voestalpine-Chef Eder: Investition in Texas ist ein "wirtschaftlicher Aufschrei"

voestalpine-Chef Eder: Investition in Texas ist ein "wirtschaftlicher Aufschrei"

Das EBIT werde 800 bis 850 Mio. Euro betragen, das EBITDA eine Größenordnung von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro haben, sagte voestalpine-Chef Eder am Donnerstag bei der "Gewinn"-Messe in Wien. Im November steht die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen an.

Im kommenden Jahr hofft Eder von einem globalen Aufschwung profitieren zu können. Man hoffe, dass es in Europa im nächsten Jahr langsam wieder aufwärtsgehen werde. In Nordamerika sei die Grundstimmung positiv, unklar sei aber noch, wie sich der "Shutdown" wegen des Budgetstreits in den USA auf den Konsum auswirken werde.

In China sollte bei entsprechender politischer Steuerung in den nächsten fünf Jahren ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 7 Prozent erreicht werden - Wachstumsraten von 9 oder 10 Prozent wie in der Vergangenheit seien aber auch in China illusorisch, meinte der voestalpine-Chef.

Brasilien leide nach wie vor unter einer instabilen Inlandsnachfrage, und auch für Indien sei kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen - allerdings sei die Bedeutung Indiens für die Weltwirtschaft in den letzten Jahren überschätzt worden. "Indien hat in den letzten Jahren etwa so viel exportiert wie Österreich."

Abwanderungstendenzen drohen sich zur Lawine zu entwickeln

Eder verteidigte die 500 Mio. Euro schwere Investition in Texas: "Sehen Sie es als wirtschaftlichen Aufschrei." Der Erdgaspreis in Europa betrage etwa das Dreieinhalbfache des amerikanischen Preises, Strom sei in Europa um etwa 40 Prozent teurer. In Oberösterreich koste ein Facharbeiter rund 50.000 Euro im Jahr, in Süden der USA nur 37.000 Euro. Dieser Kostennachteil sei insgesamt mit noch so guten technologischen Konzepten und fleißigen Mitarbeitern nicht zu kompensieren, "die Kluft geht immer weiter auseinander".

Handlungsbedarf habe Europa vor allem im Energie- und im Abgabenbereich. Wenn nicht gegengesteuert werde, dann würden sich die schleichenden Abwanderungstendenzen zu einer zwingend notwendigen Lawine entwickeln, warnte Eder.

Massive Überkapazitäten drücken Stahlpreis

Der Stahlpreis dürfte in den nächsten zwölf Monaten unter Druck bleiben, erwartet der voestalpine-Chef. Hintergrund seien massive Überkapazitäten. Weltweit würden knapp 2,2 Mrd. Tonnen Stahl pro Jahr produziert, gebraucht würden aber nur 1,6 Mrd. Tonnen. In Europa seien 40 Mio. Tonnen Stahl zu viel auf dem Markt, laut OECD-Schätzung sogar 80 Mio. Tonnen.

Kapitalmaßnahmen plant die voestalpine derzeit nicht. "Wir haben eine sehr gute Cashflow-Entwicklung, wir können uns heuer eine Milliarde Investitionen leisten." Anders wäre die Situation, wenn man "eine Rieseninvestition" vorhätte, eine solche sei aber nicht in Sicht.

Ihre bisherige Ausschüttungspolitik will die voestalpine beibehalten. "Wir orientieren uns an der Dividendenrendite. Die Zielziffer von 4 Prozent soll auch in Zeiten hoher Kurse beibehalten werden", sagte Eder.

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