Raiffeisen: Verkauf der ukrainischen Aval Bank auf Eis gelegt

Raiffeisen: Verkauf der ukrainischen Aval Bank auf Eis gelegt

Angesichts der Unruhen in der Ukraine hat Raiffeisen den Verkauf ihrer Tochter Aval gestoppt. Im aktuellen Umfeld ist es schwer, einen geeigneten Käufer zu finden. Die Erste Group ist 2013 mit einem blauen Auge und 300 Millionen Euro Verlust aus der Ukraine ausgestiegen.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat den Verkauf ihrer ukrainischen Tochter Aval auf Eis gelegt. Die Suche nach einem neuen Eigentümer für die fünfgrößte Bank des Landes sei bereits seit mehreren Wochen unterbrochen, sagte Bankchef Karl Sevelda am Freitag am Rande einer Veranstaltung der Nachrichtenagentur Reuters. Grund dafür sei neben den politischen Umwälzungen auch die 2,8 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung der RBI im Januar.

Die Bank habe den Verkaufsprozess bereits im Zuge dessen unterbrochen. Ob eine rasche Trennung von der Tochter trotz der Unruhen möglich sei, ließ Sevelda offen: "Dazu kann und will ich im Moment nichts sagen. Ein ruhiges Umfeld ist immer besser."

Die Raiffeisen-Osteuropatochter hat nach eigenen Angaben zwölf Angebote für ihre ukrainische Tochter erhalten - das war allerdings vor dem politischen Machtwechsel. Belastungen durch die aktuelle Krise schloss Sevelda nicht aus. "Die Währungsentwicklung hat natürlich einen gewissen Einfluss", räumte er ein. Die ukrainische Hrywnia war zuletzt auf ein Rekordtief gefallen.

Ukraine, Ungarn und Slowenien sollen verkauft werden

Die Bank prüft eine Trennung von ihren Töchtern in der Ukraine, Ungarn und Slowenien, um sich künftig auf sechs profitable Kernmärkte zu konzentrieren. Viele andere westliche Banken haben ihr meist mit Verlusten kämpfendes Ukraine-Geschäft bereits verkauft. Die Raiffeisen-Tochter erzielte dort jüngsten Angaben von Sevelda zufolge im vergangenen Jahr einen Gewinn von 90 Millionen Euro.

Die Krise habe in den vergangenen Wochen auch zu einem Kapitalabzug bei der ukrainischen Tochter geführt. Dies sei nun nicht mehr der Fall. "Das hat sich normalisiert", sagte Sevelda. Die Raiffeisen-Tochter Aval hatte zuletzt Kredite über 3,6 Milliarden Euro vergeben. Zudem hält das Institut ukrainische Staatsanleihen über 450 Millionen Euro.

Das starke Engagement der Bank in dem von der Staatspleite bedrohten Land hatte auch die Ratingagentur Moody's auf den Plan gerufen. Das drohende Risiko eines Finanzkollaps der Ukraine habe negative Folgen für die Raiffeisen Bank International und die ebenfalls in der Ukraine vertretene UniCredit -Tochter Bank Austria, warnte Moody's.

Erste Group ausgestiegen

Die Erste Group ist voriges Jahr aus dem Krisenland Ukraine ausgestiegen. Der Aufenthalt in diesem Land hat aber viel gekostet: Der Vorstand bezifferte die kumulierten Abschreibungen am Freitag mit etwa 300 Mio. Euro. Mit einer letzten Abschreibung auf Währungsschwankungen von 76,6 Mio. Euro in der Konzernbilanz 2013 schloss die Erste das Kapitel Ukraine für sich ab.

Aus dem Verkauf der Bank "Prestige" könnten nun keine weiteren Verpflichtungen mehr entstehen, berichtete Erste-Risikovorstand Andreas Gottschling am Freitag in Wien. Auch die Refinanzierungen seien komplett rückgeführt.

Der Verkauf der Ukraine-Operation im Vorjahr sei der absolut richtige Schritt gewesen. "Das wäre jetzt wahrscheinlich nicht mehr möglich."

435 Millionen Firmenkredite

Immer noch ist die Erste Group mit 435 Mio. Euro hauptsächlich an Firmenkrediten in der Ukraine engagiert, berichtete das Institut heute. Es gebe aber keine Bonds, auf die ein Abschreibungsbedarf entstehen könnte. Man hoffe, die Probleme seien temporärer Natur.

Von der Sperre der Konten von 18 Ukrainern bei heimischen Banken sei die Erste Group nicht betroffen, sagte Vorstandschef Andreas Treichl.

Treichl meint, für die Lösung der dringendsten Probleme der Ukraine müssten die EU und Russland intensiv und rasch verhandeln. Keiner werde das für sich alleine schaffen. "Da muss jede Blockzugehörigkeit ausgeschaltet werden."

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