"Nur wenn es jetzt ein Delisting zum damaligen IPO-Preis gibt, wäre es fair"

Ein vom Strabag-Chef und Großaktionär Hans Peter Haselsteiner angedachtes Delisting des börsenotierten Baukonzerns wäre der nächste Tiefschlag für die Wiener Börse, meint Anlegerschützer Wilhelm Rasinger.

"Nur wenn es jetzt ein Delisting zum damaligen IPO-Preis gibt, wäre es fair"

"Nur wenn es jetzt ein Delisting zum damaligen IPO-Preis gibt, wäre es fair", so der Präsident des Interessenverbandes für Anleger (IVA).

Der IVA-Chef vermutet hinter den Delisting-Plänen ein Ablenkungsmanöver von den eigenen Problemen: "Wenn man mit der Börse unzufrieden ist, sollte man überlegen, ob es nicht am Unternehmen liegt", so der Anlegerschützer, und weist darauf hin, dass es nicht der erste Börsenrückzug der Strabag wäre.

Rasinger erinnert daran, dass der Strabag-Börsegang "mit viel Pomp und Trara" der bisher letzte IPO in Wien gewesen sei. Das Papier habe das Zeug zur Volksaktie gehabt. "Haselsteiner hat sich beim Börsengang seinen Namen vergolden lassen", so Rasinger.

Die Bauholding Strabag wurde 2003 von der Börse genommen. 2007 erfolgte der Börsegang der Strabag SE im Prime Market der Wiener Börse zu 47 Euro je Aktie. Aktuelle wird das Papier bei 17,30 Euro gehandelt.

Die Strabag würde derzeit die Börse nicht brauchen, "aber wir werden sie vielleicht irgendwann wieder brauchen", hatte Haselsteiner zum gesagt. Die Gesellschafter hätten sich noch nicht zu einem Delisting durchgerungen. Es gebe "einen Kurs, wo die Aktionäre sagen, wir können delisten. Wir sind aber noch nicht so weit".