Gier nach Öl: SBO mit neuem Rekord

Rekordwerte bei Umsatz (+31,5 %) und Gewinn (EBIT: + 45,6%) kennzeichnen das Ergebnis des ersten Halbjahres 2012. Bei den Aufträgen hält der SBO-Konzern aktuelle bei einem Stand von mehr als 200 Millionen €.

Gier nach Öl: SBO mit neuem Rekord

Unbeeindruckt von der weltweiten Konjunkturabschwächung entwickelt sich das Öl-Geschäft, genauer gesagt das Geschäft mit der Suche nach dem schwarzen Gold. SBO-Chef Gerald Grohmann in einer Aussendung zum Halbjahresergebnis: "Die dynamische Entwicklung des Auftragseinganges setzte sich im gesamten ersten Halbjahr fort und erreichte im zweiten Quartal einen neuen, absoluten Rekordwert. Zudem konnten wir im ersten Halbjahr neue Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielen. Wir gehen weiterhin von einem positiven Geschäftsumfeld für das zweite Halbjahr 2012 aus."

Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr 2012 um 33,1 % auf 276,9 (nach 208,0 im ersten Halbjahr 2011) Millionen €. Davon gingen allein im zweiten Quartal Bestellungen im Wert von 147,7 Millionen € ein: Ein neuer Rekordwert. Der Auftragsstand zum Stichtag 30.06.2012 lag mit 208,7Millionen € um 52,2 % über dem Vorjahrs-Vergleichswert.

Der Halbjahres-Umsatz 2012 stieg gegenüber 2011 um 31,5 % von 194,4 auf 255,7 Millionen €. Er übertrifft damit deutlich die Schätzungen der heimischen Analysten, die im Schnitt mit einem Umsatzzuwachs von 26,3 % gerechnet hatten. Das operative Halbjahres-Ergebnis (EBIT) lag bei 58,4 Millionen €, um 45,6 % über dem Vorjahres-Vergleichswert. Der Gewinn nach Steuern konnte um 57,2 % gesteigert werden und betrug im ersten Halbjahr 2012 37,2 Millionen €. Der Gewinn je Aktie kam bei 2,31 (nach 1,46 im ersten Halbjahr 2011) € zu liegen, ein Plus von 58,3 %. Etwas mehr als die Analysten erwartet hatten.

Auch zu Beginn des dritten Quartals sei die Nachfrage "anhaltend stark", sagte Grohmann zu Reuters. Dabei profitieren die Ternitzer von den steigenden Investitionen großer Ölfirmen auf der Suche nach neuen Reserven. SBO beliefert Ölbohrfirmen wie Baker Hughes, Halliburton oder Schlumberger mit Bohrsträngen und Bohrmotoren. Wegen des hohen Ölpreises lohnt sich für sie auch die Suche nach Öl an schwer erreichbaren Stellen wie der Tiefsee.

Längerfristige Auswirkungen der Schuldenkrise nicht absehbar

Mögliche längerfristige Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die künftige Investitionslaune der Ölfirmen seien jedoch nicht absehbar, räumte SBO ein. "Wenn es einen Einbruch gibt, oder die Auswirkungen der Staatschuldenkrisen in Europa weltweite Infektionen hervorrufen, dann hat das auf alle Industrien eine Auswirkung", sagte Grohmann. "Wir wissen nicht, ob Kunden in Zukunft aufgrund dieser Unsicherheiten - was das Jahr 2013 betrifft - Zurückhaltung an den Tag legen oder nicht." Derzeit gebe es aber keine Anzeichen für ein Abflauen der Nachfrage. "Grundsätzlich - wenn sich in der globalen Weltkonjunktur nicht viel verändert - sehen wir 2012 sehr zuversichtlich", sagte Grohmann.

Die Anzahl der Ölbohrungen wird in den kommenden Jahren durch den Boom bei Tiefseebohrungen voraussichtlich steigen. Zudem erwartet Grohmann auch für den Rest des Jahres einen Ölpreis von über 100 Dollar je Barrel - und somit genug Geld für die Ölkonzerne, um in die Erschließung neuer Quellen zu investieren.

Auch die Kunden von Schoeller-Bleckmann hatten sich zuletzt durchweg optimistisch geäußert: Schlumberger und Baker Hughes hatten im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Sie erwarten bei der Zahl der weltweiten Ölbohrungen ein Plus von acht und mehr als zehn Prozent.