Neues Geld für die Hypo: RBI zahlt Staatskapital zurück

Neues Geld für die Hypo: RBI zahlt Staatskapital zurück

Im ersten Quartal machte die Ukraine-Tochter noch 24 Millionen Euro Verlust, nun ist RBI-Chef Karl Sevelda aber zufrieden. Gleichzeitig verkündete er die Tilgung von Staatskapital - das füllt den Bankenhilfstopf wieder auf.

Die Raiffeisen Bank International ( RBI, ISIN AT0000606306 ) ist mit der Entwicklung ihrer Ukraine-Tochter im zweiten Quartal angesichts der Krise zufrieden. Die dortige Bank Aval habe sich im April und Mai "gar nicht so schlecht" geschlagen, sagte Bankchef Karl Sevelda am Mittwoch der Hauptversammlung. Zwar hätten einige Kunden ihre Einlagen abgezogen, die Bank habe jedoch auch zusätzliche Kunden gewonnen. Im ersten Quartal hat die Ukraine-Tochter noch 24 Millionen Euro Verlust geschrieben.

Raiffeisen hat sich somit entschlossen, seine Ukraine-Tochter zu behalten – einen Wermutstropfen gibt es aber: Wegen der Krise dürften in dem Land heuer 250 Millionen Euro an zusätzlichen Vorsorgen für faule Kredite nötig werden. Der Erwartung einer 5-prozentigen Rezession entsprechend sei die Geschäftspolitik in der Ukraine angepasst worden, die Kreditvergabe ist - abgesehen von selektiven Finanzierungen des Agrarsektors - massiv eingeschränkt.

Die Finanzierungen an die ukrainische Regierung sind ebenfalls massiv zurückgefahren worden: Ihren Bestand an ukrainischen Staatsanleihen hat die RBI per Ende Mai auf unter 300 Millionen Euro von 386 Millionen Euro per Ende März verringert. Grund dafür ist zum einen die Abwertung der ukrainischen Währung, zum anderen die planmäßige Rückzahlung einiger Papiere.

Tilgung von Staatskapital

Zudem gab Sevelda auf der Hauptversammlung bekannt, dass jetzt auch Raiffeisen den Staat vorzeitig auszahlt. "Wir werden am 6. Juni den kompletten staatlichen Teil des Partizipationskapitals von 1,75 Milliarden Euro an die Republik Österreich zurückzahlen", sagt er vor den Aktionären. Wegen der Ukraine-Krise hatte die Finanzmarktaufsicht eine Rückzahlung im März vorerst nicht erlaubt. Jetzt hat sie die Staatsgeldtilgung freigegeben.

Mehrere österreichische Großbanken haben nach Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als fünf Jahren staatliche Hilfen bekommen, um ihre Eigenkapitaldecken zu stärken. Die BAWAG hat damals 550 Millionen Euro Partizipationskapital (PS-Kapital) bekommen und in mehreren Tranchen rückgezahlt, die letzte Tranche von 350 Millionen überwies die US-fondsdominierte Bank Mitte März 2014 an den Bund. Schon im August 2013 hat die börsenotierte Erste Group das ihr in der Krise 2009 eingeschossene staatliche PS-Kapital von 1,22 Milliarden Euro als erste zur Gänze getilgt. Gleichzeitig zahlte die Erste damals 540 Millionen Euro an privat gezeichnetem Partizipationskapital zurück.

Auch Raiffeisen will jene 750 Millionen Euro, die neben dem Staats-PS-Kapital privat platziert worden waren, so rasch wie möglich tilgen. In Summe geht es bei der RBI also um insgesamt 2,5 Milliarden Euro an staatlichem und privatem PS-Kapital.

Geld für die Hypo

Für den Bund bedeutet der Geldfluss von Raiffeisen, dass sich der durch die teuren Kapitalspritzen an die staatliche Krisenbank Hypo Alpe Adria zuletzt stark ausgedünnte staatliche Bankenhilfstopf wieder füllt. Die Hypo Alpe Adria steht vor der Umwandlung in eine Abwicklungsgesellschaft, die Krisenbank braucht noch weiteres Staatsgeld.

Teile von bisherigen Staatskapitalspritzen in der Hypo Alpe Adria, aber auch in der mittlerweile teilstaatlichen Volksbanken AG (ÖVAG), musste die Republik bereits abschreiben. Auch von den Staatsmilliarden, die in der Kommunalkredit-Abbaubank KA Finanz stecken, wird am Ende nicht viel zu sehen sein.

Dividende: 1,02 Euro

Im Rahmen der RBI-Hauptversammlung wurde eine Dividende von 1,02 Euro pro Aktie bestimmt. Die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung von Anfang 2014 sind für das abgelaufene Geschäftsjahr ebenfalls voll dividendenberechtigt. Damit ergibt sich eine maximale Ausschüttungssumme von rund 300 Millionen Euro, ausgezahlt wird am 11. Juni.

Die Raiffeisen-Aktien konnten bis Mittwoch Nachmittag um 0,33 Prozent auf 24,50 Euro zulegen, während Erste Group 0,43 Prozent auf 25,44 Euro gewannen.

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