Flughafen Wien: Pönalen peppen das Ergebnis auf

Einige spektakuläre Ereignisse sind heuer im ersten Halbjahr in der Bilanz der börsenotierten Flughafen Wien ersichtlich, ergebniswirksam vor allem im zweiten Quartal.

Flughafen Wien: Pönalen peppen das Ergebnis auf

Zum einen Schadenersatzeingänge nach erwiesenen Mängeln beim Terminalbau Skylink. Zum anderen - ergebnisbelastend - Abschreibungen nach der Pleite des größten Flughafen-Shopbetreibers Sardana.

Wie es im Halbjahresbericht 2012 heißt, konnten Erträge aus Versicherungsleistungen für Schadensfälle bei der Terminalerweiterung Check-In 3 (Skylink) in Höhe von 2,5 Mio. Euro sowie "Erträge aus fakturierten Pönalen aufgrund nicht fristgerechter Flächenausbauten einer Bestandsnehmerin" von 1,6 Mio. Euro lukriert werden. Letztere, so der Airport, mussten jedoch wegen der Insolvenz von Gesellschaften der Sardana-Firmengruppe wertberichtigt werden.

Die beiden Airport-Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger sind mit heutigem Tag fast genau ein Jahr im Amt. Sie sehen ihre Produktivitätsziele bereits zur Hälfte erreicht, wie es heute hieß.

Kosten unter zehn Millionen

Der Flughafen Wien will etliche von Passagieren bereits gleich nach der Inbetriebnahme bekrittelte Mängel am neuen Terminal Check-In-3 ("Skylink") in den nächsten Monaten beheben. Die Kosten dafür sollen nach Angaben der Vorstände Julian Jäger und Günther Ofner aber im einstelligen Millionenbereich bleiben und auch die Gesamtsumme des Projekts nicht mehr erhöhen. Bestätigt wurde, dass man den Bau heute wohl anders anlegen würde.

Ofner sagte, man sei mit allen Betroffenen im Dialog. Insbesondere mit Behindertenverbänden, die Teile der Infrastruktur als behindertenfeindlich kritisiert hatten. Man werde zusätzliche Liftkapazität einbauen und das Leitsystem und die Beschilderung verbessern. Der Check-in-3 funktioniere jedoch, betonte der Vorstand. Den behördlichen Auflagen sei in jedem Fall entsprochen worden.

Bei jedem Neubau entstehe beim Bezug Bedarf nach Modifikationen, wurde eingeräumt. "Ein Echtbetrieb mit 40.000 Passagieren pro Tag ist etwas anderes als ein Probebetrieb mit wenigen tausend Testpassagieren über mehrere Monate", sagte Jäger.

Vorwürfe, der Start des Terminals sei "chaotisch" verlaufen, wurden vom Vorstand heute allerdings nachdrücklich zurückgewiesen. Operativ sei alles plangemäß gelaufen.

Kritik wolle man immer nachvollziehen, aus dem Anspruch besser zu werden, sagte Jäger. Was die Architektur des Baues betrifft, so gebe es positives Feedback. Die Frage sei aber bis zu einem gewissen Maß eine Geschmacksfrage. Er räumte ein, dass man mit dem Wissen des heutigen Tages einiges wohl anders planen würde. Die beiden Vorstände Ofner und Jäger sind erst seit einem Jahr im Amt.