Lenzing muss Fasern lassen

Lenzing muss Fasern lassen

Das Nettoergebnis ging um ein Drittel (34,7 Prozent) auf 65,3 Mio. Euro zurück, der Betriebsgewinn (EBIT) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 103 Mio. Euro, gab Lenzing am Mittwoch bekannt.

Auch wenn der Faserabsatz im Halbjahr um 12 Prozent auf 438.000 Tonnen stieg, reduzierte sich der konsolidierte Konzernumsatz um 6,8 Prozent auf 989,9 Mio. Euro. Gegen Mittag lag die Lenzing-Aktie an der Wiener Börse um 1,8 Prozent im Minus.

Mit einer Erholung der Faserpreise in nächster Zeit sei nicht zu rechnen, sagte Unternehmenschef Peter Untersperger beim Halbjahrespressegespräch in Wien. Er geht inklusive heuer für die nächsten drei Jahre von hohen Baumwoll-Lagern aus.

Die hohen Baumwoll-Lagerbestände sowie die bestehenden Überkapazitäten bei Viskosefasern am wichtigsten Absatzmarkt China drücken die Preise. Für ein Kilo Fasern bekam Lenzing im Halbjahr im Schnitt 1,76 Euro. In den ersten sechs Monaten 2012 waren es im Schnitt noch 2,03 Euro. Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes tritt Lenzing auch bei den Investitionen kürzer. Im gesamten Jahr plant das Unternehmen Ausgaben in Höhe von 260 Mio. Euro, deutlich weniger als 2012, als Lenzing 346 Mio. Euro in die Hand nahm.

Davon nicht betroffen ist der Bau der neuen Tencel-Anlage am Standort Lenzing in Oberösterreich. Die Spezialfaser Tencel, die unter anderem für Kosmetik- und Hygieneartikel sowie für Bekleidung verwendet wird, soll künftig noch mehr in den Vordergrund rücken, da sich damit mehr verdienen lässt als mit Viskose-Produkten. "Tencel bringt gute Margen, da möchten wir uns breiter aufstellen", sagte Untersperger.

Viskose bleibe größtes Standbein, Ausbauprojekte würden aber nur bei entsprechend hoher Rentabilität getätigt. "Lenzing wird in Zukunft nur mehr so viel Geld ausgeben, wie wir auch einnehmen", sagte Finanzchef Thomas Winkler.

Einsparungen von knapp über 30 Millionen Euro

Abgesehen von geringeren Investitionen hat sich das Unternehmen ein Sparprogramm auferlegt, das im Gesamtjahr Einsparungen von knapp über 30 Mio. Euro bringen soll. Gespart werden soll vor allem beim Einkauf und der Instandhaltung, nicht aber bei den Mitarbeitern, wurde versichert. Ein Mitarbeiterabbau sei nicht geplant, so Winkler. Per Ende Juni beschäftigte Lenzing 6.744 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, um 289 weniger als per Jahresende 2012. Der Rückgang resultiere ausschließlich aus dem Verkauf der Plastik-Sparte.

Die Erwartungen für das Gesamtjahr 2013 wurden heute angepasst. Der Umsatz werde wegen des Verkaufs des Plastikgeschäfts und niedrigerer Faserverkaufspreise bei rund 2 Mrd. Euro liegen. Zuvor hatte Lenzing mit einer Spanne zwischen 2,15 bis 2,25 Mrd. Euro gerechnet. Beim Betriebsgewinn (EBIT) geht der Faserhersteller von 160 Mio. Euro aus. Zuvor hatte Lenzing ein EBIT zwischen 140 und 170 Mio. Euro erwartet.

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