Milliardär Slim will Telekom-Anteil weiter auffetten

Milliardär Slim will Telekom-Anteil weiter auffetten

Carlos Slim, der reichste Mann der Welt, hat offensichtlich große Pläne, was die Zukunft der Telekom Austria betrifft. Langfristig steht eine mehrheitliche Übernahme im Raum. Der Staat will sich laut Regierungsprogramm auf einen 25 Prozent-Anteil zurückziehen.

Der reichste Mann der Welt hat in Österreich große Pläne. Carlos Slim greift nach der Mehrheit an der Telekom Austria. Offen ist Finanz- und Branchenkreisen zufolge lediglich, wann genau der mexikanische Milliardär mit seinem Mobilfunkkonzern America Movil die Beteiligung von 26,8 Prozent aufstockt. "Das könnte in zwei Wochen oder in sechs Monaten sein", sagt eine mit den Überlegungen vertraute Person. Klar sei aber, dass ein Angebot kommen werde. Damit würde der Konzern des Zigarren-Fans die Einkaufstour in Europa fortsetzen und die Abhängigkeit vom mexikanischen Heimatmarkt weiter reduzieren.

"Slim hätte gerne mehr Kontrolle über die Telekom Austria", betont ein Banker. In Mexiko hatte America Movil zuletzt zwei Drittel seines operativen Gewinns erwirtschaftet. Allerdings soll dort die Vormachtstellung des Unternehmens mit schärferen Regeln bekämpft werden: Der 74-Jährige kontrolliert 70 Prozent des mexikanischen Mobilfunkmarktes und 80 Prozent des Festnetzmarktes, was Politiker und Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen hat. "In Mexiko ändert sich das regulatorische Umfeld", sagt ein Telekom-Banker. "Es ist ganz klar, Europa ist seine Chance für die Zukunft." America Movil wollte sich dazu nicht äußern. Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter sagte, er habe keine Information über die Pläne des Großaktionärs.

Freundliche Töne von Telekom-Management und ÖIAG

Bislang waren die Ambitionen Slims in Europa nicht nur von Erfolg gekrönt. 2012 stieg er bei der niederländischen Telekommunikationsfirma KPN ein. Eine Mehrheitsübernahme scheiterte an dem Widerstand der Niederländer. In Österreich will er eine ähnliche Schlappe vermeiden und versucht, Politiker, Aktionäre und wichtige Firmenmanager auf seine Seite zu ziehen. Slims Schwiegersohn - America-Movil-Chef Daniel Hajj - war Mitte November in Österreich und schloss danach in einem Interview eine feindliche Übernahme der Telekom Austria aus. "Von uns kann man vieles erwarten, aber nichts Unfreundliches. Wir wählen den gemeinsamen Weg mit unseren Partnern in Österreich", hatte er gesagt. Die Charmeoffensive zeigt Wirkung: Das Telekom-Austria-Management und der staatliche Großaktionär ÖIAG betonen stets die gute Zusammenarbeit mit den Mexikanern. Die ÖIAG ist der größte Telekom-Eigentümer: Sie verwaltet den Staatanteil von 28,4 Prozent.

Spannung vor Telekom-Hauptversammlung

Slim könnte schon bald Gelegenheit bekommen, über den Weg einer Kapitalerhöhung bei der Telekom Austria aufzustocken. Analysten erwarten, dass sich der Konzern von den Aktionären auf der Hauptversammlung am 28. Mai grünes Licht für einen solchen Schritt holen will, um die ausgedünnte Kapitaldecke zu stärken. Für eine Mehrheitsübernahme dürfte aber auch eine milliardenschwere Kapitalerhöhung nicht ausreichen - denn neben America Movil will auch die ÖIAG mitziehen. Doch Slim könnte die Möglichkeit nutzen und seine Beteiligung ausbauen. Ab einem Anteil von 30 Prozent müsste er dann den übrigen Aktionären nach geltendem Recht ein Pflichtangebot unterbreiten.

Finanzkreisen zufolge könnte Slim längerfristig eine knappe Mehrheit von 51 Prozent anpeilen. Die ÖIAG dürfte auf absehbare Zeit - wie im Regierungsvertrag vorgesehen - zumindest eine Sperrminorität von 25 Prozent behalten, während die restlichen Anteile weiter an der Börse notiert bleiben.

Verschiedene Möglichkeiten

Insider spielen noch eine weitere Option durch, mit der Slim seinen Einfluss auf die Telekom Austria ausbauen könnte: eine Allianz ("Syndikat") mit der ÖIAG. Beide Großaktionäre kommen gemeinsam auf mehr als die Hälfte der Anteile. Bei einem solchen Bündnis stimmen die Partner bei strategisch wichtigen Entscheidungen nicht gegeneinander. Das wäre für Slims finanziell schwächeren Partner eine kostengünstige Alternative. Der Mexikaner wiederum, der als außereuropäischer Investor ohnehin mit Skepsis beäugt wird, könnte so seine Absichten als langfristiger strategischer Aktionär untermauern. Allerdings dürfte auch in diesem Fall ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre notwendig werden.

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