Immofinanz kontert Anlegern: "Wären Pleite gegangen"

Immofinanz kontert Anlegern: "Wären Pleite gegangen"

Die börsenotierte Immofinanz-Gruppe weist die von tausenden Ex-Aktionären in diversen Schadenersatzklagen erhobenen Vorwürfe zur Geschäftsgebarung im vergangenen Jahrzehnt zurück. Es habe seitens Immofinanz, Immoeast und Constantia Privatbank (CPB) keine unrichtigen oder irreführenden öffentlichen Darstellungen gegeben, und es seien nie falsche Angaben gegenüber den Anlegern gemacht worden, erklärten IF-Vorstandschef Eduard Zehetner (Bild) und Josef Mayer, der Leiter der Rechtsabteilung der Gruppe, am Dienstag.

Die Vorwürfe gegen die bis Herbst 2008 von Karl Petrikovics geleitete Immofinanz/Immoeast-Gruppe betreffend Mittelaufbringung und Mittelverwendung sowie angebliche Kursmanipulation und angebliche Aktienspekulation sowie Prospektmängeln seien unzutreffend, so Zehetner und Mayer vor Journalisten. Die am Handelsgericht Wien erfolgte Zusammenlegung von Anlegerklagen zu einem Sammelverfahren (GZ 49 Cg 173/11z) lehnt die IF ab: Die seinerzeitigen Anleger-Entscheidungen seien immer individuelle gewesen, daher lasse sich das nicht in einem Massenverfahren lösen, so der Chef der Rechtsabteilung. Auch wenn sich das Gericht damit eine Vielzahl von Gutachten ersparen wolle, sei die angestrebte Verfahrensökonomie nur ein "Scheingewinn", dem die Einzelfallgerechtigkeit gegenüberstehe.

Wären Pleite gegangen

Die Investitionsentscheidungen des "alten" Managements unter Petrikovics hält der jetzige Konzernchef, der die Geschicke seit November 2008 lenkt, für nachvollziehbar. Wenn damals alles in CEE investiert worden wäre, "wären wir Pleite gegangen", sagte er, "dann wären uns nämlich 2009/10 genau 4,6 Mrd. Euro abgegangen". Ja, die Gruppe habe "2004 bis 2007 in Osteuropa in eine Blase investiert", räumt Mayer ein, doch sei dies "aus damaliger Sicht verständlich und ganz normal" gewesen: "Der rational Handelnde musste hier mitmachen, auch Petrikovics". Auch die Peer Group, also die Konkurrenz der IF-Gruppe, habe - ganz ohne Skandale und ohne gestionierende Bank (CPB) - gleich schlechte Aktienkursverläufe aufgewiesen, so Mayer. Dass ab 2007 dem Immobilienmarkt die Luft ausgegangen sei, habe alle Immobilienunternehmen getroffen, fügte Zehetner hinzu.

Rückblickend könne man froh sein, dass nicht der gesamte Emissionserlös der Immoeast-Kapitalerhöhung von 2007 in Immobilien im Osten investiert worden sei, argumentierte Zehetner, "denn sonst hätten wir nochmals 686 Mio. Euro abwerten müssen". Durch die von der IF-Gruppe in der Vergangenheit im Osten getätigten Investments hätten ohnedies 1,037 Mrd. Euro Abwertungen ausgelöst, was einer durchschnittlichen Wertminderung von 25 Prozent bezogen auf ein Gesamtvolumen von durchschnittlich 4,125 Mrd. Euro entsprochen habe. Da das neue IF-Management ab Herbst 2008 das Ruder herumgerissen habe und die Ost-Pipeline sofort gestoppt habe, seien vielmehr 600 Mio. Euro Wertsteigerung erzielt worden, das sei eine Differenz von 1,1 Mrd. Euro in der Veranlagung bzw. wäre das Eigenkapital der IF-Gruppe um 1,4 Mrd. Euro oder ein Viertel niedriger, rechnete Zehetner vor.

Richtig sei aber, dass die Emissionserlöse aus den Kapitalerhöhungen sehr wohl in Immobilien angelegt worden seien, hält die IF fest. Die von IF und ihrer (damaligen) Tochter Immoeast (heute Imbea) vorgenommenen Veranlagungen überschüssiger Liquidität hätten dazu beigetragen, den Schaden der IF-Gruppe aus der Banken-, Finanz-und Wirtschaftskrise sowie aus dem Platzen der Immo-Blase in Osteuropa zu minimieren, hält das Unternehmen auch schriftlich fest.

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