Lenzing muss noch mehr sparen: Jobs wackeln

Lenzing muss noch mehr sparen: Jobs wackeln

Weitere "Kostenoptimierungen" sind laut Vorstand Peter Untersperger angesichts der Marktlage unumgänglich. Lenzing gab im November 2013 bekannt, konzernweit bis zu 600 Vollzeit-Jobs zu streichen, 390 davon in Österreich.

Der an der Börse Wien gelistete Faserhersteller Lenzing gab am Mittwoch überraschend weitere Einsparungen bekannt. Da die Preisentwicklung am Weltmarkt für Viskosefasern nach wie vor "sehr unbefriedigend" sei, seien "weitere Maßnahmen" notwendig. "Es wird alles auf den Prüfstand gestellt", so Vorstand Peter Untersperger. Ob ein weiterer Jobabbau droht, ist vorerst nicht bekannt.

Weitere "Kostenoptimierungen" seien unumgänglich, so der Vorstand. "Wir werden im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung auch Entscheidungen treffen müssen, welche Produkte wir an welchen Standorten langfristig mit der höchsten Qualität und zu optimalen Kosten herstellen können. Dabei wird es keine Tabus geben", findet Untersperger drastische Worte. Die für das Jahr 2014 erzielten Einsparungen von über 60 bis 80 Millionen Euro reichten nicht aus. Auch die angepeilten Kosteneinsparungen in Höhe von bis zu 160 Millionen Euro bis zum Jahr 2016 müssten angesichts der Marktentwicklung nochmals erhöht werden.

Jobs in Gefahr

Nun bangen die Mitarbeiter bei Lenzing wieder um ihre Arbeitsplätze. Ein Jobabbau könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es am Mittwoch. Ganze Fabriken sollen nach derzeitigem Wissensstand aber nicht geschlossen werden. Lenzing gab im November 2013 bekannt, konzernweit bis zu 600 Vollzeit-Jobs zu streichen, 390 davon in Österreich. Bereits im ersten Quartal 2014 wurden die Personalkosten um 9,5 Prozent verringert.

Von der öffentlichen Hand ist offenbar Hilfe gewünscht. Der Faserkonzern will Betriebsrat sowie "politische Entscheidungsträger" über die "schwierige Marktsituation" informieren und um "bestmögliche Unterstützung" ersuchen, so das Unternehmen in der Pflichtmitteilung. Das Land Oberösterreich könnte mit Forschungsförderung oder Ausbildungspaketen helfen, nannte man gegenüber der APA als Beispiele.

Weniger Umsatz

Im ersten Quartal war die verkaufte Menge bei Lenzing zwar um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen - der Umsatz des Unternehmens fiel aber um ebenfalls neun Prozent auf 451,7 Millionen Euro. Schon bei der Präsentation der Quartalsergebnisse Mitte Mai hatte Lenzing bekannt gegeben, man reche im Lauf der Jahres nicht mit einer Erholung der Preise.

Die historisch hohen Lagerbestände bei Baumwolle in China und die unklare chinesische Baumwollpolitik bewirken erhebliche Unsicherheiten am Markt, hieß es in einer Aussendung: "Daher muss mit einer weiteren Schwäche und einem Nachgeben der globalen Viscosefaserpreise gerechnet werden. Es dürfte noch einige Quartale dauern, bis bestehende Überkapazitäten bei Viscose durch das Mengenwachstum abgebaut werden".

Aktionäre unbeeindruckt

Oft werden angekündigte Sparmaßnahmen, auch im Personalbereich, von der Börse belohnt - dieser Effekt bleib bei Lenzing am Mittwoch aber aus: Bis 15 Uhr verlor der Kurs gar geringfügig um 0,63 Prozent auf 45,77 Euro.

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