Eine schmackhafte Bilanz für Do & Co

Eine schmackhafte Bilanz für Do & Co

Der in Wien und Istanbul börsenotierte Caterer Do & Co hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 (per 31.3.) den Nettogewinn um fast ein Fünftel gesteigert und operativ sogar um mehr als ein Viertel zugelegt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 schnellte der Umsatz trotz "volatilem Geschäftsumfeld" um knapp ein Viertel auf 576 Millionen Euro hinauf, für das laufende Geschäftsjahr werden rund 600 Millione Euro anvisiert, und in drei bis fünf Jahren will der Do & Co-Chef die Umsatzmilliarde knacken. Do & Co ist im Bereich Airline-, Bahn- und Event-Catering sowie Hotel, Lounges und Restaurants aktiv. Aktionäre des Caterers dürfen sich heuer auf eine um fünf Cent auf 50 Cent erhöhte Dividende freuen.

Unterm Strich blieb schlussendlich ein Konzernergebnis von 22,8 Millionen Euro, um 18,0 Prozent mehr als 2011/12, und das EBIT wuchs um 27,5 Prozent auf 41,3 Millionen Euro. Der Mitarbeiterstand des Konzerns war mit 6.220 deutlich höher als im Jahr davor (4.166).

Alle drei Geschäftsbereiche erzielten 2012/13 Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Am stärksten legten die Erlöse und auch das operative Ergebnis im - allerdings vergleichsweise kleinen - Bereich International Event Catering zu. Am schwächsten performte ergebnismäßig die Division Restaurants, Lounges & Hotel, während im Hauptgeschäftsfeld Airline Catering die Erlöszuwächse am geringsten ausfielen.

Zahlen im Detail

Im vergangenen Geschäftsjahr 2012/13 legten demnach die Umsätze im Bereich Airline Catering um 14,4 Prozent auf 400,2 Millionen Euro zu, und das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 23,6 Prozent auf 30,4 Millionen Euro. Insbesondere die Standorte in New York, London, Frankfurt, Mailand und Istanbul hätten 2012/2013 eine "sehr erfreuliche Entwicklung" verzeichnet. Mit der im vergangenen Dezember übernommene LOT-Catering ist Do & Co nun die Nummer 1 im polnischen Airline-Catering und kann dort nach eigenen Angaben auch kostengünstig Sandwiches und Wraps für andere Standorte produzieren.

Rückläufig war im Airline-Catering nur der Heimatmarkt Österreich mit einem Umsatzminus von 9 Prozent. "Wir haben jedes Sparpaket von AUA und Niki mitgemacht", erläuterte Dogudan das Erlösminus. Das im vergangenen Jahr neu geschaffene Do & Co à la carte Menü für die AUA-Economy-Klasse um 15 Euro soll nun verstärkt beworben werden. Derzeit würden nur ein "paar Tausend" pro Monat verkauft. Ziel sei es die aktuelle monatliche Menge pro Tag zu verkaufen.

Im Geschäftsbereich International Event Catering hat Do & Co im ersten Quartal 2013/2014 das Champions League Finale sowie die Chelsea Flower Show in London betreut. Im vergangenen Geschäftsjahr schossen die Erlöse im Event Catering vor allem wegen der Fußballeuropameisterschaft in Polen und der Ukraine um 54,5 Prozent auf 71,1 Millionen Euro hinauf, und das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 57,1 Prozent auf 6,6 Millionen Euro. Ein besonderes Highlight für Do & Co war das Catering für das UEFA Champions League Finale am 19. Mai 2012 mit 6.000 Gästen in der Münchner Allianz Arena.

In der Division Restaurants, Lounges & Hotel will Do & Co heuer drei neue "Henry"-Restaurants in Wien und Umgebung in Billa- und Merkur-Filialen (u.a. Hoher Markt & SCS) eröffnen. Dogudan will in nächster Zeit 15 bis 20 Henry-Läden eröffnen. Das Henry-Konzept werde von den Kunden gut angenommen. Bei Restaurants, Lounges & Hotels stieg der Umsatz vor allem wegen des neu übernommenen ÖBB-Caterings um 48,7 Prozent auf 104,9 Millionen Euro, und das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 19,9 Prozent auf 4,3 Millionen Euro.

Seit April 2012 hat Do & Co das Catering auf allen ÖBB-Fernreisezügen von E-Express übernommen. Dies sei die "schwierigste Aufgabe" im vergangenen Geschäftsjahr gewesen, betonte der Do & Co-Chef. Um besser auf die schwankenden Kundennachfragen reagieren zu können, will man zudem in den kommenden Monaten ein mobiles Bestellsystem via Smartphones testen.

Derzeit müssten oftmals zwei Drittel der täglich frisch zubereiteten Speisen weggeschmissen werden, so Dogudan. Die bestellten Speisen würden dann künftig direkt zum Sitzplatz im Zug geliefert. Bis dato waren die ÖBB-Bordrestaurants laut Dogudan nicht auf die Zubereitung von "frischen Speisen" ausgelegt. Jetzt müssten die Railjet-Bistros für teures Geld umgerüstet werden, weil der ehemalige ÖBB-Caterer nur lang haltbare Speisen angeboten hatte.

Ob das "Henry am Zug"-Geschäftsmodell aufgeht, ist offen. Do & Co müsse mit deutlich weniger Zuschüssen von der ÖBB deutlich mehr Speisen und Getränke verkaufen, so Dogudan. Derzeit belaufe sich der Verlust bei "Henry am Zug" auf zwei bis drei Millionen Euro pro Jahr. 2014 will Do & Co dann keine roten Zahlen mehr machen. Das Potenzial von 12 bis 15 Millionen Fahrgästen und damit Kunden stimmen den Do & Co-Chef aber optimistisch.

Die Zukunft von Do & Co

Für die Zukunft plant Do & Co weitere Zukäufe. Das Unternehmen könne nicht mehr wirklich organisch wachsen, so CEO Attila Dogudan. Man sei derzeit auf der Suche nach Unternehmen mit einer starken Marke in ihrer Region. Dogudan will aus Do & Co ein Art "Louis Vuitton des Essens" mit mehreren Marken und Vertriebskanälen machen. Trotz einem hohem Cashpolster will der Caterer heuer noch eine Anleihe in "dreistelliger" Millionenhöhe begeben, um die Akquisitionen kostengünstig zu finanzieren.

Von den derzeitigen Unruhen in Istanbul zeigte sich Dogudan nicht sonderlich beunruhigt: Diese würden den Bau des Do & Co Grandhotel wohl nur für einige Tage behindern

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