Polytec fährt Gewinnwarnung auf – Aktie verliert deutlich

Der börsenotierte oberösterreichische Autozulieferer Polytec erzielte im ersten Halbjahr weniger Gewinn. Aktie bricht ein.

Polytec fährt Gewinnwarnung auf – Aktie verliert deutlich

Das bereinigte EBIT lag bei 13,8 Mio. Euro und damit um rund 5 Mio. Euro unter dem bereinigten Wert der Vorjahresperiode. Der Umsatz erreichte mit 242,9 Mio. Euro das um den Effekt aus dem Verkauf des Bereichs Interior Systems bereinigte Niveau des Vorjahres, teilte Polytec heute ad hoc mit. Gegenüber dem berichteten Konzernumsatz sei ein Rückgang um 40,1 Prozent verzeichnet worden. Der Ausblick wird zurückgenommen.

Bisher ging Polytec von einem Konzernumsatz in Höhe von annähernd 500 Mio. Euro aus. Für den weiteren Jahresverlauf geht das Management nun von einer stabilen Entwicklung aus. "Falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise nicht weiter eintrüben, werden sich Umsatz und Ergebniszahlen der Gruppe im zweiten Halbjahr 2012 auf dem Niveau des ersten Halbjahres entwickeln. Damit wird die Erwartungshaltung für das Gesamtjahr 2012 gegenüber dem bisherigen Ausblick zurückgenommen", heißt es in der Mitteilung.

Die europäische Autoindustrie habe sich durch die gute Performance der Premium-Hersteller insgesamt solide entwickelt. Im Bereich der Nutzfahrzeuge sei ein Umsatzrückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 von 20,9 Mio. Euro verzeichnet worden. Dieser Umsatzrückgang sei zum Teil konjunkturell bedingt, beigetragen habe auch ein teilweiser Technologiewechsel - von SMC (Composites) hin zu Spritzguss - und das damit verbundene Fehlen von Nachfolgeaufträgen. Der Umsatzrückgang sei zum einen durch die geschilderte Entwicklung im Automobilbereich, aber auch durch die gute Entwicklung des Geschäftsfelds Non Automotive ausgeglichen worden.

Das berichtete EBIT des ersten Halbjahres 2012 reduzierte sich um 50,5 Prozent auf 14,4 Mio. Euro. Unter Einbeziehung des Entkonsolidierungserfolgs von 7,2 Mio. im ersten Halbjahr 2011 sowie des Ergebnisbeitrags des veräußerten Bereiches Interior Systems von rund 2,8 Mio. Euro und bereinigt um den Entkonsolidierungserfolg von 0,6 Mio. Euro aus der Veräußerung des Standortes Zaragoza zu Beginn des Geschäftsjahres 2012, sei das Ebit im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 Mio. Euro zurückgegangen, so Polytec. Das Ergebnis entspreche einer um Einmaleffekte bereinigten EBIT-Marge von 5,7 Prozent. Das Periodenergebnis wird mit 12,2 (25,8) ausgewiesen.

Die Aktie reagiert heute mit deftigen Kursabschlägen auf die Gewinnwarnung.

Allerdings will Polytec Stammaktien in Höhe von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zurück kaufen. Maximal 2.232.957 Stück will das oberösterreichische Unternehmen über die Börse und außerbörslich (Over-The-Counter, OTC) einziehen und dafür mindestens 1 Euro je Aktie und höchstens einen Gegenwert zahlen, der maximal 10 Prozent über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börseschlusskurs der vorranggegangenen fünf Handelstage liegt.

Das Rückkaufprogramm, für das sich Polytec im Mai bei der Hauptversammlung die Ermächtigung geholt hat, soll voraussichtlich vom 14.8.2012 bis zum 15.10.2014 laufen. Zweck des ganzen ist neben einer Kapitalrückführung an die Aktionäre u. a., "die Aktien als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten zu erwerben", hieß es in einer Pflichtmitteilung am Mittwoch.