Kapsch, Andritz und Lenzing lachen der Krise ins Gesicht

Kapsch, Andritz und Lenzing lachen der Krise ins Gesicht

Der Mautspezialist Kapsch TrafficCom, der Maschinen-und Anlagenbauer Andritz und der Zellulose-Faserhersteller Lenzing sind von den österreichischen börsenotierten Top-Unternehmen bisher am besten durch die letzten drei Jahre der Krise gekommen.

Zu diesem Ergebnis kommen die Strategieberater der Contrast-Management Consulting in ihrem jährlichen "Strategic-Performance-Test". "Nischenpositionierung und Technologieführerschaft, das scheint für Unternehmen die erfolgversprechendste Strategie in turbulenten Zeiten zu sein", sagt Werner Hoffmann, Contrast-Geschäftsführer und Professor für Unternehmensführung an der WU Wien.

"Es geht um Technologieführerschaft in globalen Marktnischen, diese ist schwer von den Wettbewerbern aufzuholen", meint Hoffmann anlässlich der Präsentation der Studie und wünscht sich mehr solcher Unternehmen an der Wiener Börse. Auch die ebenfalls unter den Top-Ten platzierten Firmen Miba, Semperit AG Holding, Rosenbauer oder SBO würden diesen Kriterien entsprechen. Daneben gebe es in Österreich aber auch eine Reihe von nicht börsenotierten Unternehmen, die in ihren Bereichen Technologieführer seien. Solche Betriebe würden die Chancen einer kleinen Volkswirtschaft wie Österreich aufzeigen. Hier liege die Zukunft vieler mittelständischer Unternehmen und die Zukunft Österreichs, meint Hoffmann. Daran sollten sich auch die Rahmenbedingungen - Bildungssysteme, Forschungslandschaft und die Finanzierung von Universitäten - orientieren.

"Nicht so schlechte" Aktienjahre

Einige dieser Firmen würden sich auch bereits am Sprung auf das Börsenparkett befinden, da sie bei der Wachstumsfinanzierung an ihre Grenzen stoßen. Mit einem Anlaufen dieser neuen Börsengänge rechnet Hoffmann allerdings erst für das Jahr 2014. 2012, 2013 und 2014 dürften "nicht so schlechte" Aktienjahre werden. Dadurch würden auch IPO's wahrscheinlicher werden. 2013 dürfte man darüber aber eher noch "nachdenken". Hoffmann geht aber auch davon aus, dass die Fremdkapitalfinanzierung über Unternehmensanleihen noch wichtiger wird, nicht zuletzt wegen der strengeren auf die Banken durch Basel III zukommenden Eigenkapitalvorschriften.

Unter den Finanzdienstleistern hat laut der Contrast-Studie die Vienna Insurance Group (VIG) die letzten drei Jahre am besten gemeistert. Sie habe die Expansion am erfolgreichsten umgesetzt, meint Hoffmann. An zweiter Stelle folgt die Raiffeisen Bank International (RBI), gefolgt von der Oberbank. Er sei dagegen, die Expansion nach Osteuropa in Frage zu stellen. "Die CEE-kritische Stimmung zu verstärken wäre das dümmste", so Hoffmann. Die Region habe noch Potenzial für die nächsten zehn Jahre. Als weiterer Expansionsraum für heimische Unternehmen würden sich der Mittlere Osten und Zentralasien anbieten.

Generell leide die Finanzbranche unter den durch Basel III oder Sovency II vorgegebenen Rahmenbedingungen und Regulierungen für Banken bzw. Versicherungen. Hoffmann fürchtet, dass hier übertrieben wird und die europäischen Finanzdienstleister besonders darunter leiden, wenn etwa die volkswirtschaftliche Bedeutung von Universalbanken unterminiert wird. Europa sei bei der Diskussion nicht gut aufgestellt.

"Paradebeispiel" SBO

Dem Mautspezialisten Kapsch TrafficCom sagt Hoffmann noch ein großes Wachstumspotenzial voraus. Rund um die Firma habe sich in Wien fast unbemerkt ein echtes Cluster herausgebildet, das möglicherweise zu wenig beachtet werde und mehr gefördert werden sollte. Das zweitgereihte Unternehmen, der Maschinenbauer Andritz, habe als Branchenprimus an die große Tradition österreichischer Unternehmen anschließen können. Dessen Kompetenzbasis sei nicht von heute auf morgen "herzauberbar" gewesen. Lenzing habe zuletzt seine Technologieführung ausbauen können. SBO sei ein "Paradebeispiel" eines globalen Marktführers.

Die Top-Unternehmen würden auch zeigen, dass börsenotierte Unternehmen nicht schlecht performen müssen. "Unternehmen, die wachsen, haben auch positive Kurszuwächse", so Hoffmann.

Der Strategieberater Contrast analysiert seit 14 Jahren die Performance börsennotierter österreichischer Unternehmen. Unter die Lupe genommen wurden diesmal für die Drei-Jahres-Betrachtung 53 Unternehmen sowie acht Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister. Im Ein-Jahresvergleich waren es 55 Unternehmen und acht Finanzinstitute. Dem Ranking zugrunde gelegt werden der Total Shareholder Return (Kursentwicklung und Dividenden-Rendite), der Return Spread (Differenz zwischen Return on Capital Employed und den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten) und das Wachstum (des Umsatzes und des Anlagevermögens).

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