voestalpine: Ein Glanzlicht inmitten der Stahlkrise

voestalpine: Ein Glanzlicht inmitten der Stahlkrise

Das voestalpine-Ergebnis nach Steuern (vor Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen) ging gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,3 Prozent auf 138,6 Mio. Euro zurück, der Gewinn je Aktie gab um 6,8 Prozent auf 69 Cent nach.

Die Voestalpine sorgt für einen Lichtblick in der kriselnden Branche. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni schrumpfte der Betriebsgewinn (EBIT) zwar um gut zwei Prozent auf 223 Millionen Euro. Damit schnitt der Konzern aber besser ab, als von Analysten erwartet. Der Umsatz ging um rund vier Prozent auf 2,94 Milliarden Euro zurück.

"Die Entwicklung des Voestalpine-Konzerns sollte bis Jahresende 2013 auf insgesamt stabilem Niveau verlaufen", sagte Konzernchef Wolfgang Eder. Im klassischen Stahlgeschäft erwartet der Manger eine volle Auslastung "bei tendenziell steigenden Preisen". Dies zeichne sich im Wesentlichen auch für die anderen Geschäftsbereiche ab.

Damit hebt sich Voestalpine von vielen europäischen Konkurrenten ab, die eine Hiobsbotschaft nach der anderen verkünden. Die gesamte Branche leidet seit Jahren unter hohen Überkapazitäten und einem erbitterten Preiskampf. Weil nun mit der mauen Konjunktur auch noch die Stahlnachfrage zurückgeht, kommen viele Stahlfirmen in Bedrängnis: Salzgitter musste am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Prognose senken und erwartet nun für das laufende Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von 400 Millionen Euro. Auch der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal schraubte Anfang August seine Gewinnprognose zurück und machte seinen Aktionären keine Hoffnung auf eine rasche Besserung.

Der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp, der wegen der Flaute bereits den Abbau tausender Arbeitsplätze in seiner Stahlsparte angekündigt hatte, will seine Quartalszahlen kommende Woche vorlegen.

Konjunkturelle Abwärtstrend gebannt

Die voestalpine schlägt hingegen nun optimistischere Töne an. Das Geschäft habe sich in den vergangenen Wochen stabilisiert. "Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass der bis zum Jahresbeginn 2013 vorherrschende konjunkturelle Abwärtstrend gebannt ist". "Wir haben eine deutliche Stabilisierung gesehen und gehen davon aus, dass sich diese in den nächsten Monaten fortsetzen sollte." Der Abwärtstrend des Jahres 2012 sei mit dem Frühjahr dieses Jahres "eindeutig gebremst". In den kommenden Monaten könnte eine stabile Entwicklung eintreten, was positive Vorzeichen für 2014 wären.

Das Jahr 2014 könnte dann mit einer "wesentlich stabileren Konjunktur" starten als dies 2013 der Fall war - die Chance dafür stünden weitaus besser als noch vor einem Jahr. Für das kommende Geschäftsjahr 2014/15 der voestalpine bestehe "eine durchaus realistische Chance auf eine lange nicht gesehene Konjunkturbelebung".

"2014 könnte den Umschwung bringen"

"2014 könnte den Umschwung bringen, den wir uns seit 2009 erhoffen", so Eder. Den Massenstahlbereich sieht er aber "weiter unter Druck", da das Problem der Überkapazitäten nach wie vor nicht gelöst sei. Für die Bau- und Bauzulieferindustrie werde die Lage ebenfalls schwierig bleiben. Auch die Automobilproduktion in Europa werde weiterhin auf schwachem Niveau verharren, dafür aber außereuropäisch starkes Wachstum sehen.

Im Öl- und Gassektor seien in den vergangenen Wochen "doch wieder einige Pipelines spruchreif geworden". Beim vom russischen Konzern Gazprom geplanten Großprojekt Southstream geht die Voest laut Eder in neue Verhandlungen. Weiterhin gut laufen sollten die Luftfahrtindustrie und der Eisenbahnsektor außerhalb Europas.

Zahlen im Detail

An der Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende März) hält der Konzernchef fest: "Die Ergebnisse des Vorjahres sollten wir wiederholen können." Diese Erwartung stehe heute auf einer stabilieren Basis als noch vor zwei Monaten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Voest das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 1,3 auf 1,44 Milliarden Euro gesteigert und den operativen Gewinn (EBIT) von 704,2 auf 853,6 Millionen Euro erhöht - bei einem Umsatzrückgang von 12,1 auf 11,5 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal 2013/14 war der Technologiekonzern eigenen Angaben zufolge in allen vier Divisionen sehr gut ausgelastet. In den Bereichen Stahl und Metal Engineering (mit dem Schwerpunkt auf Eisenbahn sowie Öl- und Gasindustrie) fährt die voestalpine sogar bei voller Auslastung. "De facto sehen wir bis Jahresende ein Anhalten der sehr guten Auslastungssituation als sehr gut abgesichert", betonte Eder.

Der Mitarbeiterstand erhöhte sich im ersten Quartal von weltweit rund 46.300 auf 47.100 Arbeitnehmer. "Das ist eine neue Rekordbeschäftigung - trotz eines nicht ganz einfachen Umfeldes", sagte der Konzernchef. Der Anteil des Leasing-Personals liege - wie schon in den vergangenen Jahren - relativ konstant bei knapp 10 Prozent.

Das Eigenkapital der seit 1995 börsenotierten voestalpine erhöhte sich heuer zwischen März und Juni um 1,7 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, die Nettofinanzverschuldung sei mit 2,3 Milliarden Euro im Wesentlichen konstant geblieben. Das Gearing (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) habe auf 44 Prozent leicht verringert werden können.

Börse

Neues Börsegesetz bringt Erleichterungen für Unternehmen

Die Voestalpine liefert 120.000 Tonnen Bleche für den Bau der South Stream Pipeline von Russland nach Österreich.
#ukraine #south stream #russland #putin #omv
 

Börse Wien

Voestalpine ist bei South Stream als Lieferant im Geschäft

Der Plan soll mit einer 375 Millionen Euro schweren Umtauschanleihe gelingen.
#immofinanz
 

Börse Wien

Immofinanz bereitet Teilausstieg aus Buwog vor