Ein schwieriges Jahr für die OMV

Ein schwieriges Jahr für die OMV

Während die Erlöse mit 10,7 Mrd. Euro fast das Niveau des Vorjahresquartals erreichten, brach der um Lagerhaltungseffekte bereinigte Periodenüberschuss um 17 Prozent auf 263 Mio. Euro ein. Das Betriebsergebnis (EBIT) und das Ergebnis je Aktie fielen um mehr als ein Viertel schwächer aus als im 3. Quartal 2012, wie aus den heute veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht.

Das EBIT ging demnach um 26 Prozent auf 576 Mio. Euro zurück, der Gewinn je Aktie um 27 Prozent auf 70 Cent. Die Zahlen für den gesamten Zeitraum Jänner bis September 2013 fielen zwar erfreulicher aus - das EBIT legte um 8 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro zu, das Ergebnis je Aktie um 18 Prozent auf 3,80 Euro, der Umsatz um 3 Prozent auf gut 32 Mrd. Euro - doch diese Zahlen würden das tatsächliche schwierige Umfeld nicht richtig widerspiegeln, erklärte Finanzvorstand David Davies am Vormittag bei der per Webcast übertragenen Präsentation des Quartalsergebnisses. Im 1. Quartal wurden Assets um 444 Mio. Euro verkauft, "das können wir nicht jedes Jahr wiederholen", sagte Davies.

"Wir haben in einem sehr schwierigen Umfeld gute Arbeit geleistet", betonte OMV-Chef Gerhard Roiss. Die OMV sei "hoch profitabel" und habe genug Finanzkraft für künftiges Wachstum.

Dass die Produktion in den ersten neun Monaten mit 291.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalente pro Tag) um 4 Prozent geringer ausgefallen ist als im Vorjahr, führte Roiss auf widrige politische Umstände zurück und verwies auf die neuerlichen Lieferausfälle in Libyen. Im 3. Quartal lag die gesamte Tagesproduktion der OMV von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas mit 275.000 boe sogar um 11 Prozent unter dem Niveau des 3. Quartals 2012.

Historisches Tief bei Raffineriemargen

Aber auch die auf ein historisches Tief gesunkenen Raffineriemargen - die OMV-Referenzmarke ist von 5,28 auf nur noch 1,17 Dollar/Fass gesunken - und der teure Gas-Einkauf der Gashandelstochter EconGas haben der OMV im 3. Quartal schwer zugesetzt. Der Betriebserfolg des Bereichs Raffinerien und Marketing betrug im dritten Quartal 105 Mio. Euro und war damit um fast zwei Drittel geringer als vor einem Jahr.

Der Beitrag des Bereichs Gas & Power zum Betriebserfolg war mit 15 Mio. Euro negativ, die EconGas hat wegen der hauptsächlich Hubpreis-gebundenen Verkaufsverträge und der noch nicht abgeschlossenen Neuverhandlungen des langfristigen Gasbezugsvertrags mit Gazprom weiter Geld verloren. Mit dem norwegischen Lieferanten Statoil wurde eine Preissenkung ab 1. Oktober 2013 vereinbart.

Der Ergebnisbeitrag des Erdgas-Geschäfts der rumänischen Tochter Petrom lag, vor allem wegen niedrigerer Margen, unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Der Beitrag des Kunststoffherstellers Borealis, an dem die OMV 36 Prozent hält, hat sich um 1 Mio. auf 47 Mio. Euro erhöht.

Das CCS EBIT (um Veränderungen der Lagerhaltung bereinigt) vor Sondereffekten ging im 3. Quartal um 21 Prozent auf 619 Mio. Euro zurück. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit lag mit 1,081 Mrd. Euro um 11 Prozent über dem 3. Quartal des Vorjahres. Der Verschuldungsgrad wurde im Jahresabstand von 28 auf 12 Prozent gesenkt. Der Mitarbeiterstand hat sich innerhalb eines Jahres um 7 Prozent auf 27.128 verringert.

Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die OMV, dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis weiterhin über 100 Dollar/Fass liegen wird. Die Raffinerie-Margen werden wegen der geringen Nachfrage und bestehender Überkapazitäten an den europäischen Märkten sehr niedrig bleiben. Das Produktionsniveau der OMV wird 2013 etwas geringer ausfallen als im Vorjahr, 2014 aber nach dem Erwerb der Statoil-Assets in der Nordsee zwischen 320.000 und 340.000 boe/d liegen, erwartet die OMV. 2016 soll die Produktion auf rund 400.000 boe/d steigen, so das Ziel.

Der Kurs der OMV-Aktie hat heute bis Mittag um 1,21 Prozent auf 36,80 Euro nachgegeben - seit Jahresbeginn konnte die Aktie jedoch um 34 Prozent zulegen.

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