Milliarden-Deal: OMV steigt groß in der Nordsee ein

Milliarden-Deal: OMV steigt groß in der Nordsee ein

Der börsenotierte Mineralölkonzern OMV setzt mit seiner Rekordinvestition in der Nordsee auf Wachstum in einem sicheren politischen Umfeld und Die ersten Früchte will OMV-Chef Gerhard Roiss bereits 2014 ernten.

2,65 Milliarden Dollar (knapp zwei Milliarden Euro) zahlt der österreichische Ölkonzern der norwegischen Statoil für ein Beteiligungspaket an vier Öl- und Gasfeldern in der Nordsee. Dazu kommen 500 Millionen Dollar als Nettokostenbeitrag für 2013. Der Zukauf mit einem Transaktionswert von über 3 Milliarden Dollar wurde rückwirkend per 1. Jänner 2013 geschlossen.

Rund 500 Millionen Dollar erwartet OMV-Chef Roiss sich von der neuen Nordsee-Beteiligung als Ergebnisbeitrag. Die Börsianer reagierten auf den Zukauf skeptisch, die OMV-Aktie verlor am Montag bis 16 Uhr 3,2 Prozent an Wert.

Mit dem Investment habe man die Wachstumsziele bei der Produktion um vier Prozent bis 2016 bereits frühzeitig erreicht, erklärte Roiss heute. Im kommenden Jahr soll die OMV-Produktion durch den Zukauf um 40.000 Fass pro Tag gesteigert werden, bis 2016 soll die Produktionssteigerung knapp 60.000 Fass pro Tag erreichen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2013 hatte die tägliche Produktion des teilstaatlichen Konzerns knapp 300.000 Barrel pro Tag betragen.

Darüber hinaus steigen durch den Deal auch die gesicherten OMV-Reserven um 320 Millionen Barrel auf knapp zwei Milliarden Barrel, so der OMV-Chef. Seit 2011, also seit Roiss am Ruder der OMV ist, engagiert sich der Konzern immer stärker in der Nordsee. Bis zum Jahr 2020 sollen rund 150.000 Fass pro Tag aus dieser Region kommen, die Roiss neben dem Schwarzen Meer als Kernregionen für die OMV sieht - die Kaspische Region, die vor allem für das mittlerweile gescheiterte Pipelineprojekt Nabucco von besonderer Bedeutung war, nahm Roiss auf Journalistenfrage nicht mehr in den Mund.

Alles wird mit Eigenmitteln gestemmt

Die Milliarden-Investition in der Nordsee werde man aus Eigenmittel stemmen, betonte Roiss weiter. Der Deal sei von langer Hand geplant gewesen und werde großteils durch den operativen Cashflow finanziert. "Wir brauchen dafür weder eine Kapitalerhöhung noch einen Kredit."

Die Börse reagierte auf die Zukäufe mit einer fallenden OMV- und einer steigenden Statoil-Aktie. Die Investoren befürchten, dass die OMV einen zu hohen Preis bezahlt haben dürfte: "Das ist ein netter Preis", formulierte ein norwegischer Analyst. Eine der Sorgen sei auch, dass es bei reifen Feldern in den nächsten Jahren zu einem "natürlichem Rückgang" kommen könnte. In Summe gebe es derzeit zu viele unbekannte Faktoren, daher würden es Investoren vorerst vorziehen, von OMV-Aktien die Finger zu lassen, meinte Raiffeisen-Analyst Oleg Galbur.

Durch den heutigen Zukauf erhielt die OMV eine 19-prozentige Beteiligung an dem Feld Gullfaks, das als eines der größten Felder Norwegens gilt. Seit 1986 bis Ende 2012 wurden dort bereits 2,7 Milliarden Barrel produziert. OMV-E&P-Vorstand Jaap Huijskes zufolge soll noch zumindest weitere 20 Jahre produziert werden können. Für 2014 erwartet die OMV von dort einen Produktionsanteil von 26.000 Barrel pro Tag. Außerdem erhielt die OMV einen 24-prozentigen Anteil am neu entwickelten Feld Gudrun, das ab 2014 die Produktion aufnehmen soll. Von dort sollen weitere 15.000 Fass pro Tag kommen.

Darüber hinaus stockt die OMV bei zwei Feldern ihre Beteiligungen auf - bei Rosebank von 20 auf 50 Prozent und bei Schiehallion von 5,88 auf 11,76 Prozent. Zudem sicherte sich der Konzern bis zu 11 Explorationslizenzen.

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