Heißes Match zwischen DAX und ATX

Heißes Match zwischen DAX und ATX

Zinsen im Keller, Anleihen mit mageren Renditen – Anleger suchen das Weite und entdecken die totgesagten Börsen für sich. Vor diesem Hintergrund haben die Anleger im Jahr 2012 die Aktienmärkte wiederentdeckt. Der deutsche Leitindex DAX und sein Gegenstück der ATX Total Return liefern sich ein heißes Match um den Titel Euro-Börse 2012.

Das Match zwischen Frankfurt und Wien um den Titel der besten Euro-Börse 2012 bleibt spannend. Noch führt der deutsche DAX, der im heurigen Jahr bereits ein Plus von 28,77 % erzielt hat. Doch die Wiener bleiben ihren Frankfurter Kollegen auf den Fersen. Vergleicht man den prozentuellen Zuwachs des ATX Total Return Index (ATXTR), das eigentliche Gegenstück zum Frankfurter DAX der ja ein Performanceindex* ist, so steht das Match derzeit: 28,77 zu 27,98 (Prozent). Keine andere Börse im Euro-Raum kommt aktuell auf einen derartigen Zuwachs.

Innerhalb des Euro-Raumes könnte auf Basis der aktuellen Bloomberg-Daten lediglich noch Athen in den Zweikampf eingreifen. Seit seinem bisherigen Jahreshöchst im Oktober dieses Jahres hat der griechische Leitindex ASE leicht an Boden verloren, könnte mit ein wenig Schub aber durchaus noch die Spitze im Euro-Raum erklimmen.

Die Zuwächse an den europäischen Aktienmärkten mögen angesichts der mauen Konjunktur und der drohenden Rezession überraschen, sind aber doch logisch. Zumindest aus Sicht der Investoren, die vor dem Hintergrund der rekordniedrigen Zinsen und der mageren Renditen bei den Staatsanleihen von sicheren Häfen wie Deutschland und Österreich, das Weite gesucht haben. Aktien bieten derzeit – bei allem Risiko – die relativ einfachste Möglichkeit satte Renditen, die oberhalb der Inflationsrate liegen zu erzielen.

Wie immer an den Börsen ist alles nur eine Frage des Timings. Geht alles gut und die Jahresendrally hält an, so könnte der deutsche DAX im heurigen Jahr sein drittbestes Jahr seit 1998 erleben. Lediglich im Börsen-Boomjahr 1999, als der DAX ein Plus von 39,10 % erzielte, und 2003 (+37,08 %) lief der Frankfurter Aktienmarkt besser als im heurigen Jahresverlauf. Für Wien wäre es übrigens das fünftbeste Aktienjahr nach 2004,05,06 und 2009.

Während der ATX im Vergleich zu seinem Jahresendstand 2010 aber noch einiges gut zu machen hat, hat Frankfurt das Schreckensjahr 2011 schon deutlich hinter sich gelassen. Im Annus horribilis 2011 büßte der ATX (Preisindex) 34,87 % ein und hat somit gegen den Jahresendstand 2010 noch immer einen Aufholbedarf von mehr als 19 %. Im Gegensatz dazu notiert der DAX, der 2011 14,7 % verlor, bereits wieder um 8,8 über seinem Schlussstand von 2011.

Entsprechend auch die Bewertung. Während das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX aktuell bei 14,86 liegt, hält der ATX (laut Bloomberg-Daten ) bei 12,60. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2013 liegt das DAX-KGV bei 10,66, jenes des ATX bei 10,71. Im Vergleich dazu hat der Leitindex der Athener Börse ein KGV (2013e) von 49,13.

ATX: Noch viel Platz bis zum Allzeithoch

Und noch etwas könnte für ein weiteres Wiedererstarken des ATX sprechen. Während die Luft beim DAX schon sehr dünn geworden ist, bis zu seinem Allzeithoch aus dem Juli 2007, fehlen nur mehr 7,3 Prozent, hat der Wiener Leitindex aus dieser Perspektive noch jede Menge Aufholbedarf: Bis zum All-Time-High, gleichfalls aus dem Juli 2007, fehlen dem ATX noch 112 Prozent.

Innerhalb des ATX haben heuer vor allem die Banken überzeugt. Mit einem Total Return (inkl. Dividende) von 70,47 Prozent führt Raiffeisen das ATX-Performance-Ranking an. Die Erste-Aktie bringt es auf 67,45, gefolgt von der AMAG (+60,13 %) und Andritz (+59,88 %). Der extremste Ausreisser nach unten war die Telekom Austria, deren Aktie wohl nicht zuletzt unter den politischen Turbulenzen rund um das Unternehmen gelitten haben dürfte. Die Telekom-Aktie verlor 2012 bisher 42,83 %.

* Der DAX ist im Unterschied zum „normalen“ ATX ein Performaceindex, bei dem in die Berechnung auch die Dividenden miteinfließen. Das Gegenstück zum "Performance DAX" ist der ATX Total Return (ATXTR).

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