Milliardär Slim greift nach der Telekom Austria

Milliardär Slim greift nach der Telekom Austria

Die Telekom Austria Gruppe steht laut einem Bericht von NEWS vor der Übernahme durch den mexikanischen Telekom-Konzern Americá Movil. Geplant ist laut NEWS eine freundliche Übernahme, die in einem Syndikatsvertrag zwischen der Staatsholding ÖIAG als derzeit größten und bestimmenden Aktionär und Americá Movil geregelt wird.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim arbeitet einem Bericht des Magazin "News" zufolge an einem Konzept für eine freundliche Übernahme der Telekom Austria. Gelingen solle das mit Hilfe eines ausgeklügelten mehrstufigen Plans, berichtet "News". Zunächst wolle Slim, der über seinen Konzern America Movil bereits 26,8 Prozent an der Telekom hält, diesen Anteil mit dem der österreichischen Staatsholding ÖIAG bündeln. Diese hält 28,4 Prozent der Telekom- Anteile - zusammen kämen sie also auf gut 55 Prozent der Aktien. Damit würde nach österreichischem Recht ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre fällig. Die restlichen 45 Prozent sind in Streubesitz.

Doch damit hat America Movil dem Blatt zufolge noch nicht genug. Auch das Kräfteverhältnis innerhalb der geplanten Allianz mit der ÖIAG könnte sich ändern: America Movil sei bereit, im Zuge einer Kapitalerhöhung 750 Millionen Euro in die Telekom zu pumpen, berichtete die Zeitung. Zwar werde auch die ÖIAG bei einer Kapitalerhöhung mitziehen, sagte ÖIAG-Chef Rudolf Kemler dem Blatt. Ziel des staatlichen Kernaktionärs sei es jedoch lediglich, die Sperrminorität zu erhalten.

Mehr Einfluss auf die Telekom

Die Mexikaner könnten sich so mehr Einfluss auf die Telekom sichern: "Sollte die Rolle des größten Aktionärs auf America Movil übergehen, so hätte dies naturgemäß auch Auswirkungen auf die Frage der Führungsrolle", sagte Kemler dem Blatt. Für das Übernahmeangebot und die Kapitalerhöhung wolle America Movil bis zu zwei Milliarden Euro in die Hand nehmen, berichtete "News". Damit würde der Konzern seine Einkaufstour in Europa fortsetzen und die Abhängigkeit vom mexikanischen Heimatmarkt weiter reduzieren. 2012 war die Firma bei der niederländischen KPN eingestiegen. Eine Mehrheitsübernahme scheiterte jedoch an dem Widerstand der Niederländer.

ÖIAG dementiert Verhandlungen

Finanz- und Branchenkreise erwarten bereits seit Monaten, dass America Movil die Mehrheit an der Telekom Austria übernimmt. "Das könnte in zwei Wochen oder in sechs Monaten sein", hatte ein Insider zu Jahresbeginn gesagt. Noch ist es aber nicht so weit. Ein ÖIAG-Sprecher sagte, die Staatsholding stelle zwar strategische Überlegungen an. Es gebe jedoch noch keine konkreten Verhandlungen. Ziel der ÖIAG sei es, die Konzernzentrale der Telekom sowie Forschung und Entwicklung und die Börsennotiz in Österreich zu halten und den Ausbau der Telekom-Infrastruktur voranzutreiben.

Hier kommt America Movil den Wünschen der Österreicher dem Zeitungsbericht zufolge entgegen: Im Rahmen des geplanten Syndikatsvertrags garantierten die Mexikaner dafür, die Konzernzentrale der Telekom und die Entwicklungsabteilung in der Alpenrepublik zu erhalten und nicht an der Notiz an der Wiener Börse zu rütteln. Im Gegenzug wolle America Movil die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat beanspruchen. Gelten solle der Vertrag zunächst für zehn Jahre - könne aber für fünf weitere Jahre verlängert werden, berichtete "News".

Offen ist auch, wann es zu einer Kapitalerhöhung bei der Telekom kommt. Das Geldpolster der Telekom ist zuletzt deutlich geschrumpft, nachdem die Firma im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro in neue Mobilfunkfrequenzen investiert hatte.

Noch kein Kommentar aus der Politik

Weder der für die ÖIAG zuständige Finanzminister Michael Spindelegger noch Technologieministerin Doris Bures wollten sich zu den Übernahmegerüchten bei der Telekom Austria äußern.

Ein Sprecher von Bures verwies auf die Zuständigkeit des Finanzministers als Eigentümervertreter gegenüber der Staatsholding ÖIAG. Dort hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme: "Wir bitten um Verständnis, dass das Finanzministerium keine internen Überlegungen der ÖIAG kommentiert - vor allem da es sich bei der Telekom Austria um ein börsennotiertes Unternehmen handelt."

Arbeiterkammer warnt vor Verkauf

Der Präsident der oberösterreichischen Arbeiterkammer, Johann Kalliauer, warnt vor einem Rückzug des Staates bei der Telekom Austria. Vielmehr sollte der Bund die Dividenden aus den Staatsanteil sowie einen Teil des Mobilfunk-Auktionserlöses von zwei Milliarden Euro für den Zukauf von Aktien verwenden. "Wir fordern ein klares Bekenntnis der Republik zur Beteiligung der ÖIAG an der Telekom. In der Verfassung soll verankert werden, dass die Republik Österreich über die ÖIAG größte und bestimmende Eigentümerin bleibt", betont Kalliauer.

Bestrebungen des Mobilfunkunternehmens America Movil, dessen Eigentümer der mexikanische Milliardär Carlos Slim ist, die Mehrheit in der Telekom zu übernehmen, müssten von der Republik Österreich verhindert werden.

Börse

Neues Börsegesetz bringt Erleichterungen für Unternehmen

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der Plan soll mit einer 375 Millionen Euro schweren Umtauschanleihe gelingen.
#immofinanz
 

Börse Wien

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor