Die Strabag – Eine Baustelle

Wegen des Preiskampfes im Baustoffgeschäft und Verzögerungen bei der Bezahlung von Projekten ist der österreichische Baukonzern Strabag im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht.

Die Strabag – Eine Baustelle

Das Betriebsergebnis war mit -166,72 Mio. Euro negativ (nach 16,67 Mio. Euro EBIT-Plus im Vorjahr), das Periodenergebnis nach Minderheiten verschlechterte sich von -10,94 Mio. Euro auf -158,26 Mio. Euro, wie die Strabag am Freitag ad hoc mitteilte. Von der APA befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem EBIT von -84 Mio. Euro gerechnet und einen Nettoverlust von 105 Mio. Euro erwartet.

Die Leistung des Strabag-Konzerns ging im ersten Halbjahr - wie schon im ersten Quartal - um 2 Prozent auf 6,036 Mrd. Euro zurück, der Auftragsstand erhöhte sich um 2 Prozent auf 15,124 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank deutlich von 197,18 Mio. Euro auf 16,14 Mio. Euro. Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug zum Halbjahr -1,51 Euro (nach -0,10 Euro).

Mit einem solch herben Einbruch hatten nicht alle Experten gerechnet, obwohl das Unternehmen Mitte Juli seine Prognosen für das Gesamtjahr gekappt hatte und nun einen operativen Gewinnrückgang auf rund 200 Millionen Euro nach 335 Millionen Euro im vergangenen Jahr erwartet. Es müssten die richtigen Weichen gestellt werden, um zukunftsfähig zu bleiben, sagte Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner: "Es wird jedenfalls schwieriger, als wir es gewohnt sind."

Die Strabag, einer der größten europäischen Baukonzerne, macht derzeit vor allem die Sparwut von Bund und Ländern infolge der Schuldenkrise zu schaffen, durch die es weniger Aufträge für den Bau neuer Straßen gibt. Um die wenigen Aufträge liefern sich die Konkurrenten einen harten Preiskampf. Besonders kritisch ist die Situation derzeit in Polen: Nach dem Ende der Fußball-Europameisterschaft nahm der Bauboom dort ein jähes Ende und damit kamen die Probleme für die Baufirmen. Strabag hat in Polen und anderen Ländern Osteuropas Probleme, Nachzahlungen für Bauprojekte zu erhalten.