Kapsch TrafficCom: Zahlen liegen "deutlich unter der Zielsetzung"

Kapsch TrafficCom: Zahlen liegen "deutlich unter der Zielsetzung"

Der börsenotierte Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom hatte im Geschäftsjahr 2012/13 mit einigen Schwierigkeiten im Projektgeschäft zu kämpfen und einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen müssen. In Südafrika konnte ein Mautsystem wegen privater Klagen gegen den dortigen Straßenbetreiber nicht in Betrieb genommen werden, auch in Polen kam es zu Verzögerungen, die an den Umsätzen nagten.

Die Ergebniszahlen seien "deutlich unter der Zielsetzung des Vorstandes" gelegen. Die "extrem hohen Vorhaltekosten" in Südafrika, hohe Kosten in die Nacharbeit in Polen, eine insgesamt niedrigere Produktivität sowie Investitionen in Märkte und neue Produktsegmente sorgten im Zeitraum April 2012 bis März 2013 für einen massiven Gewinneinbruch, wie Firmenchef Georg Kapsch am Dienstag beim Bilanzpressegespräch ausführte.

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Alle aktuellen und historischen Unternehmens-Kennzahlen zu Kapsch TrafficCom finden Sie auf: www.trendtop500.at .
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Der operative Gewinn (EBIT) sank um 64 Prozent auf 15,3 Millionen Euro. Die EBIT-Marge reduzierte sich dementsprechend drastisch von 7,7 Prozent auf 3,1 Prozent. Unter dem Strich blieb zwar noch ein Gewinn (Periodenergebnis) von 16,7 Millionen Euro übrig, das entspricht jedoch einem Rückgang um 39 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2011/12. Der Umsatz ging um 11 Prozent auf 488,9 Millionen Euro zurück. Einzig positives hatte das Unternehmen beim Free Cashflow zu vermelden, der auf 48,3 Millionen Euro (nach -49,7 Millionen Euro) ins Plus drehte, womit sich Kapsch TrafficCom für weitere Investitionen gerüstet sieht.

Auch wenn Unternehmenschef Kapsch davon sprach, man wolle eine "dividendentragende Aktie" sein, wird auf der Hauptversammlung 12. September eine auf 40 Cent/Aktie (nach 90 Cent/Aktie) reduzierte Gewinnausschüttung vorgeschlagen.

Problemkinder Südafrika und Polen

In Südafrika (Provinz Gauteng) seien nunmehr alle "juristischen sowie parlamentarischen Hürden aus dem Weg geräumt", sagte Vorstandsmitglied Andre Laux. Mit über einem Jahr Verspätung soll das Mautsystem Mitte Juli in Betrieb gehen. Die dadurch entstandenen Kosten nannte Laux auf Nachfrage nicht, es handle sich aber um einen "signifikanten Betrag in Millionenhöhe, den wir investieren mussten". Künftig erwartet sich Kapsch pro Jahr "hohe zweistellige Umsatzbeträge mit entsprechenden Erträgen" aus Südafrika. Der Mautanbieter beschäftigt in Südafrika rund 2.000 Personen. Zum Vergleich: In Österreich sind es 778.

Auch das Projekt in Polen laufe nun und man erwirtschafte inzwischen positive Deckungsbeiträge. In Slowenien hat sich Kapsch TrafficCom als einziger Anbieter für die Errichtung eines Mautsystems beworben. Ganz rund läuft die Ausschreibung jedoch nicht. Noch vor dem Fristablauf sind drei Revisionsanträge bei der staatlichen Revisionskommission eingegangen. Eine neuerliche Ausschreibung ist denkbar.

Einen (zahlenmäßigen) Ausblick für das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2013/14 gab Kapsch wie üblich nicht. Weitere Ausschreibungen erwartet das Unternehmen in Belgien und in den USA. "Mit Interesse" verfolgt Kapsch Diskussionen über Mautsysteme in Bulgarien, Russland und umliegenden Ländern sowie in Deutschland.

Per Ende März 2013 beschäftigte Kapsch TrafficCom 3.013 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, um 11 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Den Großteil (67 Prozent) des Umsatzes macht das Unternehmen in Europa. Auf Österreich fällt ein Umsatzanteil von 8 Prozent. 15 Prozent erwirtschaftet Kapsch in Amerika, 18 Prozent im Rest der Welt (Südafrika, Australien, Brasilien).

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