Fokus auf Asien – voestalpine will Umsatz verdreifachen

Fokus auf Asien – voestalpine will Umsatz verdreifachen

Bis 2020 soll der Umsatzanteil Asiens auf über zwei Milliarden Euro beinahe verdreifacht werden - und dann etwa zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmachen, sagte Firmenchef Wolfgang Eder am Montag. "Wir sehen vor allem in Südostasien sehr gute Wachstumschancen, der Markt hat dort hat ein hohes Aufholpotenzial", sagte der Voestalpine-Chef.

In den kommenden sieben Jahren will das Unternehmen mit Sitz in Linz mehrere hundert Millionen Euro in Asien investieren. "Wir denken an Investitionen und Akquisitionen", sagte Eder. Bisher lag das Investitionsvolumen im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und war damit laut Eder im Vergleich zu anderen Regionen "überschaubar". Ein Schwerpunkt werde China sein. Das Wirtschaftswachstum liegt in China bei über sieben Prozent. In den nächsten fünf Jahren rechnet der Voestalpine-Chef dort mit anhaltend hohen Wachstumsraten, während die Entwicklung in Europa mau bleiben dürfte. "In Europa gehen wir davon aus, dass es im Laufe des Jahres 2014 zu einer gewissen leichten Erholung kommt", sagte Eder. "Aber wir sollten nicht erwarten, dass es Wachstumsquoten von zwei Prozent oder mehr geben wird", dämpfte er die Erwartungen.

Der Voestalpine-Chef, der seit kurzem auch Vizepräsident des Weltstahlverbandes ist, schlägt damit weit weniger optimistische Töne an als noch im Sommer. Aufgrund der Überkapazitäten im Markt erwartet Eder, dass die Stahlpreise auch im nächsten Jahr unter Druck bleiben, sagte er in der Vorwoche. Anfang Oktober kündigte er jedoch an, dass die europäischen Konzerne langsam davon profitierten, dass viele Kunden ihre Lager wieder auffüllten.

Die Voestalpine macht etwa zwei Drittel ihres Geschäftes in der renditestärkeren Weiterverarbeitung von Stahl zu Spezialprodukten - etwa zu Karosserieteilen für die deutschen Premiumautobauer, Bauteilen für die Luftfahrtbranche oder Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge. Das restliche Drittel entfällt auf das klassische Stahlgeschäft, das sich langfristig weiter auf ein Viertel reduzieren sollte. Aufgrund dieser Spezialisierung erzielen die Österreicher höhere Renditen als die Konkurrenz im krisenanfälligen Massengeschäft. Den deutschen Branchenführer ThyssenKrupp oder Salzgitter macht die Krise weit mehr zu schaffen. Sie reagieren darauf unter anderem mit einem Stellenabbau. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2013/14 erwartet das österreichische Industrieunternehmen weiterhin einen operativen Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres. "Wir gehen davon aus, dass wir ziemlich sicher beim Ebit bei den 850 Millionen Euro des Vorjahres liegen werden", sagte Eder.

Autoproduktion in Europa massiv rückläufig

Wachstum und Marktpotenzial ortet voestalpine derzeit überwiegend außerhalb Europas: "Der automotive Bereich wird in Europa nicht mehr wachsen", sagte Konzernchef Wolfgang Eder am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Viele Autohersteller verlagerten ihre Produktion nach China, Südamerika und in die USA. "Die Autoproduktion in Europa wird in den nächsten Jahren zurückgehen und 2020 etwa um 30 Prozent unter der heutigen liegen", schätzt der Voest-Chef.

Auch der Verkauf in Europa werde in den kommenden Jahren "nur sehr mäßig wachsen". 2013 sei die Nachfrage "fast auf einem Alltime-Low". Der Markt werde sich in den nächsten Jahren nur "leicht erholen".

Die voestalpine erzielt derzeit 44 Prozent des Konzernumsatzes im Mobilitätsbereich - dazu zählen neben der Automotive-Industrie etwa auch Eisenbahn und Luftfahrt. 16 Prozent des Umsatzes kommen aus dem Energiebereich (Lieferungen für die Öl- und Gasindustrie, Kraftwerke und Alternativenergien) - den Umsatzanteil aus diesen beiden Bereichen will die voestalpine bis 2020 von derzeit 60 auf 70 Prozent steigern.

Bis dahin wird der Konzern laut Eder "mindestens 40 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas machen" - derzeit sind es erst 25 Prozent. Die Expansion werde also vor allem außerhalb Europas stattfinden."In Europa werden wir uns bemühen, unsere starke Position zu halten - und natürlich, wenn möglich, auszubauen."

Im Stahlbereich erzielt die Voest derzeit nur noch knapp ein Drittel (31 Prozent) des Umsatzes - bis 2020 werde sich die Stahlbasis auf etwa ein Viertel des Konzernumsatzes verringern, so der voestalpine-Chef. "Drei Viertel werden im Downstream-Bereich erwirtschaftet werden."

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