion sieht Struzl in der Produktion von meerwasserbasiertem Magnesia, mit der in Norwegen und Irland begonnen worden ist. Mit Jahresende werde sich die RHI zu 80 Prozent mit Magnesit selbst versorgen können, Ziel seien 100 Prozent.

In Brasilien, wo quasi über Nacht die Importzölle für Feuerfestprodukte und Rohstoffen eingeführt worden seien, versuche man Alternativen zu finden, so Struzl. Das eigene Projekt sei gestoppt worden. "Wir sind auf der Suche nach magnesitischen Rohstoffen in Brasilien selbst", so Struzl. Geplant sei es gewesen, diese aus Norwegen und Irland und der Türkei zu importieren. "Bei 35 Prozent Zöllen brauch' ich nicht mehr zu produzieren". Mit großer Wahrscheinlichkeit stehe der brasilianische Konkurrent hinter den Strafzöllen. RHI habe kein Geld verloren und werde versuchen, vielleicht mit einem brasilianischen Partner das Projekt fortzusetzen.

Russland als Zukunftsprojekt

RHI wolle langfristig auch nach Russland gehen. Dort gebe es ähnlich hohe Importzölle wie in Brasilien. Derzeit sei man dabei, russische Rohstoffe zu erwerben. Produktionsstandorte sollen in der Nähe der russischen Stahlindustrie errichtet werden. Interessant sei auch der ukrainische Markt mit seiner hohen Stahlproduktion. Er glaube aber nicht, dass die RHI dort auf Dauer produzieren werde. In Indien habe die RHI Interesse, weiter fertige Firmen zu akquirieren. "Wir sind in Prüfung, auch in den USA", so Struzl. In den USA sei man aber sehr vorsichtig, dort gebe die Stahlkonjunktur etwas nach. Langfristig wolle man fix in den USA produzieren.

Weitere Rohstoffminen will Struzl in Serbien, der Türkei und in anderen Ländern erwerben. Ziel sei die Unabhängigkeit von Rohstoffen, die bei Dolomit schon erreicht worden sei. Die Türkei werde diesbezüglich sehr wichtig werden.

Heuer werde man Umsatz und Ergebnis steigern können, auch für 2013 sei er nicht pessimistisch. Etwas abgeflacht sei der Auftragseingang von Stahlwerken. Er könne aber nirgends eine Krise erkennen. Bei den Industrials gingen die Auftragseingänge dagegen teilweise steil nach oben.

Sehr besorgt zeigte sich Struzl über die dünnen Handelsumsätze der RHI-Aktie an der Wiener Börse.