RBI muss Gewinnerosion hinnehmen

RBI muss Gewinnerosion hinnehmen

Der RBI-Gewinn schrumpfte um ein Viertel auf 120 Millionen Euro und lag damit unter den Erwartungen von Analysten.

Die Osteuropabank, die in mehr als 15 Ländern der Region tätig ist, hatte die polnische Privatkundenbank Polbank 2012 von der griechischen EFG Eurobank gekauft und will sie bis Mitte 2014 mit ihrer Polen-Tochter verschmelzen.

In den vergangenen Monaten schlug sich der Zukauf vor allem in höheren Verwaltungskosten nieder: Sie stiegen allein im zweiten Quartal um knapp neun Prozent auf 829 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Zudem lasteten Einmalkosten von 20 Millionen Euro für die vorgezogene Buchung der ungarischen Bankenabgabe für das zweite Halbjahr auf der Bilanz. Die Vorsorgen für faule Kredite, die die Bank in den vergangenen Quartalen noch stark belastet hatten, konnte Raiffeisen stabil bei rund 250 Millionen Euro halten.

Für die kommenden Monate zeigte sich Bankchef Karl Sevelda zuversichtlich. "Vor allem die positiven Signale wie die verbesserte Nettozinsspanne und die gestiegenen Betriebserträge in Kombination mit Zeichen einer konjunkturellen Aufhellung stimmen uns für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich", sagte er. Der Zinsüberschuss - das Kerngeschäft der Bank - stieg im zweiten Quartal um knapp ein Zehntel auf 972 Millionen Euro. Die RBI ist nach der UniCredit -Tochter Bank der zweitgrößte Kreditgeber in Osteuropa. Sevelda hatte den Chefposten erst im Juni nach dem Abgang seines langjährigen Vorgängers Herbert Stepic übernommen.

Für das laufende Jahr geht die Bank nun von einer leicht steigenden Nettozinsspanne aus - zuvor hatte Raiffeisen eine stabile bis leicht steigende Spanne in Aussicht gestellt. Die Vorsorgen für faule Kredite würden voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau von rund einer Milliarde Euro stagnieren, bekräftigte das Institut. "In Anbetracht der Wirtschaftsaussichten bleibt die Lage in einigen unserer Märkte angespannt", hieß es in der Mitteilung.

Wann und wie die Bank ihre Eigenkapitaldecke aufpolstert, ließ sie offen. Abhängig von der weiteren Entwicklung der Märkte sei auch eine Kapitalerhöhung eine mögliche Option, wiederholte Raiffeisen den Standardsatz. Mit dem Geld will das Institut unter anderem die Rückzahlung der in der Krise erhaltenen Hilfen von insgesamt 2,5 Milliarden Euro bewerkstelligen. Dafür hat Raiffeisen jedoch bis 2017 Zeit. Zuletzt hatte Sevelda neben einer Kapitalerhöhung auch über eine Beteiligung eines Fonds etwa aus dem Nahen Osten gesprochen. Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) schrumpfte bis Ende Juni auf 10,4 nach 10,7 Prozent Ende vergangenen Jahres.

Sevelda kündigt Kostensparprogramm an

Zudem will die RBI ein scharfes Kostensenkungsprogramm umsetzen, das über drei Jahre laufen soll. Im Aufsichtsrat am 18. September werden die Ergebnisse einer dazu eingesetzten Arbeitsgruppe beraten. Ende September, Anfang Oktober soll es vorgestellt werden. Der Vorstand will einen "signifikanten" Betrag einsparen. Wieviele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen werden, wurde am Donnerstag bei der Halbjahrespressekonferenz aber noch nicht beziffert.

Bankchef Karl Sevelda sprach am Donnerstag bei der Halbjahrespressekonferenz von zwangsläufig "schmerzlichen Einschnitten." Auch Kündigungen werde es in der Gesamtgruppe geben. In Österreich versuche man wie immer mit natürlichen Abgängen das Auslangen zu finden, wurde hinzugefügt. "Alle Banken müssen sparen, das ist keine Frage", so Sevelda. Die RBI habe aber auch in Relation zu vergleichbaren Mitbewerbern noch "Spielraum" für Verbesserungen.

Der RBI-Konzern hatte zum Stichtag Ende Juni 58.831 Beschäftigte, Ende des Jahres 2012 waren es 60.084. In Österreich sind rund 1.800 Leute in der RBI beschäftigt.

Als Vorgabe für das Sparpaket nannte Sevelda in seiner ersten Quartalspräsentation nach seinem Amtsantritt heute Effizienzsteigerungen, strukturelle Verbesserungen und Anpassungen der Kapazitäten. Die Einsparungen würden aber nicht querbeet erfolgen, sagte er. Vornehmlich in der Abwicklung (Back-Office) müssten jedoch überall die Kosten durchkämmt werden. Finanzvorstand Martin Grüll erklärte, dass zumindest der inflationsbedingte Auftrieb von Kosten und Aufwendungen weg müsse, der pro Jahr 100 bis 150 Mio. Euro ausmache. Dazu seien aber noch weitere Senkungen nötig.

Verlagerungen von Geschäftsbereichen nach Osteuropa stünden aktuell nicht an, seien aber nicht ausgeschlossen, hieß es heute weiter. So sei die Kreditkartenabwicklung zum Teil schon heute in Bratislava angesiedelt. Einen Rückzug aus Ungarn erwägt Raiffeisen trotz der dort nach wie vor hohen Verluste aus derzeitiger Sicht nicht.

In mehreren Tochterbanken im Osten und Südosten hat es in den vergangenen Jahren schon drastische Personalkürzungen gegeben. In Ungarn wurde die Mitarbeiterzahl seit 2008 (von damals 4.000) auf jetzt 2.770 abgebaut. In Rumänien sank die Beschäftigtenzahl in der Zeit von 7.000 auf 5.250. In der Ukraine wurden seit 2008 rund 22 Prozent der Stellen gestrichen, in Bosnien und Herzegowina 15 Prozent, in Bulgarien 17 Prozent, in Kroatien 12 Prozent und in Serbien 21 Prozent. In Tschechien wird im September über das Volumen von Personalkostenkürzungen entschieden.

In Österreich in der RBI-Zentrale gab es nach der Fusion von RBI und RZB in den letzten Jahren Umstrukturierungen. Wieviele Stellen jetzt im Inland zusätzlich eingespart werden, blieb heute auch auf Nachfragen offen. Aktuell in Umsetzung ist die Umsiedlung von 600 Head-Office-Jobs an einen günstigeren Standort in Wien (Heiligenstadt). Dafür wandern andere über die Stadt verteilte Abteilungen in die Zentrale am Stadtpark.

Sevelda beklagte heute die hohe Steuerbelastung, die der Bank auferlegt sei. Die Kostenkomponente sei aber unabhängig von der Steuerbelastung zu sehen, ergänzte er. Aktuell würde fast die Hälfte des bereinigten Vorsteuergewinns wegbesteuert. Mitsamt Bankenabgaben und laufenden Steuern seien für das Halbjahr 350 Mio. Euro zu berappen gewesen.

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