Privat zahlt den Staat: Raiffeisen vor milliardenschwerer Kapitalerhöhung

Privat zahlt den Staat: Raiffeisen vor milliardenschwerer Kapitalerhöhung

Eine Kapitalerhöhung soll Raiffeisen bis zu 2,5 Milliarden Euro bringen. Die Bank will damit die während der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen zurückzahlen.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) will mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung ihr Kapitalpolster aufstocken. In den nächsten sechs Monaten könnten durch die Ausgabe neuer Aktien zwei bis 2,25 Milliarden Euro frisches Geld eingesammelt werden, um damit die in der Krise erhaltenen Staatshilfen zurückzuzahlen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Die RBI hat seit Jahren immer wieder eine Kapitalerhöhung geprüft - nun will sie ernst machen, lässt sich aber noch ein Hintertürchen offen. Der Zeitplan und das Volumen hingen vom Marktumfeld ab, erklärte die Bank.

Raiffeisen International hat in der Krise 1,75 Milliarden Euro an Staatshilfen in Form von sogenanntem Partizipationskapital erhalten. Insgesamt hat das vor allem in Osteuropa aktive Geldhaus 2,5 Milliarden Euro an Partizipationskapital ausstehen, dass nach der Kapitalerhöhung zumindest teilweise zurückgezahlt werden soll. Es wird unter dem neuen Basel-III-Regelwerk nicht mehr als hartes Kernkapital anerkannt. Bei den bevorstehenden Stresstests der EZB zählt es aber noch als hartes Kernkapital. Ende September kam die RBI auf eine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) von 10,1 Prozent. Durch die Kapitalerhöhung werde der Streubesitz signifikant steigen, erklärte die RBI. Der Anteil der Raiffeisen Zentralbank, die bisher 78,5 Prozent an dem Institut hält, würde entsprechend sinken.

Bank leidet in Osteuropa

RBI ist der zweitgrößte Kreditgeber in Osteuropa nach UniCredit. Weil dort viele Unternehmen wegen der schwierigen Wirtschaftslage Probleme haben, musste die Bank hohe Vorsorgen für faule Kredite bilden - der Gewinn sank in den ersten neun Monaten um knapp sechs Prozent auf 134 Millionen Euro. Angesichts des schwierigen Umfelds hatte die RBI im November erklärt, einen Rückzug aus der Ukraine, Ungarn und Slowenien nicht auszuschließen.

Der Verkauf der defizitären Ungarn-Tochter scheiterte jetzt aber. Nach umfassender Prüfung des letzten Angebots habe die RBI beschlossen, den Verkauf derzeit nicht weiterzuverfolgen, erklärte die RBI am Mittwoch. Alleine im ersten Halbjahr 2013 fiel in Ungarn ein Verlust von 83 Millionen Euro an. Den Österreichern machen dort neben der mauen Wirtschaftsentwicklung auch hohe Steuern zu schaffen. Zudem kämpfen die Banken in dem osteuropäischen Land mit einem hohen Bestand an Fremdwährungskrediten, die die Ungarn wegen des Verfalls ihrer Landeswährung nicht mehr zurückzahlen können.

Neben der Kapitalerhöhung plant die RBI nach eigenen Angaben, ihre Kapitalstruktur durch eine mögliche Emission von nachrangigen Kapitalinstrumenten im Lauf der nächsten zwölf Monate zu stärken. Deutsche Bank, UBS und Raiffeisen Centrobank sollen die RBI bei ihren Plänen zur Stärkung der Kapitalbasis beraten.

Aktie stürzt ab

Die Aussicht auf eine Kapitalerhöhung hat die Aktien der RBI auf Talfahrt geschickt. Die Titel fielen am Donnerstag in der Spitze um 8,8 Prozent auf 25,10 Euro, den tiefsten Stand seit drei Wochen. Die Höhe der Kapitalmaßnahme und die Ungewissheit über die Preisfindung dürften kurzfristig auf den Aktien lasten, hieß es in einem Kommentar der Berenberg Bank. Langfristig sei die Kapitalerhöhung aber positiv zu werten.

Börse

Neues Börsegesetz bringt Erleichterungen für Unternehmen

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der Plan soll mit einer 375 Millionen Euro schweren Umtauschanleihe gelingen.
#immofinanz
 

Börse Wien

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor