Kriegsgefahr in der Ukraine: Europas Börsen auf Talfahrt

Die Sorge um die Krise in der Ukraine trifft Europas Börsen mit voller Wucht. Der ATX verliert am Montag 3,61 Prozent gegenüber dem Freitag. Auch der Frankfurter DAX ist mit einem Minus von 3,31 Prozent auf Talfahrt. Die in der Ukraine sehr aktive Raiffeisen Bank International verliert sage und schreibe 9,56 Prozent. Auch die etwas besseren Zahlen am Dienstag können noch nicht beruhigen.

Kriegsgefahr in der Ukraine: Europas Börsen auf Talfahrt

Die Wiener Börse schließt am Montag mit einem Minus von 3,61 Prozent oder 93,48 Punkten auf 2.494,38 Zähler. Der ATX Prime steht seinem großen Bruder fast um nichts nach: Minus 3,48 Prozent bedeuten einen Schlusskurs von 1.243,05 Punkten. Am Frühhandel im Dienstag zeigt sich der ATX wieder etwas fester, ein Plus von 1,08 Prozent bringen dem Leitindex 2.521,39 Punkte.

Besonders die Raiffeisen Bank International (RBI) traf es gestern massiv. Ein Minus von 9,56 Punkte bestätigt die schon länger andauernden Ukraine-Sorgen der Raiffeisen. "Jetzt gibt es Ängste, dass auch das Russland-Geschäft in Mitleidenschaft gezogen wird, falls die Situation eskaliert", sagte der Analyst Thomas Neuhold.

Sollte die Situation in der Ukraine nicht eskalieren, dürfte die Raiffeisen-Aktie bald wieder auf altem Niveau sein, denkt Neuhold. "Wenn die Krise politisch gelöst wird, dann wäre auf dem aktuellen Kursniveau ein guter Einstiegszeitpunkt in die Raiffeisen-Aktie", so Neuhold. Im Frühhandel am Dieenstag beruhigt sich die Aktie mit einem Plus von 3,92 Prozent auf 23,73 Euro.

Schwarzer Tag im prime market
Auch andere Unternehmen schrieben am Montag im prime market ein deutliches Minus: Die Erste Group verlierte 4,71 Prozent. AT&S (minus 7,51 Prozent), CA Immo Anlagen (minus 4,35 Prozent) und Century Casinos (minus 4,80 Prozent) zählten ebenfalls zu den großen Verlieren des Börsentages. Dazu kommen noch massive Verluste bei Do & Co (minus 5,48 Prozent), S IMMO (minus 6,58 Prozent) und der Strabag (minus 4,26 Prozent).

Auch nicht gut sah es für die Telekom Austria. Sie verliert 3,69 Prozent. Warimpex lässt 4,93 Prozent liegen und Zumtobel 4,69 Prozent. Die Kurse am prime market konnten sich am Dienstag großteils wieder etwas stabilisieren. Gerade einmal ein Unternehmen schrieb im prime market heute ein Plus: Frauenthal gewinnst 2,11 Prozent. Wolford bleibt dazu unverändert.

Auch DAX und SMI leiden unter Konflikt
In unseren Nachbarländern sah die Situation nicht viel anders aus. Der DAX schloss mit einem Minus von 3,31 Prozent (320,81 Punkte) bei 9.359 Punkten. Auch der Schweizer SMI fuhr Minus (2,30 Prozent) bei 8.281 Punkten ein. Am Dienstagmorgen konnte der Dax wieder 1,01 Prozent und der SMI 1,26 Prozent zulegen.

Minus zwölf Prozent in Moskau
Die Moskauer Börse hat den Handel am Montag aufgrund des russischen Einmarsches in die Krim tiefrot beendet. Der Moskauer RTS-Interfax-Index brach 12,01 Prozent auf 1.115,06 Punkte ein. Zum Handelsstart am Dienstag notierte der Handel wieder um 3,4 Prozent höher.

Die Börse schwächelt, der Goldpreis zieht an
Andere Formen der Geldanlage boomten am Montag, just als die Börse ihre Talfahrt begonnen hat. Vor allem Gold, Öl, Gas und Staatsanleihen zogen beim Preis kräftig an. Der Goldpreis siteg auf rund 1.350 US-Dollaer und lag somit auf einem Viermonatshoch. Öl- und Gaspreise zogen vor allem deshalb an, da rund 90 Prozent der russischen Lieferungen nach Europa gehen, 70 Prozent davon durch die Ukraine.