RBI-Chef Stepic nimmt seinen Hut

RBI-Chef Stepic nimmt seinen Hut

Der RBI-Vorstandsvorsitzende Herbert Stepic hat seinen Rücktritt angeboten. Gestolpert ist er über den .

Es handle sich bei den beiden eingeschalteten Firmen nicht um Offshore-Konstruktionen, beteuerte Stepic heute im Zuge einer Pressekonferenz erneut, sondern um "private Veranlagungen der Jahre 2006 und 2008". "Die aktuellen Fragen dazu resultieren aus Informationen aus dem Offshore-Leaks Pool", erklärte der scheidende RBI-Chef. "Die Investitionen sind erstens aus in Österreich versteuerten Geldern und Einkünften erfolgt und zweitens handelt es sich um Investments in echte Immobilien in Fernost."

Trotzdem will Stepic "einen Imageschaden für die ganze Raiffeisengruppe verhindern" und teilte RBI-Aufsichtsratschef Walter Rothensteiner daher mit, dass er seine Funktion als RBI-Vorstandschef zur Verfügung stellt. Der Rückzug sei Stepics "Beitrag dazu, dass das, was ich als mein Lebenswerk erachte, nicht in einer emotionalen Diskussion nachhaltigen Schaden nimmt". Dies sei er sich selbst und Raiffeisen schuldig, so der Noch-Vorstandschef, dessen Nachfolger noch unklar ist.

Er sei schließlich ein "Oldtimer" bei Raiffeisen, "seit 40 Jahren in der Organisation, den Werten verbunden" und habe gestalten dürfen. "Damit bin ich groß geworden", sagte Stepic, der "mit großer Dankbarkeit und stolz auf Erreichtes" zurückblickt.

Dann feierte Stepic ausführlich die RBI unter anderem als "erfolgreichste Überwinderin der Krise seit 2008" und ihre "Pionierrolle im Transformationsprozess in Osteuropa". Er selbst sei "oft an Grenzen gegangen, auch physisch. Seit 30 Jahren habe ich mindestens einen 14-Stunden-Arbeitstag." Über die Jahre habe er "Gott sei Dank Erfolg gehabt", bemühte sich Stepic um einen Abschied von Raiffeisen im Guten.

Nach seiner Stellungnahme verließ er ohne die Möglichkeit für Journalisten, Fragen zu stellen, den Raum. Bis ein Nachfolger gefunden ist, führt Stepic die Geschäfte der RBI weiter.

Nachfolgefrage wird am Montag geklärt

Der Personalausschuss zur Findung eines Nachfolgers für den Noch-RBI-Chef Stepic wird nach APA-Informationen am Montag tagen und dem Aufsichtsrat des Unternehmens einen Vorschlag für die Nachbesetzung vorlegen. Der Aufsichtsrat beschließt auf dieser Basis die Postenbesetzung.

In einer Aussendung heißt es: Der RBI-Aufsichtsrat "anerkennt diesen Schritt (Rücktritt, Anm.) Stepics als Zeichen der großen Verbundenheit mit dem Unternehmen". Man wolle "umgehend" weitere Schritte beraten. Ein Raiffeisen-Sprecher sagte am Freitag "in den nächsten Tagen" werde über die Nachfolge entschieden.

Stepic sei es "hoch anzurechnen, dass er mit dieser schwierigen Entscheidung Bereitschaft zeigt, Reputationsschäden abzuwenden", hieß es von den Mitgliedern des RBI-Aufsichtsratspräsidiums, bestehend aus AR-Präsident Walter Rothensteiner, Stellvertreter Erwin Hameseder, Heinrich Schaller und Markus Mair.

"Herbert Stepic hat durch seine Vision und seine Umsetzungsstärke die Raiffeisen Bank International zu einer führenden Bankengruppe in Österreich und Zentral- und Osteuropa gemacht", würdigt der Aufsichtsrat den scheidenden CEO.

Schiefe Optik reloaded

Den Deal in Singapur, den das Magazin "News" diese Woche an die Öffentlichkeit gebracht hat, hatte Stepic seinen Gremien nicht gemeldet. Für Stepic war es auch nicht der erste Deal mit einer schiefen Optik. Ebenfalls diese Woche ist bekannt geworden, dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) ihre Prüfung seines Immo-Deals in Serbien beendet habe. Die FMA hat kein formelles Verfahren eingeleitet, er konnte daher seinen Job als CEO weiter ausüben. Ins Visier der FMA war Stepic wegen der Finanzierung eines privaten Immobiliendeals in Serbien geraten, den der Banker - bzw. sein Treuhänder - mit anderen Investoren über die Kärntner Hypo Alpe-Adria machte. Dabei hatte es eine ungewöhnliche Wertsteigerung des Objektes gegeben. Aber Stepic konnte der FMA nachweisen, dass er aus der Finanzierung ausgestiegen sei. Hypo-intern laufen laut "Standard" die Ermittlungen weiter.

Mit Stepic tritt einer der profiliertesten Banker des Landes von der Bühne ab. Er gilt als Architekt und Motor der Ostexpansion der RBI und hat Raiffeisen zu "einer führenden Bank in Zentral- und Osteuropa und zu einer anerkannten Marke in der internationalen Finanzwelt gemacht", wie ihn sein Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner anlässlich eines Geburtstages feierte.

Aktie zerbröselt's – weniger als gedacht

Der für die RBI zuständige Analyst der Erste Group, Günther Hohberger, hat an der Wiener Börse eine noch stärkere Marktreaktion auf den angekündigten Rücktritt von Stepic erwartet. "Die RBI-Aktien war bis zu 3,3 Prozent im Minus" – weniger als gedacht, sagte Hohberger gegenüber der APA.

Die Nachricht sei überraschend gekommen, so der Aktienanalyst. Vor allem weil Stepic bisher argumentiert habe, korrekt versteuert zu haben. Hohberger sieht einen klaren Zusammenhang mit den bekannt gewordenen Offshore-Firmen und dem heute angebotenen Rücktritt. Noch sei der Abschied aber nicht fix. "Es kann sein, dass sich der Aufsichtsrat für Stepic ausspricht und er seinen Vertrag bis 2015 erfüllt", analysiert Hohberger.

Hohberger geht davon aus, dass der Aufsichtsrat noch heute, oder falls die Gremien am Wochenende weiter beraten, spätestens am Montag entscheidet, wie es in der Führungsriege der Bank weiter geht. Am Dienstag stehen zudem die Ergebnisse zum ersten Quartal 2013 an. Diese werde vermutlich Stepics Stellvertreter, Karl Sevelda, präsentieren. Sevelda könnte auch den Vorstandsvorsitz, zumindest vorrübergehend, übernehmen, vermutet Hohberger.

Für Hohberger war Stepic jedenfalls eine "Integrationsfigur" und ein "guter Netzwerker auf politischer Ebene", auch in Osteuropa. Fundamental werde der Rücktritt aber kaum Auswirkungen auf die Perfomance des Bankkonzerns haben. "Die Strategie wird sich nicht ändern", kommentierte Hohberger.

Lesen Sie hier weiter: Herbert Stepic – "Mr. Osteuropa" im Porträt .

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