Herbert Stepic – "Mr. Osteuropa" im Porträt

Herbert Stepic – "Mr. Osteuropa" im Porträt

Herbert Stepic, "Mr. Osteuropa" der Raiffeisen und einer der profiliertesten Banker des Landes, tritt nach Turbulenzen um einen Immobilien-Deal in Asien zurück.

Der 66-jährige Ex-Generaldirektor der Raiffeisen Bank International (RBI), ein Ost-Pionier der ersten Stunde in der österreichischen Bankenlandschaft, gilt als "Turbo" für die Auslandsexpansion der Raiffeisen Zentralbank. 2006 wurde er zum "Europäischen Banker des Jahres" gekürt. Gestolpert ist der kunstsinnige Manager nun über den Ankauf von drei Wohnungen in Singapur über zwei Offshore-Firmen. Stepic betonte stets und so auch heute, dass es sich bei den beiden zu den Immobilienkäufen eingeschalteten Firmen nicht um Offshore-Konstruktionen handelt.

"Aus Verantwortung und Verbindung zu meiner Organisation biete ich aber alle meine Funktionen an. Unter Umständen, die ich mir anders vorgestellt hatte, aber im Bewusstsein, das Beste gegeben zu haben." Mit diesen Worten zog Stepic heute einen Schlussstrich unter seine 40-jährige Karriere im Raiffeisen-Bankensektor, die er 1973 in der damaligen Genossenschaftlichen Zentralbank (GZB) und späteren Raiffeisen Zentralbank (RZB) begonnen hatte.

Ab 2010 war Stepic Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International (RBI), die aus der RZB und der damaligen Osteuropa-Bank Raiffeisen International (RI) entstanden ist. Die RI, deren Vorstandsvorsitzender er seit 2001 war, hatte Stepic 2005 erfolgreich an die Börse gebracht.

"NEWS" schießt Stepic ab

Für den Banker war das Immobiliengeschäft in Singapur, das über vom Nachrichtenmagazin "NEWS" berichtete Daten des "Offshore-Leaks" bekanntgeworden war, aber nicht der erste Deal mit einer schiefen Optik. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat bei Prüfung seines Immo-Deals in Serbien kein formelles Verfahren eingeleitet, wie ebenfalls diese Woche bekanntgeworden war. Er konnte der Aufsicht nachweisen, dass er aus der betreffenden Finanzierung ausgestiegen ist und seinen Job als CEO weiter ausüben.

Für Wirbel sorgte heuer auch sein Gehalt: Er zahlte 2 von fast 5 Mio. Euro zurück, die er vor allem wegen Cash-Zuteilungen aus einem Aktienoptionprogramm für 2012 als Gesamtbezug kassiert hätte.

Die Ost- und Südosteuropa-Expansion ist das "Lebenswerk" des Bankers, von dem er sich nun verabschiedet. Nicht nur durch seine zahlreichen Aufenthalte in allen Ländern Zentral/Osteuropas mit Kontakten zu den höchsten wirtschaftlichen und politischen Machthabern dieser Länder gilt er seit mehr als 20 Jahren als "Turbo" für die Auslandsexpansion. Den Grundstein für das weitreichende Netzwerk legte er schon lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs.

Die RBI bezeichnete er heute bei einer Pressekonferenz als "erfolgreichste Überwinderin der Krise seit 2008 mit einer "Pionierrolle im Transformationsprozess in Osteuropa". Er selbst sei "oft an Grenzen gegangen, auch physisch. Seit 30 Jahren habe ich mindestens einen 14-Stunden-Arbeitstag".

Zu den vielen Auszeichnungen, die Stepic erhielt, zählen unter anderem "Mann des Jahres" (WU Wien bzw. "trend" im Jahr 2005) und "European Banker of the Year" (2006).

In Osteuropa tätig ist auch die von ihm gegründete "H. Stepic CEE Charity" - ein gemeinnütziger Verein, der vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen unterstützt und unter anderem Waisenhäuser und Behindertenheime für Kinder baut.

Abseits der Bankgeschäfte gilt seine Leidenschaft der afrikanischen Kunst. Im Jahr 2011 wurden rund 200 Exponate seiner rund 400 Objekte umfassenden Sammlung afrikanischer Stammeskunst im Bank Austria Kunstforum der Öffentlichkeit präsentiert. Für Stepic, der die Schau als Privatmann organisierte, "eine Herzensangelegenheit", wie er damals erklärt hatte.

Stepic war Schlüsselfigur bei Raiffeisen

Das Engagement von Stepic in Osteuropa würdigte Walter Rothensteiner, heute RBI-Aufsichtsratschef und Raiffeisen-Generalanwalt und damals RZB-Chef und RI-Aufsichtsratspräsident anlässlich des 60. Geburtstages von Stepic folgendermaßen: "Ohne den Pioniergeist von Herbert Stepic wären der RZB-Konzern und die Raiffeisen Bankengruppe nicht zu dem geworden, was sie heute sind: Eine führende Bank in Zentral- und Osteuropa und eine anerkannte Marke in der internationalen Finanzwelt."

Stepic, am 31. Dezember 1946 in Wien geboren, trat nach Studium und Promotion zum Doktor der Handelswissenschaften und nach einem Jahr in der Privatindustrie 1973 in die GZB ein. In den ersten Jahren baute er die Abteilung für Außenhandel der GZB auf und war gleichzeitig Geschäftsführer des internationalen Handelshauses und GZB-Tochtergesellschaft F.J. Elsner.

Ab 1978 entwickelte Stepic das internationale Korrespondenzbanken-Netzwerk der GZB und trug damit wesentlich zur Internationalisierung der Bank bei. Zum Mitglied des Vorstandes der GZB, die dann 1989 in RZB umbenannt wurde, wurde Herbert Stepic 1987. Ab diesem Zeitpunkt widmete er sich schwerpunktmäßig dem Aufbau des Osteuropa-Netzwerkes, das 1986 in Ungarn seinen Anfang nahm. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit die Raiffeisen International, die dann in die Raiffeisen Bank International mündete. 1995 wurde Stepic zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der RZB sowie 2001 zum Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisen International bestellt.

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